Kunst und Geld gehören zusammen. Künstlerische Arbeit kostet Geld, kuratorische Arbeit ebenso. Material kostet, Räume kosten, Werbung, Versicherung, Aufsichtspersonal, die Liste lässt sich lange fortsetzen. Ausstellungshonorare sind indes noch kaum verbreitet, aber umso vehementer gefordert. Demgegenüber steht die Ware Kunst, das Investment, das Spannungsfeld zwischen privatem Sammelengagement und dem Auftrag der öffentlichen Hand.
Mit all dem beschäftigt sich Arthur Junior in diesem Sommer auf unbefangene, geistreiche und experimentelle Weise und hat dafür neun Kunstschaffende nach Wil eingeladen. Ihnen werden am 9. Juli je 1000 Schweizer Franken übergeben, mit zwei Bedingungen: Der gesamte Betrag muss in den Geschäften an der Oberen Bahnhofstrasse in Wil ausgeben werden, und es muss daraus eine künstlerische Arbeit entstehen. Wie und was sie einkaufen, ist den Kunstschaffenden freigestellt – ob beim Optiker, im Restaurant, beim Coiffeur oder in der Drogerie, im Reformhaus, im Buchladen oder wo auch immer.
Arthur junior: Shopping
9. Juli: Offizielle Geldübergabe, 15 Uhr 25. bis 30. Juli: Offenes Atelier für Kinder und Jugendliche 30. Juli: Vernissage mit Marius Bär, 16 Uhr 6. und 7. August: Führungen 13. August: Finissage, 17 Uhr
Das Projekt wird von privaten Stiftungen, der IG Obere Bahnhofstrasse und der öffentlichen Hand getragen. Die Unabhängigkeit bleibt gewahrt. Wirtschaftliche Interessen sollen das Konzept nicht beeinflussen, im Gegenteil: Es wird kritikfähiger Raum geschaffen, den die jungen Künstlerinnen und Künstler beleben.
Diese haben sich im Vorfeld für die Aktion beworben. Mit dabei sind aus Zürich James Stephen Wright, Martina Mächler, Nina Emge und Samuel Koch, aus Berlin Lucy Biloshytskyy und Catherine Xu und aus Düsseldorf Edmée Laurin, Fridolin Schoch und Domingo Chaves.
Die zwei letztgenannten haben Ostschweizer Wurzeln. Ihr «Heimspiel»-Auftritt ist noch nicht allzu lange her, und auch da schon zeigten sie, dass ausstellen nicht statisch bleiben muss, weder für die Kunstwerke noch für das Kunstpublikum. Auch in Wil wird es nicht bei einer Frontalpräsentation bleiben.
Darüber hinaus findet Shopping, wie es der Name verheisst, schon während des Konsumierens statt. Damit ist das grosse Einkaufen mehr als eine Ausstellung, es ist Aktion, Interaktion, Reflexion, behandelt Fragen des Marktes, des Alltags und der Kunst. Aufeinander treffen diese Fragen auf einer öffentlich zugänglichen und vielgenutzten Plattform, der Ladenstrasse – also im analogen Herz der ganzen Angelegenheit. Mit Shopping, seinem sechsten Projekt, ist Arthur Junior bei einem der grossen zeitgenössischen Themen angekommen.
In leichten Pastelltönen und dunklen Ölfarben setzt sich der deutsche Künstler Marcel Hüppauff mit dem Profiradsport auseinander. Dabei treten in seiner Schau im Chambre Directe-Schubiger in St.Gallen nicht nur Menschen, sondern auch Katzen in die Pedale.
Mit Hildegard Fässler (1951–2026) verstarb kurz vor ihrem 75. Geburtstag eine der profiliertesten Ostschweizer Politikerinnen an den Folgen einer schweren Erkrankung. Nachruf einer langjährigen Weggefährtin.
Versteckt im Sittertal produziert die Kunstgiesserei Werke renommierter Künstler:innen. Dabei gilt es oft, Neues auszuprobieren und Lösungen zu finden – mit Zucker, Wachs und natürlich Metall. Saiten erhält einen Einblick in das verrückte Schaffen am Rande St.Gallens.
Der FC St.Gallen gewinnt gegen den haushohen Favoriten aus Lissabon mit 2:1. Die grösste Sensation, die dieses Stadion je gesehen hat. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
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Die Baupläne sind gezeichnet, das Baugesuch liegt zur Vorprüfung bei der Stadt – doch noch ist einiges rund um den Wiederaufbau der Rorschacher Badhütte zu klären. Was passiert zum Beispiel mit all den angerosteten und teils verbogenen Scharnieren, Schlössern und anderen Eisenteilen, die die Taucher aus dem See heraufgebracht haben?
Mohsen Masoudi ist 2022 aus dem Iran in die Schweiz geflohen. Heute lebt er in Stein AR und ist Teil der Exil-Opposition. Er erzählt, warum es die Schliessung der iranischen Botschaft braucht und was sich mit den Protesten Anfang Jahr verändert hat.
Das See-Burgtheater macht aus seiner Piratinnengeschichte Die Legende von Anne Bonny ein akrobatisches Spektakel vom Feinsten. Bei aller Sommertheater-Leichtigkeit hätte man aber doch ein bisschen mehr Emanzipationsgeschichte erwartet.
Zu seinem 20. Geburtstag hat das Kulturfestival am Wochenende Bands aus St.Gallen und der Region zu einem zweitägigen Konzertfest eingeladen. Dieses war so vielfältig wie gelungen – auch wegen der Idee, Covers aus der Gründungszeit des Festivals in die Sets einzubauen.
Bregenzer Festspiele
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 3: «Was der Kaiser noch sah», Olaf Breuning – «Humans» und Oriana Bruseghini – Das verlassene Rettungsboot.
Wie setzt Fotografie Mode in Szene? Und wer fotografiert dabei eigentlich wen? Das Textilmuseum St.Gallen gibt mit «Mise en Scène» Einblicke in 120 Jahre Modegeschichte. Es ist die letzte Schau vor dem Museumsumbau.
Seit elf Tagen befindet sich Velat Aydin vor dem Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen im Hungerstreik. Im Gespräch mit Saiten erzählt der Kurde, woher er kommt und weshalb politischer Aktivismus so wichtig ist.
Die St.Galler Festspiele sind vorbei. Oper war indoor, draussen im Stadtpark spielte die Endzeitkomödie Planet B. Nähme man die Botschaft des Stücks ernst, müsste die Festspiel-Oper auch künftig ressourcenschonend drinnen bleiben.
Sindujan* lebt schon sein ganzes Leben in der Schweiz. Die Einbürgerung ist fast abgeschlossen, war aber mit hohen Kosten und einem unangenehmen Gespräch verbunden.
Bevor die Kunst Einzug hielt, war das Sittertal industrialisiert. Hier wurde gestickt, gewirkt, gefärbt, mercerisiert – aber auch gestreikt und geliebt.
Kolumne: Stimmrecht
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 2: Kinok-Open-Air, Solarkino, Christa Näher – «Excess», Living Museum, Poolbar Festival, Die Legende von Anne Bonny und SP-Spaziergänge.
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