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Solidarisch gegen Krieg und Terror

Diverse Gruppen riefen zum heutigen UNO-Weltfriedenstag auf zur Kundgebung gegen Krieg, für Solidarität mit dessen Opfern und für grosszügige Aufnahme von Kriegsflüchtlingen.
Von  Michael Felix Grieder

Angesichts der kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien, Irak, Kurdistan, Israel und Palästina, Lybien, Zentralafrika, Sudan, Eritrea, Somalia und der Ukraine fanden sich über 300 Leute am Bahnhof ein, um ihrer Besorgnis, Solidarität und Empörung Ausdruck zu verleihen. Gestern Abend grillierten etwa 50 Leute auf dem Gallusplatz gegen Ausschaffungen, Grenzen und Nationen. So unterschiedlich die beiden Veranstaltungen waren, hat man dennoch das Gefühl, es sei etwas in Bewegung gekommen. Das demokratisch-kurdische Gesellschaftszentrum habe uns aus der Lethargie gerissen, wie Marina Widmer von der politischen Frauengruppe bemerkte.

Politisiert wurde ein Grossteil meiner Generation an den Demonstrationen gegen George W. Bushs Irakkrieg. Ein erstes Mal zutiefst enttäuscht waren wir darauf folgend, einhergehend mit der Feststellung, dass die Welt sich nicht darum scherte und mit Bush in den Krieg zog. Inzwischen ist der Irak aufs Übelste geplagt von Abu Bakr Al-Baghdadis faschistischer Terrormiliz IS, die in viel zu grossen Teilen Iraks und Syriens ein Kalifat ausgerufen hat. Dass diese gestoppt werden muss, ist breiter Konsens. Dass man sich deswegen freuen soll über die Art und Weise des inzwischen beschlossenen westlichen Eingreifens, ist damit aber nicht gegeben.

Dies kam auch zur Sprache: Einzig eine Blauhelmtruppe wäre Menschenrechts-konform. Pazifismus ist nur im Prinzip einfach, in der Realität muss man manchmal ziemlich komplex denken können. So wurden auch entgegen der Empörung über die Zustände in Gaza, welche diesen Sommer in einem äusserst hässlichen Israel-Bashing ausartete, Protestbriefe an Israels Regierung UND die Hamas herumgereicht, die Zivilbevölkerung müsse in Frieden gelassen werden. Angesprochen wurden höchst problematische Waffenlieferungen an Staaten welche die Menschenrechte mit Füssen treten, wie auch die viel zu kleinliche Flüchtlingspolitik.

Wir tragen auch Verantwortung über das, was wir nicht tun, schloss Cenk Akdoganbulut sein Votum. Das ist vielleicht auch die grösste Lehre der Nach-Bush-Ära. Weder Frieden noch Demokratie können von westlich-dominierten Allianzen aufgezwungen werden, was aber nicht heisst, das wir nicht helfen können. In jedem Fall müssen die Probleme mit Leuten vor Ort gelöst werden, und diese also unterstützt werden.

Der Westen hat alle Möglichkeiten, sich ernsthaft nützlich zu machen, sei es durch humanitäre Hilfe vor Ort, sei es die grosszügige Aufnahme von Flüchtlingen, seien es Waffenausfuhrverbote. Alles Andere ist gemein-gefährliche Heuchelei. Passend zum ironischen Umstand, dass wegen dem St.Galler «Genuss-Tag» kein Umzug durch die Stadt bewilligt wurde, schliesst Hans Fässler mit einem Lied über proletarische Pasta: Die Menschen brauchen was zu essen, so brauchts auch keinen Krieg.

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