Wenige Wochen, nachdem der geplante Ausbau des UG 25 für Diskussionen gesorgt hat, steht nun bereits das nächste grosse Parkplatzprojekt an: Das Parkhaus Schibenertor liegt ab Mittwoch öffentlich auf. Darin sollen 210 unterirdische Parkplätze entstehen, die Ein- und Ausfahrten sind auf dem Oberen Graben vor dem News-Café und dem Seeger geplant.
Kostenpunkt: Knapp 25 Millionen Franken, bezahlt von der Cityparking AG, den Helvetia Versicherungen, der Bank Acrevis und der Brauerei Schützengarten. An der Cityparking AG ist die Stadt St.Gallen zu 40 Prozent beteiligt.
VCS wird genau prüfen
Wird dem Baugesuch stattgegeben, so wird der Verkehrsknoten Schibenertor, wo Autos, Stadtbusse, Postautos, Trogenerbahn, Velos und Fussgänger kreuzen, also längere Zeit zur Grossbaustelle. Das Ganze nur einen Steinwurf entfernt vom UG25, das dereinst 750 Parkplätze fassen soll. Gegen das UG25 sind allerdings laut «Tagblatt» derzeit vier Einsprachen hängig, eine davon von der VCS-Sektion St.Gallen-Appenzell.
Der VCS will nun auch die Schibenertor-Pläne genau überprüfen. «Wir befürchten, dass der öffentliche Verkehr stark unter der Parkhaus-Einfahrt auf dem Oberen Graben leiden würde», sagt Daniel Rüttimann, Geschäftsführer der VCS-Sektion St.Gallen/Appenzell, auf Anfrage von Saiten. Ausserdem würden zusätzliche Parkplatze auch mehr Autos in die Stadt bringen. «Es gibt in St.Gallen bereits jetzt genug Parkplätze», sagt Rüttimann. Gestützt wird seine Aussage durch die jüngste Auswertung der Parkplatzzahlen in St.Gallen, die Blogger Marcel Baur erstellt hat.
Mehr Verkehr oder nicht?
Im «Tagblatt» vom Dienstag wird der städtische Verkehrsplaner Christian Hasler damit zitiert, dass durch das Parkhaus Schibenertor nicht mehr Verkehr entstehen werde. Der Neuverkehr werde kompensiert, weil parallel zum Bau der unterirdischen Parkplätze solche an der Oberfläche aufgehoben werden. Es werde «höchstens gleich viel Verkehr» geben, so Hasler.
«Diese Rechnung stimmt vielleicht in einem engen Kreis um das neue Parkhaus, wo der Suchverkehr wegfällt. Schaut man aber auf einen grösseren Raum – etwa die ganze Stadt – so verursacht ein Parkhaus klar mehr Verkehr», sagt dazu VCS-Geschäftsführer Rüttimann.
Einspracheberechtigt ist der VCS von Gesetz wegen aber grundsätzlich erst bei Projekten ab 500 Parkplätzen – wie eben dem UG25. Beim Schibenertor mit den geplanten 210 Parkplätzen würde diese Regelung nicht greifen. «Wir werden nun mit unseren Juristen genau prüfen, ob im Baugesuch Punkte sind, an denen wir trotzdem ansetzen können und einspracheberechtigt sind», sagt Rüttimann.
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