Wie löst man sich als Band aus der Coronastarre? Wie bleibt man mit den Fans in Kontakt? Und wie erschafft man online etwas, das nicht alle machen? Diese Fragen hat sich auch das Saint City Orchestra gestellt und ist zum Schluss gekommen: zusammen mit anderen Betroffenen.
Mit acht Bands aus der Region haben die «Saints» die coronakonforme «Empty Pub Tour 2021» auf die Beine gestellt. Gestreamt wird per Facebook. Die Idee dahinter: Musik aus der Region in die Wohnzimmer bringen – und hoffentlich neuen Schwung in die Szene. Netter Nebeneffekt: Je mehr dabei sind, desto grösser die Reichweite. Denn einfach nur präsent zu sein in den Sozialen Medien reicht heute nicht mehr, um unter die Leute zu kommen, es braucht einen Turbo-Boost, um die Algorithmen auszutricksen.
The Empty Pub Tour 2021: 28. März bis 21. April
saintcityorchestra.com
Auf dem Lineup der virtuellen Tournee stehen Marius Bear, We Are Ava, Backwood, Kevin Staffa, Marius von der Jagdkapelle, Roger O’Dubler, Velvet Two Stripes und Tüchel. Sie führt in die Süd-Bar, ins Presswerk Arbon, ins Gallus Pub, das Roox, in die Rock Story, zu Schützengarten, in die Eventhalle Hektor und die Torpedo Bar.
Das Konzept der 15- bis 30-minütigen Episoden, die ab dem 28. März jeweils am Sonntag und am Mittwoch online gehen, ist so aufgebaut, dass alle Beteiligten profitieren. Zwei bis drei Songs werden gemeinsam performt, alle unplugged, ausserdem kommen die Gastmusiker*innen und Gastgeber*innen in kurzen Interviews zu Wort. Die ersten Episoden der Tour sind bereits produziert, ermöglicht unter anderem dank Geldern aus dem Corona-Transformationstopf des Kantons St.Gallen.
Anna Beck-Wörner hat ein Wiborada-Unterrichtsheft erarbeitet. Im Postenlauf, der durch St.Gallen führt, können Schüler:innen anhand von Wiboradas Lebensweg lehrplankonform Themen wie Gemeinschaft, Lebensform, Bücher oder Identität erarbeiten.
Am Wochenende bringt das Aufgetischt-Festival wieder über 100 Strassenkünstler:innen aus aller Welt in die Gassen der Stadt St.Gallen. Wir haben mit Daiana Mingarelli vom Duo Daiana Lou über die Eigen- und Besonderheiten des Busking gesprochen.
Heavy Psych Sounds Fest
Der peinliche bis inhaltsleere Auftritt des Tech-Faschisten Curtis Yarvin hat die Berichterstattung über das diesjährige St.Gallen Symposium dominiert. Am Montag haben – vor allem geisteswissenschaftliche – Exponent:innen der HSG in einem öffentlichen Gespräch versucht, Yarvins langen Schatten zu verwedeln.
Die St.Galler Theaterkompanie Rohstoff zeigt am 22. und 23. Mai ihr aktuelles Theaterstück in der Kellerbühne. Wie in einem Rausch erzählt Orlando* von Geschlechternormen, Grenzauflösungen und Verwandlungen.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Eleanor Antin ist seit 60 Jahren künstlerisch tätig. Früh hat sie sich mit Technologie, Rassismus und Genderfluidität beschäftigt, doch zwischenzeitlich war sie fast in Vergessenheit geraten. Nun macht die erste europäische Retrospektive Station im Kunstmuseum Liechtenstein.
Der Musiker und Künstler Nicolaj Ésteban veröffentlicht ein neues Album seiner Band Loveboy And His Imaginary Friends. Es führt in eine faszinierende Welt – und in sein Inneres, wo es manchmal dunkel ist.
Nach vierzig Jahren kehrt Guido R. von Stürler in die Kunsthalle nach Wil zurück. Der Künstler, mit einem Faible für Fliegen, zeigt in «Zwischen den Systemen – Kunst im vernetzten Jetzt» eine Werkübersicht, die Organisches und Digitales vereint.
Eine halbe Million weniger von Kanton und Stadt – trotzdem machen Konzert und Theater St.Gallen vorläufig keine Abstriche beim Programm. Die Spielzeit 26/27 kündigt «Grenzgänge» an, sehr zeitgemässe insbesondere im Schauspiel.
Die Kritik an der Einladung des extremistischen und techno-libertären US-Bloggers Curtis Yarvin ans St. Gallen Symposium war gross – und berechtigt. Trotzdem war sein Auftritt am Ende vor allem eines: entlarvend. Selten traten die Widersprüche, die Selbstüberschätzung und die intellektuelle Leere der Neuen Rechten so öffentlich zutage.
In eigener Sache
Historische Überlieferungen sagen oft mehr über die Geisteshaltung der Verfasser aus als über geschichtliche Tatsachen. Was lässt sich also gesichert über die historische Person Wiborada sagen? Eine quellenkritische Spurensuche.
Ein Jahrhundert nach Thomas Manns Roman greifen Karl Kave & Durian das Motiv neu auf und erzählen mit Zauberberg ein vielschichtiges Konzeptalbum über Pflege, Perspektiven und gut betuchte Damen.
Paris, New York, Shanghai, Ittingen: Mit Fabrice Hyber gastiert mal wieder ein international renommierter Künstler im Kunstmuseum Thurgau. Eine Begegnung.
Treueprobe, Verkleidungsspuk, Partner:innentausch: Così fan tutte scheint definitiv von vorgestern. Trotzdem lohnt sich Mozarts Oper auch jetzt wieder am Theater St.Gallen. Am Samstag war Premiere.
Das Kunstzeughaus Rapperswil-Jona zeigt seit dem 26. April die aktuelle Sammlungsausstellung «wohin – woher – womit». Mitgestaltet von Menschen aus der Region untersucht sie, wie Teilhabe in Museen künftig aussehen kann.
St.Gallen verliert das Spiel gegen Sion und macht so Thun zum Meister. Doch in St.Gallen denken längst alle an den anderen Titel, der dann in drei Wochen vergeben wird. Das Spiel gegen Sion zum Nachlesen gibt es trotzdem im SENF-Ticker.
Filmfestival in Frauenfeld
Buch zur Migration in die Ostschweiz