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Technik trifft Walo-Techno

Der Gestalter Ruedi Zwissler ist 80 geworden. Das Zeughaus Teufen widmet ihm und seinem Schaffen eine Ausstellung und bringt Überraschendes zusammen: Zwisslers Strenge und die gestalterische Freiheit der Kunst.
Von  René Hornung

Er ist gelb und prangt in einer Schablonenschrift auf Lastwagen und Strassenwalzen, der Schriftzug Walo. Der Gestalter Ruedi Zwissler hat ihn vor Jahrzehnten entworfen, und das Tiefbauunternehmen hat das Logo nur minim verändert.

Was machen heutige Grafiker und Künstler daraus? Die Antwort lässt sich im Zeughaus Teufen betrachten: Fahnen mit gelben Strichen und Zeichen hängen von der Decke. Schülerinnen und Schüler der Grafikklassen der Gewerblichen Berufsschule St.Gallen haben das Walo-Logo dekonstruiert. Der Künstler Beni Bischof hat in einem Baustellen-WC mit dem Firmenlogo einen gelben Farbkübel ausgekippt und eine Discoanlage montiert: «Walo Techno» heisst seine Installation (hier ein Filmchen vom Making-Of).

 

Von Ruedi Zwissler stammten auch die kubischen Werbetafeln, die vor der Renovation am St.Galler Einkaufszentrum Neumarkt hingen. Das Künstlerpaar Barbara Signer und Michael Bodenmann konnte einen dieser Kuben in letzter Minute retten und hat daraus eine Installation gemacht, die zurzeit an der Skulpturenausstellung in Môtiers im Val-de-Travers zu sehen ist. Im Zeughaus Teufen ist die Arbeit dokumentiert, und einige Original-Werbetafeln sind ausgestellt.

Berühmt geworden ist auch Ruedi Zwisslers Einsatz zur Rettung der Fabrik am Rotbach in Bühler – einer früheren Bleiche. Er konnte sie kaufen und hat sie mit neuem Leben erfüllt – auch immer wieder mit Kunst. Unter anderem Kunst von Roman Signer, auch dies dokumentiert die Ausstellung.

Legendäre Systeme

Ruedi-ZwisslerIn Fachkreisen ist Ruedi Zwissler mit seinem Messe-Bausystem Voluma bekannt geworden. Seinem Möbelprogramm Dominorm 01 war weniger Erfolg beschieden. Zwissler ist nämlich auch konsequent. «Lieber begräbt er eine Idee, als dass er sie jemandem überlassen würde, der sie kommerziell ausschlachtet und verhunzt», schreibt Hanspeter Spörri in seiner Ausstellungsvorschau.

An der Vernissage machte der Geehrte selbst keinen Hehl aus seiner manchmal skeptischen Haltung. Er las aus dem Monate dauernden Mailwechsel mit Zeughaus-Kurator und Ausstellungsmacher Ueli Vogt vor. Zwissler hatte mehrmals gezögert und abgewunken, bis er schliesslich Ja sagte zur Ausstellung.

«Wer werkt, verbraucht seine Zeit, meistens auch Material und Energie»

Seit Ende Juni ist im Zeughaus Teufen eine Auswahl aus den vielen Arbeiten des manchmal strengen und konzeptuell denkenden Designers ausgestellt. Zum Beispiel die geometrischen Messestand-Teile, die sauber ausgelegt auf durchhängenden Gestellen liegen – ein weiterer Kontrast in dieser Ausstellung.

Der hohe Anspruch des Gestalters kommt nicht zuletzt in den Zitaten zum Ausdruck, die im zur Ausstellung erschienenen Leporello abgedruckt sind. Etwa zum Stichwort Werken: «Indem ich werke, schaffe ich ein mehr oder weniger gelungenes Werk. Gelungen sind Werke erst dann, wenn sie den zum Ziel gesetzten Zweck erfüllen. Wer werkt, verbraucht seine Zeit, meistens auch Material und Energie. Deshalb setzt Werken die präzise Definition vom Zweck voraus. Es entsteht also zuerst ein geistiges Werk. Dieser Sollvorstellung möglichst nahe zu kommen ist die Aufgabe jedes Werkenden.»

 

Werken – Wandeln – Wirken: Ruedi Zwissler, bis 22. November im Zeughaus Teufen AR. Mit Ergänzungen von Roman Signer, Michael Bodenmann & Barbara Signer, Beni Bischof, 2ndwest, Grafikerlehrlinge GBS, Rosario Florio & Samuel Bänziger. Zur Ausstellung ist eine umfangreiche Dokumentation erschienen.

Sonntag, 12. Juli, 14 Uhr: Postfossil präsentiert die Resultate des Voluma-Workshops.
Begleitprogramm und weitere Infos: zeughausteufen.ch

 

Bilder: Ueli Vogt / René Hornung

FC St.Gal­len vs. FC Si­on – St. Gal­len un­ter­liegt Si­on mit 0:3.

St. Gal­len star­te­te gut in die Par­tie, agier­te aber oft­mals zu um­ständ­lich ge­gen tief ver­tei­di­gen­de Sit­te­ner und blieb letzt­lich glück­los. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Mit Sound und Vi­su­als ge­gen den Öko­kol­laps

Die zwei­te Aus­ga­be des au­dio­vi­su­el­len Fes­ti­vals Su­s­ur­rus in der Mü­le­nen­schlucht wid­met sich der «mehr-als-mensch­li­chen» Mit­welt. Mit akus­ti­schen und per­for­ma­ti­ven In­ter­ven­tio­nen er­kun­det das Fes­ti­val neue For­men der Be­zie­hung zwi­schen Mensch und Na­tur. 

Von  Lilli Kim Schreiber

Neue Sai­son un­ter be­son­de­ren Vor­zei­chen

Das Thea­ter an der Gren­ze in Kreuz­lin­gen star­tet heu­te in die neue Spiel­zeit. Kürz­lich ver­starb die prä­gen­de Co-Prä­si­den­tin An­na Rink. Aus­ser­dem fällt der bis­he­ri­ge Spiel­ort im Kul­tur­zen­trum Kult-X bis En­de 2027 weg. Wie der Ver­ein die­se Hür­den meis­tert, er­zäh­len Prä­si­den­tin Vro­ni El­len­br­oek und Klaus Okraf­ka aus der Pro­gramm­lei­tung im In­ter­view.

Von  Judith Schuck
Theater an der Grenze Klaus Ofraka und Vroni Ellenbroek

Dampf auf dem Kes­sel

Auf sei­nem neu­en So­lo­al­bum the­ma­ti­siert Ma­nu­el Stahl­ber­ger die Über­hit­zung. Die kli­ma­ti­sche, die ge­sell­schaft­li­che, die po­li­ti­sche. Ge­mein­sam mit Bit-Tu­ner hat der St.Gal­ler Mu­si­ker da­für ei­nen düs­te­ren, elek­tro­ni­schen Sound ge­fun­den.

Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

Von  René Hornung
2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
2609 Redeplatz Karin Tobias 01

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

Von  Marion Loher
Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

Von  Lilli Kim Schreiber
Regula Syz 2

Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

Von  Liliia Matviiv

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

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Von  Vera Zatti
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Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
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«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
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Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

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Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
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Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

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Musik am See

Pia­no­klän­ge für al­le

Von  Vera Zatti
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