Kategorie
Autor:innen
Jahr

Boxenstopp in der Thurgauer Kulturpolitik

Die Thurgauer Kantonsregierung hat sich mit den Richtlinien für die Legislatur 2016 bis 2020 kulturpolitisch hohe Ziele gesteckt. Wir haben mit der Leiterin des Amtes für Kultur, Martha Monstein, darüber gesprochen.
Von  Harry Rosenbaum
Zwei grosse Baustellen in der Thurgauer Kulturlandschaft: das Kunstmuseum (Bild) und das Historische Museum.

Saiten: Das Kunstmuseum und das Historische Museum sind in der Thurgauer Kulturlandschaft zwei grosse Baustellen. Insgesamt soll aber die Stellung aller kantonalen Museen als Erlebnis-, Bildungs- und Erfahrungsorte gestärkt werden. Wie soll das konkret vor sich gehen?

Martha Monstein: Ein Schwerpunkt in den kommenden Jahren ist die Entwicklung einer Museumsstrategie mit den entsprechenden Massnahmen zur Umsetzung der Strategie. Wir stehen ganz am Anfang dieses Prozesses, der sich über längere Zeit hinziehen wird. Wichtigstes Ziel ist die Stärkung der Museumslandschaft im Hinblick auf die wachsenden Herausforderungen, denen sich die Museen stellen müssen.

Der Thurgau hat sechs kantonale Museen und eine hohe Dichte an regionalen Sammlungen und regionalen Museen. Mit einer gesamtkantonalen Strategie wollen wir dies vermehrt sichtbar machen. Wirksame Massnahmen könnten zum Beispiel verstärkte Kooperationen zwischen kantonalen und auch privaten beziehungsweise lokalen Museen sein, etwa die Entwicklung einer Dachmarke. Es sind Bestrebungen im Gange, die Aktivitäten der einzelnen Museen zu koordinieren. Das braucht Zeit und erfordert auch Professionalität.

Seit dem Bundesgerichtsentscheid vom April 2015 sind die Sanierung und die Erweiterung des Kunstmuseums Thurgau gestoppt worden. Geplant sind jetzt ein neues Projekt und eine neue Projektorganisation am bisherigen Standort. Die Planung für ein Historisches Museums im Kornhaus Romanshorn ist gescheitert. Der Kanton prüft nun andere Standorte. Wie ist der aktuelle Stand auf diesen Museumsbaustellen?

Martha_Monstein

Martha Monstein (Bild: kulturamt.tg.ch)

Die Diskussionen über die baulichen Projekte der beiden Museen sind schon lange im Gange und waren leider bisher nicht erfolgreich. Nun geht es darum, herauszufinden, welche Lösungen Sinn machen und was man mit den Museen überhaupt erreichen will. Man wird sich auch überlegen müssen, wie Abstimmungen über Museumsvorlagen gewonnen werden können. Im kommenden Herbst will die Kantonsregierung entscheiden, wie es weitergehen soll beim Kunstmuseum und beim Historischen Museum.

Bei der Kulturvermittlung soll die Kooperation im Bodenseeraum und in der Ostschweiz verstärkt werden. Stösst dieses Vorhaben auf Gegeninteresse bei den Kulturanbietern in der Region, und sind schon entsprechende Projekte aufgegleist?

Die Ämter für Kultur der Kantone AR, SG und TG haben bereits erfolgreich gemeinsam das Kooperationsprojekt «kklick – Kulturvermittlung Ostschweiz» aufgebaut. Die Internet-Plattform kklick.ch bietet insbesondere Lehrpersonen eine zentrale Anlauf- und Auskunftstelle rund um den Bereich der Kulturvermittlung. Mit unserem Schwerpunkt in der Kulturvermittlung wollen wir das Angebot ausbauen und einzelnen Institutionen ermöglichen, unter Beizug professioneller Vermittlungspersonen die Kulturvermittlung auszubauen. Ein weiteres Beispiel für die interkantonale Zusammenarbeit sind die Schultheatertage, die im März zum zweiten Mal stattgefunden haben.

Der Kanton Thurgau will die Regionalträgerschaften der Kulturförderung und Kulturpflege stärken und den niederschwelligen Zugang zu Kunst und Kultur fördern. Wie muss man sich das vorstellen?

Im Thurgau gibt es viele Gemeinden, die sich zu regionalen Kulturpools zusammengeschlossen haben. Ziel dieser Pools ist es, auf regionaler Ebene das kulturelle Leben zu fördern und den Bedürfnissen einer Region gerecht zu werden. Der Kanton unterstützt diese Bestrebungen, indem er die Beiträge an die Gemeinden verdoppelt. Da noch nicht in allen Regionen Kulturpools existieren, wollen wir unterstützend wirken, so dass die Lücken im Kanton geschlossen werden können.

Bei der Kulturpflege stehen neben dem Schwerpunkt der Museumsstrategie die regionalen Museen im Fokus. Der Kanton will sie den Möglichkeiten entsprechend unterstützen und beraten. Die Museen erhalten projektbezogene Beiträge aus dem Lotteriefonds, damit sie sich zum Beispiel in der Kulturvermittlung weiterentwickeln können.

Wir hoffen, mit unseren Bemühungen in der Kulturförderung, der Kulturpflege und der Kulturvermittlung einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität im Kanton zu leisten, denn der Reichtum einer Gesellschaft ist die Vielfalt ihres kulturellen Lebens und die Teilhabe möglichst vieler daran.

HistorischesMuseum Thurgau

Das Historische Museum Thurgau (Bilder: pd)

Vorwurf der Filzokratie an die Kulturstiftung

Kulturförderung im Thurgau löst nicht nur eitel Freude aus. Die unabhängige Kulturstiftung des Kantons Thurgau, mit der die Regierung eng zusammenarbeitet, trifft aus Kreisen der SVP der Vorwurf der Filzokratie. In einer Interpellation von Kantonsrat Urs Martin, die von der Regierung noch nicht beantwortet ist, heisst es, dass die Stiftung in den Jahren 2010 bis 2014 über eine halbe Million Franken an Stiftungsräte oder an ihnen nahestehende Kulturorganisationen bezahlt habe. Neben der staatlichen Kulturförderung obliegt es der Stiftung, die seit 25 Jahren aktiv ist, zeitgenössisches Kulturschaffen mit Geldern aus dem Lotteriefonds zu unterstützen.

Laut den Satzungen der Stiftung müssen dem neunköpfigen Stiftungsrat je drei Kulturschaffende, Kulturvermittler und Vertreter des öffentlichen Lebens angehören. So kommt es vor, dass eben auch die Kulturschaffenden im Stiftungsrat gelegentlich Fördergelder für konkrete Projekte erhalten.

SVP-Politiker Martin passt das nicht. Darum verlangt er in seiner Interpellation, dass in den Stiftungsrat künftig nur noch Mitglieder gewählt werden, die sowohl kulturell kompetent als auch bereit sind, während ihrer Mandatszeit für sich und für ihnen nahestehende Kulturorganisationen auf Förderbeiträge der Stiftung zu verzichten.

Gerade so gut könnte Martin fordern, dass seine unternehmerisch tätigen SVP-Kollegen im Kantonsparlament Staatsaufträge ausschlügen.

FC St.Gal­len vs. FC Si­on – St. Gal­len un­ter­liegt Si­on mit 0:3.

St. Gal­len star­te­te gut in die Par­tie, agier­te aber oft­mals zu um­ständ­lich ge­gen tief ver­tei­di­gen­de Sit­te­ner und blieb letzt­lich glück­los. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Mit Sound und Vi­su­als ge­gen den Öko­kol­laps

Die zwei­te Aus­ga­be des au­dio­vi­su­el­len Fes­ti­vals Su­s­ur­rus in der Mü­le­nen­schlucht wid­met sich der «mehr-als-mensch­li­chen» Mit­welt. Mit akus­ti­schen und per­for­ma­ti­ven In­ter­ven­tio­nen er­kun­det das Fes­ti­val neue For­men der Be­zie­hung zwi­schen Mensch und Na­tur. 

Von  Lilli Kim Schreiber

Neue Sai­son un­ter be­son­de­ren Vor­zei­chen

Das Thea­ter an der Gren­ze in Kreuz­lin­gen star­tet heu­te in die neue Spiel­zeit. Kürz­lich ver­starb die prä­gen­de Co-Prä­si­den­tin An­na Rink. Aus­ser­dem fällt der bis­he­ri­ge Spiel­ort im Kul­tur­zen­trum Kult-X bis En­de 2027 weg. Wie der Ver­ein die­se Hür­den meis­tert, er­zäh­len Prä­si­den­tin Vro­ni El­len­br­oek und Klaus Okraf­ka aus der Pro­gramm­lei­tung im In­ter­view.

Von  Judith Schuck
Theater an der Grenze Klaus Ofraka und Vroni Ellenbroek

Dampf auf dem Kes­sel

Auf sei­nem neu­en So­lo­al­bum the­ma­ti­siert Ma­nu­el Stahl­ber­ger die Über­hit­zung. Die kli­ma­ti­sche, die ge­sell­schaft­li­che, die po­li­ti­sche. Ge­mein­sam mit Bit-Tu­ner hat der St.Gal­ler Mu­si­ker da­für ei­nen düs­te­ren, elek­tro­ni­schen Sound ge­fun­den.

Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

Von  René Hornung
2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
2609 Redeplatz Karin Tobias 01

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

Von  Marion Loher
Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

Von  Lilli Kim Schreiber
Regula Syz 2

Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

Von  Liliia Matviiv

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
Bild 08 07 24 um 07 42

Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
2609 Staetevergleich 4 D3 A9291

Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
B 8

«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 17 40

Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

Von  Redaktion Saiten
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 08 43

Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
IMG 5826 Paul Trummer 2

Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

Von  Shqipton Rexhaj
IMG 1558

Musik am See

Pia­no­klän­ge für al­le

Von  Vera Zatti
IMG 0757 2