Jubiläum für die St.Galler Hochzeitsmesse: Die Zwanzigste! Munter weiter so, heisst es. Inzwischen sind aber Scheidungs- und Trennungsmessen im Kommen, in den USA, in Deutschland, Belgien und Polen. Hat man da etwas verpasst?
«Nein», meint Maya Frick, Leiterin der Fest- und Hochzeitsmesse bei den Olma Messen, auf unsere Frage an der Medienkonferenz. «Hochzeitsmessen und Scheidungsmessen, das geht auf keinen Fall zusammen.» – Und warum nicht? Im Pressetext liegt die Antwort: «Die Hochzeit ist ein aussergewöhnliches Fest. Sie will zum Ausdruck bringen, dass zwei Menschen das Glück der Liebe gefunden haben und es für immer festhalten wollen.»
Ein stimmiges Messekonzept, gewiss. Aber das Gegenteil ist gleichwohl möglich: «Neben der Scheidung soll auch der Neuanfang nicht zu kurz kommen!» Zitat aus dem Pressetext der ersten Scheidungsmesse in Deutschland, die just im Hochzeitsmonat Mai in der Westfalenhalle in Dortmund ihre Pforten öffnet.
Eventmanager Anton Barz hat 2007 die weltweit erste Scheidungsmesse in Wien über die Bühne gebracht, unter dem Leitmotiv: «Starte dein Leben neu». Im darauffolgenden Jahr fand eine Zweitauflage an der Donau statt. Inzwischen haben sich in den USA, in Belgien und in Polen Nachahmer gefunden.
Scheidungs- und Trennungsmesse auch in St. Gallen? Undenkbar! Man wolle Eheprobleme nicht thematisieren, sagt dazu Olma Direktor Nicolo Pagagnini. «Das kann nicht unsere Aufgaben als Messeveranstalter sein.» Man wolle eine Verkaufsplattform sein für Heirats- und nicht für Scheidungswillige.
Heiratsmessen gibt es inzwischen im In- und Ausland wie Sand am Meer. Der Konkurrenzdruck ist gross. Wie offen ist man auf diesem Hintergrund für Neues in St. Gallen, beispielsweise für die Eheschliessung Gleichgeschlechtlicher? Will man sich dieser wachsenden Kategorie öffnen? «Ja doch», meint Messeleiterin Maya Frick. «Die homosexuellen Paare sind bei uns in die Messe bereits integriert und wollen nicht anders behandelt werden als die Heteros.»
Ist heiraten wirklich ein Messegeschäft? Scheinbar schon. An der 20. Fest- und Hochzeitsmesse, die vom 18. bis 19. Januar erstmals und relaunched in der Halle 9 durchgeführt wird, verzeichnet 215 Aussteller; vornehmlich aus der Schmuck-, Mode und Beauty-Branche. Zudem sind mehrere Sonderausstellungen und eine aufwendige Modeschau angesagt. Erwartet werden an der Publikumsmesse zwischen 8’000 und 9’000 Besucherinnen und Besucher, hauptsächlich Heiratswillige und Festveranstalter.
Im Jubiläumsjahr führen die Olma Messen wegen des Wechsels im Ausstellungsturnus im Herbst eine zweite Fest- und Hochzeitsmesse durch. In St.Gallen ist die erste Messe dieser Art in der Schweiz ausgerichtet worden. Sie entstand in der Italo-Heiratsszene und war – bevor sie in die Olma Messen integriert wurde – eine Gastmesse. Inzwischen wird unter der Olma-Ägide eine gleiche Messe auch in Zürich durchgeführt.
Ist eine Scheidungs- und Trennungsmesse ein Geschäft? Die Veranstalter in Dortmund glauben ja. Als Aussteller haben sie Anwälte, Notare, Familien- und Paarberatungen, Partneragenturen, Versicherungen, Banken und Immobilienbüros verpflichten können. Ihr Markt: Scheidungswillige – auch in der Schweiz ein wirtschaftlich nicht zu unterschätzendes Potenzial. Immerhin gab es laut Bundesamt für Statistik im Jahr 2012 (aktuellste Zahlen) eine Scheidungsrate von 43.1 Prozent. 2010 lag sie bei 54.4 Prozent, und 2008 bei 48,4 Prozent. Die Rate wird pro Kalenderjahr erstellt und zeigt in diesem Zeitraum das Verhältnis zwischen geschlossenen und geschiedenen Ehen.
Heirats- und Scheidungsmessen lassen sich punkto Attraktionen wahrscheinlich gleich publikumswirksam gestalten. Für Ehewillige ist es die Romantikschaukel, auf der sich wie in St.Gallen die verliebten Paare zum Fotoshooting in Szene setzen, und auf einer Scheidungsmesse kann eine Achterbahn installiert werden, die den Trennungswilligen nochmals die Sausefahrt der Ehe verdeutlichen würde. Im Nachhinein vielleicht ein Spass.
Der WWF St.Gallen wird 50 Jahre alt. Sein Geschäftsleiter Lukas Indermaur zieht bei der Beurteilung der aktuellen Situation von Natur und Umwelt eine durchzogene Bilanz.
«Urs Frei. A – Z» im Kunstmuseum St. Gallen ist die erste Retrospektive zum ausserordentlichen Schaffen von Urs Frei (1958 – 2023). Rund 140 Arbeiten geben Einblick in ein Werk, das kaum zu fassen ist. Das gehört zu seiner Qualität.
Wie wollen wir künftig leben und unsere Nahrungsmittel produzieren? Die Ausstellung «How goes Tomorrow» der Ostschweizer Künstlerin Claude Bühler in der Shedhalle in Frauenfeld sensibilisiert für nachhaltige Handlungsstrategien.
«Das Kind zurücklassen? Wie kann man so dumm und herzlos sein», schreibt der Schweizer Autor Lukas Bärfuss über seine Mutter, die keine Mutter für ihn sein konnte. In seinem neuen Buch schaut er in die Vergangenheit und hat Verständnis, nicht für die Mutter, aber doch für diese Frau, die nie Glück und immer zu wenig Geld hatte.
Gaal, Görtler und Witzig schiessen St. Gallen zum langersehnten Cupsieg!
Die Medikamentenversuche von Münsterlingen als Teil eines Vampir-Musicals? Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Die Bühne Mammern wagt den Versuch. Ab 29. Mai im Zirkuszelt.
Die diesjährige Kulturlandsgemeinde findet entlang der Bahnlinie zwischen Gossau und Wasserauen statt. Es ist ein interdisziplinäres Experimentzwischen Kunst, Gesellschaft und Aktivismus. Ausserdem stellt die Kulturlandsgemeinde künstlerisch und organisatorisch die Weichen für die Zukunft.
Am Samstag findet in St.Gallen erstmals das Punkfestival El Cartel statt. Es soll dazu beitragen, die Szene zu stärken. Dabei fehlt es gerade in St.Gallen an Nachwuchs.
Seit 40 Jahren macht die Bibliothek Wyborada in St.Gallen sichtbar, was lange fehlte: Literatur von und über Frauen. Heute sind Autorinnen und feministische Themen zwar stärker präsent in der Öffentlichkeit, doch die Relevanz der Bibliothek ist nach wie vor gross.
Mit einer Interpellation greifen SVP und EDU im St.Galler Kantonsrat den ausserschulischen Aufklärungsunterricht an. Und mit Unterstützung des «Lehrernetzwerks Schweiz» wollen Eltern aus Bütschwil eine Mitarbeiterin der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen vor Gericht bringen. Dahinter steckt eine orchestrierte Aktion.
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Naturmuseum Thurgau
Das St.Galler Theater Trouvaille entdeckt den Musiker und Juristen Mani Matter neu. «’S isch einisch eine gsy»– 90 Jahre Mani Matter verbindet zahlreiche Lieder und literarische Texte des Berners zu einem abendfüllenden Programm. Saiten hat mit dem Theaterleiter Matthias Flückiger gesprochen.
Vier Jahre nach ihrem Debüt kehren Lev Tigrovich mit einer neuen EP zurück. Diese handelt von Kontrollverlust, Illusionen und grossen Gefühlen – und enthält erstmals einen Song, der nicht auf Russisch gesungen ist.
Im letzten Spiel der Saison trifft der FC St.Gallen auf den neuen Schweizer Meister aus Thun - einen Sieger gibt es nicht.
Caline Aoun interessieren die Momente der Veränderung, die Übergänge und Zustände. Ihre Ausstellung in Kunstmuseum und Kunsthalle Appenzell wird zum Ende der sechsmonatigen Laufzeit eine andere sein als zu Beginn.
Der 1100. Todestag von Wiborada – Inklusin, Stadtheilige und Projektionsfläche – ist zurzeit Thema vielfältiger Aktivitäten. Zu den Highlights gehört eine mutmassliche Unterschrift, zu besichtigen in der Ausstellung im St.Galler Regierungsgebäude.
Gastkommentar
Anna Beck-Wörner hat ein Wiborada-Unterrichtsheft erarbeitet. Im Postenlauf, der durch St.Gallen führt, können Schüler:innen anhand von Wiboradas Lebensweg lehrplankonform Themen wie Gemeinschaft, Lebensform, Bücher oder Identität erarbeiten.
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