Für alle, die’s lieber schriftlich mögen:
gwüssi mensche chönd wähle und stimme, gwüssi mensche hend kei stimm für die wahlä, gwüssi mensche sind linkshänder aber wähled rechts, gwüssi mensche sind rechtshänder aber handlet link, gwüssi mensche sind beidhändig und handlet recht, gwüssä sind beidi händ bundä und sie wähled links, gwüssi mensche hend wiitsicht, anderi sind churzsichtig, gwüssi planned uf churzi sicht, anderi sind wiitsichtig, gwüssi mensche setzed uf öpfel anderi lieber uf fenschter, gwüssi mensche setzed sich as fenster und essed en öpfel, gwüssi mensche halted sich as gsetz, anderi setzed sich es ghalt, gwüssi mensche träumed vomne andere lebe, anderi lebed gnau dä traum, gwüssi mensche sind schwizer mit papier, gwüssi mensche sind ohni schwizer papier, gwüssi mensche sind papierschwizer, und gwüssi mensche sind i dä schwiiz ohni papier, gwüssi mensche wönd kei schwizer papier, gwüssi hetted besser kei schwizer papier, gwüssi mensche chaufed schwizer papier, und gwüssi schämed sich fürs schwizer papier,
jede mensch isch mol inländer mol usländer, je nochdem woner gad isch, jede mensch isch ziemli schnell kriminell, je nochdem was ihm passiert, jede mensch isch teils dame teils herr, drum mol dämlich mol herrlich, jede mensch no so verliebt, cha hass schüre, jede mensch no so hässig cha liebi spüre, jede mensch mue schnuufe, esse, trinke, schisse, pisse, schlofe, nüsse, hueste görpse furze, jede mensch isch döt dihai woner da alles cha mache und sich somit heimisch fühlt, jede mensch isch durchsetzt vo initiative, jede schriber setzt sich durch menschlichi initiative, jede mensch, wo menschlich isch, stimmt nei, bi dere durchsetzigsinitiative, jede mensch het ä stimm, doch stimmed nöd alli ab, jede mensch isch einzigartig, und doch simmer alli eis, nämli mensche… jede mensch wo hinderfrogt wird verdächtigt, doch dä verdacht verhinderet d’frog, drum hinderfroged alles und blibed verdächtig…
Und das noch, pünktlich zum Schlussspurt:
Khaled Aissaoui, 1975, ist Sportlehrer, Rapper, DJ und Produzent aus St.Gallen.
Eine halbe Million weniger von Kanton und Stadt – trotzdem machen Konzert und Theater St.Gallen vorläufig keine Abstriche beim Programm. Die Spielzeit 26/27 kündigt «Grenzgänge» an, sehr zeitgemässe insbesondere im Schauspiel.
Die Kritik an der Einladung des extremistischen und techno-libertären US-Bloggers Curtis Yarvin ans St. Gallen Symposium war gross – und berechtigt. Trotzdem war sein Auftritt am Ende vor allem eines: entlarvend. Selten traten die Widersprüche, die Selbstüberschätzung und die intellektuelle Leere der Neuen Rechten so öffentlich zutage.
In eigener Sache
Historische Überlieferungen sagen oft mehr über die Geisteshaltung der Verfasser aus als über geschichtliche Tatsachen. Was lässt sich also gesichert über die historische Person Wiborada sagen? Eine quellenkritische Spurensuche.
Ein Jahrhundert nach Thomas Manns Roman greifen Karl Kave & Durian das Motiv neu auf und erzählen mit Zauberberg ein vielschichtiges Konzeptalbum über Pflege, Perspektiven und gut betuchte Damen.
Paris, New York, Shanghai, Ittingen: Mit Fabrice Hyber gastiert mal wieder ein international renommierter Künstler im Kunstmuseum Thurgau. Eine Begegnung.
Treueprobe, Verkleidungsspuk, Partner:innentausch: Così fan tutte scheint definitiv von vorgestern. Trotzdem lohnt sich Mozarts Oper auch jetzt wieder am Theater St.Gallen. Am Samstag war Premiere.
Das Kunstzeughaus Rapperswil-Jona zeigt seit dem 26. April die aktuelle Sammlungsausstellung «wohin – woher – womit». Mitgestaltet von Menschen aus der Region untersucht sie, wie Teilhabe in Museen künftig aussehen kann.
St.Gallen verliert das Spiel gegen Sion und macht so Thun zum Meister. Doch in St.Gallen denken längst alle an den anderen Titel, der dann in drei Wochen vergeben wird. Das Spiel gegen Sion zum Nachlesen gibt es trotzdem im SENF-Ticker.
Filmfestival in Frauenfeld
Buch zur Migration in die Ostschweiz
In diesem Jahr feiert St.Gallen den 1100. Todestag Wiboradas. Obwohl die Inklusin einen grossen Einfluss auf die Stadt hatte, ist sie den wenigsten ein Begriff. Das soll sich ändern. Wie dies gelingen soll und welche Bedeutung Wiborada heute noch hat, erzählen Jolanda Schärli und Hildegard Aepli vom Verein Wiborada-Jubiläum 2026 sowie Karin K. Bühler von der feministischen Bibliothek Wyborada im Gespräch mit Saiten.
Doppeltes Jubiläum: Im Mai jährt sich das Martyrium der St.Galler Stadtheiligen Wiborada zum 1100. Mal. Und der Verein Wyborada, der 1987 die gleichnamige feministische Bibliothek eröffnete, feiert sein 40-Jahr-Jubiläum. Ausserdem im Mai-Heft: Das Gespräch zwischen Florian Vetsch und dem St.Galler Autor Christoph Keller über dessen neuen Roman.
Abbau von über 46 Vollzeitstellen in der Verwaltung, Schliessung des Volksbades, zusätzliche Blitzer für die Stadtpolizei: Mit solchen Massnahmen will die St.Galler Stadtregierung bis 2029 das jährliche Loch in der Stadtkasse um 17,1 Millionen Franken reduzieren.
Die Ostschweizer Band Team Negroni hat eine Vinyl-Platte mit Coversongs herausgebracht. Am 7. Mai wird Don't Drag Me Down in der st.gallischen Grabenhalle getauft.
Pure Zeitverschwendung oder endlich mal eine Pause im durchgetakteten Rhythmus der Tage? Drei Performer:innen nähern sich dem Phänomen des Wartens künstlerisch-wissenschaftlich an.
Das Kollektiv Dance Me to the End setzt sich für die Sichtbarkeit von Altern im Tanz ein. Am 1. und 2. Mai präsentiert es zwei verschiedene Tanzstücke in der St.Galler Lokremise. Saiten hat mit drei Kollektivmitgliedern gesprochen.
Pankraz Vorster war der letzte Fürstabt von St.Gallen. Sein Tagebuch liefert wertvolle Erkenntnisse zur Entstehungsgeschichte der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Das Stiftsarchiv St.Gallen hat die Handschrift als Edition veröffentlicht und vergangenen Mittwoch einen Einblick gegeben.
In ihren Songs verarbeitet die Winterthurer Band Anger Mgmt. die psychischen Probleme ihres Sängers. Heute erscheint ihr zweites Album, das erneut in die inneren Abgründe führt. Es ist ein dunkler Monolith – mit einem Lichtblick am Schluss.
Das Kinderdorf Pestalozzi feiert sein 80-jähriges Bestehen. Mit welchen Herausforderungen Kinder heutzutage konfrontiert sind und wie die Stiftung dagegenhält, erklärt Programmleiterin Bertha Camacho.