In Winkeln, gegenüber der Shopping-Arena, produzierte früher die Gema und dann die Firma Armstrong Metalldecken – doch schon vor zehn Jahren gingen die Lichter aus. Vor fünf Jahren hat der Kanton St.Gallen das Areal erworben und inzwischen ist klar: Dort soll das künftige Sicherheits- und Justizzentrum entstehen.
Als erstes wird die Notrufzentrale aus dem Calatrava-Bau am Spisertor dorthin verlegt, später sollen Kantonspolizei, aber auch die Staatsanwaltschaft und der Zivilschutz in Neubauten nach Winkeln umziehen. Die Stadtplanung sieht dort allerdings ein gemischtes Wohn- und Gewerbequartier vor, kein kantonales Verwaltungsgebäude samt Polizeigaragen und Untersuchungsgefängnis.
Wird frei: Kantonale Notrufzentrale von Santiago Calatrava am Spisertor. (Bild: Wikipedia)
Und was passiert in der Folge dieses Umzugs mit den in der Innenstadt frei werdenden Gebäuden? Diese Frage stellte die städtische SP mit Kantonsrätin Bettina Surber und Stadtparteipräsident Peter Olibet am Montagabend an einem öffentlichen Workshop. Dabei wurde klar: St.Gallen kämpft als Kantonshauptstadt mit den gleichen Problemen wie alle Schul- und Verwaltungszentren – solche Gebäude sind fürs Stadtleben nicht wirklich attraktiv, sie sind abends und nachts leer und dunkel und tragen nur wenig zur lebendigen Innenstadt bei.
Deshalb sollen Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner mitreden, wenn der Kanton grosse Zügelaktionen plant – eine (unvollständige) Übersicht über die kantonalen Liegenschaften hier.
Gesucht: Publikumsverkehr für die Stadtbelebung
Zuerst kam die Frage auf: Welche Bedürfnisse hat denn die Stadt? Ein Haus für die freie Kultur? Eine Institution wie der Winterthurer Skills Park? Ein zusätzlicher Saal fürs Kinok in der Lokremise? Ein Hallenbad im Stadtzentrum? Ein Veranstaltungsort als Ersatz für die dafür ungeeignete Reithalle? Oder auch neue, getrennte Räume für die Sozialen Dienste und die Kesb? Diese und andere Stichworte kamen auf den Tisch und wurden in Gruppen diskutiert.
Publikumsmagnet: Skillspark Winterthur. (Bild: Skillspark)
Nur ein Teil dieser Ideen liesse sich in den freiwerdenden Gebäuden des Kantons verwirklichen, aber St.Gallen ist auch in der glücklichen Lage, über zentral gelegene Freiflächen zu verfügen. Vor allem entlang des Bahngrabens, von St.Fiden bis ins Otmar-Quartier.
Kritische Fragen zu Bibliothek und zur Berufsschule
Die Diskussion brachte neben alten Ideen (wie der Umnutzung des Zeughauses für Kunst- und Architekturausbildungen) und neuen Ansätzen auch Kritik an bereits eingeleiteten Planungen.
Weitere Infos auf stadt-strategie.ch
Zum Beispiel: Warum muss die Bibliothek aus der Hauptpost raus? Sie sei dort doch ideal untergebracht, und wenn sie ins Union-Gebäude umziehen soll, könne nur ein monströser Neubau auf dem Blumenmarkt das Raumprogramm erfüllen, lautete ein Einwand. Wenn danach die Hauptpost – wie diskutiert – vollständig zu einem Schulhaus (für die Fachhochschule) wird, werden abends auch dort die Lichter gelöscht, während eine zeitgemässe Bibliothek bis weit in die Nacht hinein offen zugänglich ist.
Oder: Warum saniert und erweitert der Kanton die Berufsschule im Riethüsli für teures Geld? Ein Schulhaus aus den 1970er-Jahren, das nach heutigen Kriterien der Stadtentwicklung am falschen Ort liegt. Oben auf dem Hügel produziert es tausende von Fahrten. Warum die Schule nicht auf einem der freien Bahnareale neu bauen?
Könnte frei werden: Der ursprünglich für die Kantonalbank gebaute Spätrenaissance-Palast an der Schützengasse, heute Sitz der Staatsanwaltschaft. (Bild: René Hornung)
Und was könnte – ein weiteres Beispiel – aus der Staatsanwaltschaft an der Schützengasse werden, wenn das Justizzentrum in Winkeln gebaut wird? Wer würde das 1886 ursprünglich für die Kantonalbank erstellte Gebäude im italienischen Spätrenaissancestil dann nutzen?
Was mit solchen und vielen weiteren Liegenschaften, die mitten in der Stadt stehen aber dem Kanton gehören, ab 2024 passiert, soll nach dem Willen der Initianten zu einem öffentlichen Thema werden.
Auf seinem neuen Album Three Chords and a Shaking Hand besingt der Rheintaler Singer-Songwriter Mo Klé die gegenwärtige Debattenkultur, Regenstürme und Selbstakzeptanz. Die Albumtaufe findet am 7. November im st.gallischen Bahnhof Bruggen statt.
Boukhalfa und Görtler bringen die Espen in Führung, welche das Team dann über die Zeit bringt.
Alexander Veljanov ist die unverwechselbare Stimme der Dark-Wave-Band Deine Lakaien. Mit seinem neuen Soloalbum gastiert er am 9. November in Frauenfeld. Ein Gespräch über Schubladen, Lüge, Wahrheit und die Frage, was Musik mit unserem Menschsein zu tun hat.
Zumthor plant in Wildhaus
Ein Wahlgang genügte: Die SP der Stadt St.Gallen schickt Peter Olibet ins Rennen um die Nachfolge von Stadtrat Peter Jans. Er erhielt 109 von 182 Stimmen. In der Fragerunde ging es um Sparpolitik, bezahlbare Wohnungen und die Frage, wie viel Opposition ein künftiges Regierungsmitglied noch machen kann.
Während Zürich und Genf geraubte Benin-Bronzen zurückgeben, laviert das Kulturmuseum St.Gallen. Derweil untersucht der Thurgau seine ethnografische Sammlung und schliess Restitutionen nicht aus. Ausserdem im Novemberheft: Der solidarische Protest der St.Galler Kulturszene gegen die Sparpläne des Kantons, die neue Ausstellung zum Zehnjährigen im Naturmuseum St.Gallen, das erste elektronische Soloalbum von Kafi-D und vieles mehr.
Seit einigen Jahren sind Benin-Bronzen in Schweizer Museen ein heisses Eisen. Im St.Galler Kulturmuseum laviert man bei der Frage einer möglichen Rückgabe zwischen Dialogbereitschaft und Verweigerungshaltung.
Bücherherbst: Nie ist alles gut von Raffael Rihs
Ein Festival über den Tod – darf das auch lustig sein? «Last Call» lädt am 31. Oktober in St.Gallen dazu ein, über das Sterben zu sprechen. Interview mit Michelle Mauchle von der Geschäftsstelle Palliative Care Stadt St.Gallen.
In St.Gallen hat am Samstag zum ersten Mal ein emanzipatorisch-antifaschistisch-queerfeministisches Kampfsportturnier stattgefunden. Wie das aussieht? Schon ziemlich brutal, aber dann auch wieder herzlich.
Bücherherbst: Unwucht von Sarah Elena Müller
Seit 35 Jahren untersucht Patrick Rohner Naturprozesse, insbesondere im Zusammenhang mit Geologie, zeichnerisch, malerisch und bildhauerisch. Die Ausstellung «Faltungen» im Museum Bickel zeigt noch bis zum 22. November einen Querschnitt dieser kontinuierlichen Beschäftigung.
Klimaseniorinnen besuchen Bern
Vor dem Karlstor ein Picknick unter Bäumen am Ufer, die Mittagspause mit den Füssen im Wasser vor der Kantonsschul-Bibliothek oder ein Bier am Bächlein zwischen der Bar La Buena Onda und dem «Bierhof» – das alles soll gemäss der Machbarkeitsstudie «Alte Steinach» möglich werden. Am Montag haben sie die Verantwortlichen vorgestellt.
Delfine, Herzen und Flaggen. Die «Illo Konstanz Vol. 5» zeigt über 60 Arbeiten von internationalen Illustratoren. Die Schau lässt viel Raum für eigene Zugänge, übt aber auch Kritik und zeigt Haltung.
Der Verein Lattich im Güterbahnhofareal St.Gallen feiert das 10-Jahr-Jubiläum. Noch immer kämpft er mit Einsprachen. Der Vorstand der Gründungsphase hat aufgegeben. Seit gut einem Jahr bilden Adelheid Karli und Florim Šabani das Co-Präsidium.
Nachruf auf Urs Ullmann
Bücherherbst: Mondläufer von Daniel Badraun
Eine benzinbetriebene Glühbirne? Ein robustes Schnapsglas? Oder ein Katzenhalsband, das die Raubtiere vom Vögelfangen abhalten soll? Im Historischen Museum Thurgau schlummern einige Gegenstände, deren Funktion auf den ersten Blick nicht ganz klar ist. Thomas Götz, Martina Hügi und Stefan Keller mussten diese am Icon Poet herausfinden.
Die St.Galler Rockband The Black Salt veröffentlicht ihr zweites Album. Und verabschiedet sich ein Stückweit von ihren Anfängen.