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Tausendfränkige Kunst

Neun Kunstschaffende bekommen je 1000 Franken - was sie damit kaufen, soll ein Werk geben. «Shopping» heisst die Sommer-Kunstaktion von Arthur junior, am Samstag geht es los im Konsumrausch.
Von  Kristin Schmidt , 

Kunst und Geld gehören zusammen. Künstlerische Arbeit kostet Geld, kuratorische Arbeit ebenso. Material kostet, Räume kosten, Werbung, Versicherung, Aufsichtspersonal, die Liste lässt sich lange fortsetzen. Ausstellungshonorare sind indes noch kaum verbreitet, aber umso vehementer gefordert. Demgegenüber steht die Ware Kunst, das Investment, das Spannungsfeld zwischen privatem Sammelengagement und dem Auftrag der öffentlichen Hand.

Mit all dem beschäftigt sich Arthur Junior in diesem Sommer auf unbefangene, geistreiche und experimentelle Weise und hat dafür neun Kunstschaffende nach Wil eingeladen. Ihnen werden am 9. Juli je 1000 Schweizer Franken übergeben, mit zwei Bedingungen: Der gesamte Betrag muss in den Geschäften an der Oberen Bahnhofstrasse in Wil ausgeben werden, und es muss daraus eine künstlerische Arbeit entstehen. Wie und was sie einkaufen, ist den Kunstschaffenden freigestellt – ob beim Optiker, im Restaurant, beim Coiffeur oder in der Drogerie, im Reformhaus, im Buchladen oder wo auch immer.

Arthur junior: Shopping

9. Juli: Offizielle Geldübergabe, 15 Uhr
25. bis 30. Juli: Offenes Atelier für Kinder und Jugendliche
30. Juli: Vernissage mit Marius Bär, 16 Uhr
6. und 7. August: Führungen
13. August: Finissage, 17 Uhr

Das Projekt wird von privaten Stiftungen, der IG Obere Bahnhofstrasse und der öffentlichen Hand getragen. Die Unabhängigkeit bleibt gewahrt. Wirtschaftliche Interessen sollen das Konzept nicht beeinflussen, im Gegenteil: Es wird kritikfähiger Raum geschaffen, den die jungen Künstlerinnen und Künstler beleben.

Diese haben sich im Vorfeld für die Aktion beworben. Mit dabei sind aus Zürich James Stephen Wright, Martina Mächler, Nina Emge und Samuel Koch, aus Berlin Lucy Biloshytskyy und Catherine Xu und aus Düsseldorf Edmée Laurin, Fridolin Schoch und Domingo Chaves.

Die zwei letztgenannten haben Ostschweizer Wurzeln. Ihr «Heimspiel»-Auftritt ist noch nicht allzu lange her, und auch da schon zeigten sie, dass ausstellen nicht statisch bleiben muss, weder für die Kunstwerke noch für das Kunstpublikum. Auch in Wil wird es nicht bei einer Frontalpräsentation bleiben.

Darüber hinaus findet Shopping, wie es der Name verheisst, schon während des Konsumierens statt. Damit ist das grosse Einkaufen mehr als eine Ausstellung, es ist Aktion, Interaktion, Reflexion, behandelt Fragen des Marktes, des Alltags und der Kunst. Aufeinander treffen diese Fragen auf einer öffentlich zugänglichen und vielgenutzten Plattform, der Ladenstrasse – also im analogen Herz der ganzen Angelegenheit. Mit Shopping, seinem sechsten Projekt, ist Arthur Junior bei einem der grossen zeitgenössischen Themen angekommen.

 

 

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VELJANOV 2018 03

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Von Philipp Bürkler,
Nomination Peter Olibet 10
Heftvorschau 11/26
Postkolonial, Kulturgelder, Universum

Wäh­rend Zü­rich und Genf ge­raub­te Ben­in-Bron­zen zu­rück­ge­ben, la­viert das Kul­tur­mu­se­um St.Gal­len. Der­weil un­ter­sucht der Thur­gau sei­ne eth­no­gra­fi­sche Samm­lung und schliess Re­sti­tu­tio­nen nicht aus. Aus­ser­dem im No­vem­ber­heft: Der so­li­da­ri­sche Pro­test der St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne ge­gen die Spar­plä­ne des Kan­tons, die neue Aus­stel­lung zum Zehn­jäh­ri­gen im Na­tur­mu­se­um St.Gal­len, das ers­te elek­tro­ni­sche So­lo­al­bum von Ka­fi-D und vie­les mehr.

Saiten 2611 01 Cover

Zü­rich und Genf ma­chen vor­wärts, St.Gal­len bremst

Seit ei­ni­gen Jah­ren sind Ben­in-Bron­zen in Schwei­zer Mu­se­en ein heis­ses Ei­sen. Im St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um la­viert man bei der Fra­ge ei­ner mög­li­chen Rück­ga­be zwi­schen Dia­log­be­reit­schaft und Ver­wei­ge­rungs­hal­tung.

Von Richard Butz und Hans Fässler,
Benin bronze kulturmuseum 2026

Bücherherbst: Nie ist alles gut von Raffael Rihs

Mo­ment­auf­nah­men

Von Veronika Fischer,

Ma­gen­brot bis zu­letzt

Ein Fes­ti­val über den Tod – darf das auch lus­tig sein? «Last Call» lädt am 31. Ok­to­ber in St.Gal­len da­zu ein, über das Ster­ben zu spre­chen. In­ter­view mit Mi­chel­le Mauch­le von der Ge­schäfts­stel­le Pal­lia­ti­ve Ca­re Stadt St.Gal­len.

Von Philipp Bürkler,
Festival zum tod michelle mauchle