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Es rumort in Winterthurs Kulturszene

Winterthur spart, Winterthur wählt und Winterthur diskutiert – über Kultur.

Von  Katharina Flieger

Am Donnerstag wurde in Winterthur über die Bedeutung der Kultur für die Stadt, und wie sie finanziert werden soll, diskutiert. Das von der SP organisierte Podiumsgespräch mit den Gemeinderäten Ursina Meier (SP),
 Christoph Magnusson (FDP
), Beat Meier (GLP, Stadtratskandidat), 
Reto Diener (Grüne), 
Klaus Brand (CVP) und 
Lilian Bannholzer (EVP) im Salzhaus Winterthur wurde von Pascal Gutknecht moderiert (Radio Stadtfilter) und lief unter dem Motto «Kultur, Kulturpolitik und Freiräume in Winterthur». Grosse Abwesende: Die SVP.

P1020681Das Salzhaus war sehr gut besucht, fast schon überfüllt, vertreten waren jung und alt, Nischen- und Leuchtturm-Kultur. Nebst persönlicher kultureller Vorlieben der Gemeinderäte und Lippenbekenntnissen zur Kultur fand wenig statt, konkrete Ideen waren rar. So wurde die Diskussion fast spannender, als sie nach gut einer Stunde fürs anwesende Publikum geöffnet wurde.

Diskussionsstoff gibt es zurzeit mehr als genug, denn in Winterthur kommt vieles zusammen: eine Budgetkürzung von gut 12 Millionen Franken in allen Lebensbereichen, Gesamterneuerungswahlen des Stadt- und Gemeinderates, Unzufriedenheit im Kulturbereich. Dass sich etwas tut in der ehemaligen Sulzerstadt, zeichnet sich schon länger ab: Im April 2012 wurde die Kulturlobby gegründet, ein Netzwerk von über 50 Institutionen aus dem Kulturbereich. Ziel war es laut Rolf Heusser vom Filmfoyer Winterthur und Koordinator der Kulturlobby, eine Plattform zu bilden und den Politikern auf die Finger zu schauen.

Für die Gemeinderatswahl vom 9. Februar nun hat die Kulturlobby eine Wahlempfehlung veröffentlicht. Die Liste umfasst 86 Kandidierende, die unabhängig von ihrer parteipolitischen Zugehörigkeit als kulturaffin eingeschätzt werden. Als Basis diente eine Online-Umfrage, welche an sämtliche Kandidaten zugeschickt wurde. Der Rücklauf betrug knappe 20 Prozent.

Dass auf dieser Liste nun auch Mitglieder der GLP vertreten sind, sorgt innerhalb der Kulturszene für Diskussionsstoff: Angehörige dieser Partei haben sich, um eine Steuererhöhung um jeden Preis zu verhindern, in den Budgetdebatten im Dezember keineswegs kulturaffin verhalten. Was im Laufe der Diskussion offenkundig wird: Fragebögen ausfüllen ist immer noch einfacher, als Position zu beziehen, wenn es um die Sache geht. Und auch hier: Die SVP glänzte mit Abwesenheit, kein einziger ausgefüllter Fragebogen fand den Weg zurück.

Kultur als Privatsache

Kultur als Privatangelegenheit: Diese Sichtweise kommt immer dann verstärkt zum Zuge, wenn die öffentlichen Mittel knapp werden. So argumentiert auch FDP-Gemeinderat Magnusson: «Kultur ist nicht primär eine politische Angelegenheit, sondern ein privates Thema». Auftrag der Stadt sei es indes, gute Rahmenbedingungen für kulturelle Anlässe zu schaffen.

P1020683Die Definition dieser Rahmenbedingungen war denn auch ein intensiv diskutiertes Thema, angesichts des immer knapper werdenden Raumes allerdings eine recht trostlose Angelegenheit. Überraschend einig schienen sich die Kandidaten einzig beim Thema vereinfachter Bewilligungspraxis, ein erfreuliches Signal und die Möglichkeit, etwas Druck abzulassen in der angespannten Situation der Kulturveranstalter.

Uneinig sind sich sachgemäss nicht nur die Politiker, auch die Kulturschaffenden ziehen nicht alle am selben Strang. Diesen Montag beschäftigt sich der Gemeinderat ein weiteres Mal mit der Kultur. Auf der Traktandenliste steht die Verlängerung der Subventionsverträge mit 17 kulturellen Institutionen. Diese sollen interimistisch für die Jahre 2013 – 2017 übernommen werden, neue Verträge sollen erst auf Basis des geplanten neuen Kulturleitbildes ausgehandelt werden. Für den Tag der Abstimmung ist auf Initiative einzelner Kulturschaffender (Andres Valer und Tom Lang) im Winterthurer Rathausdurchgang eine Kulturdemo geplant, allerdings: Die Kulturlobby hat sich dagegen ausgesprochen, der Zeitpunkt sei ungünstig.

Das aktuelle Winterthurer Kulturleitbild stammt von 2003 und ist äusserst umfangreich, Leitbild und Massnahmeplan in einem. Ein neues ist derzeit in Entwicklung. In einem ausgeklügelten Prozess soll es unter der Leitung von Nicole Kurmann (Bereichsleitung Kultur der Stadt Winterthur) und unter Einbezug diverser kultureller Institutionen bis Anfang 2015 ausgearbeitet werden. Erst dann werden die Karten neu gemischt.

Die richtig schmerzhaften Diskussionspunkte wie etwa der Fortbestand der Villa Flora oder die zukünftige Finanzierung des Museum Oskar Reinhart sind somit nur aufgeschoben.

Bilder: Johannes Pietsch

Neu­start für Me­ter und Off­cut

Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

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WG gaf­fen

Ei­ne neue SRF-Se­rie por­trä­tiert ei­ne elf­köp­fi­ge WG aus St.Gal­len. End­lich wie­der mal ei­ne se­hens­wer­te SRF-Pro­duk­ti­on, fin­det Sai­ten-Au­tor An­di Gi­ger.

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FC St.Gal­len vs. FC Nordsjæl­land – St. Gal­len un­ter­liegt Nordsjæl­land mit 2:3

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Senf
Heftvorschau 09/26
Luzern Winti St.Gallen, Neonazipfarrer, A(nita) bis Z(immermann)

Drei Kul­tur­ma­ga­zi­ne tun sich zu­sam­men, ver­glei­chen ih­re Städ­te und die Her­aus­for­de­run­gen, de­nen die Kul­tur ge­gen­über­steht. Sai­ten hat die Kol­leg:in­nen vom «Coucou» in Win­ter­thur be­sucht und das «Null41» war in St.Gal­len zu Be­such. Aus­ser­dem im Sep­tem­ber­heft: lau­ter Ju­bi­lä­en – von Ani­ta Zim­mer­mann über das Fi­gu­ren­thea­ter bis zur Mu­se­ums­nacht –, ein Pfar­rer auf brau­nen Ab­we­gen, ei­ne Fla­schen­post aus Af­gha­ni­stan und ein In­ter­view zum Hit­ze­som­mer und dem Kli­ma­wan­del.

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Mehr Di­ver­si­tät, mehr Durch­mi­schung

An sei­ner ers­ten Pres­se­kon­fe­renz als Lei­ter der St.Gal­ler Kel­ler­büh­ne schil­dert Hü­sey­in Cir­pi­ci sei­ne Ein­drü­cke der Stadt und ver­rät, was das Pu­bli­kum un­ter sei­ner Re­gie er­war­tet.

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Him­mels­stür­mend und oh­ren­be­frei­end

Der St.Gal­ler Kom­po­nist Charles Uz­or hat ei­ne Art po­li­ti­sches Ora­to­ri­um ge­schrie­ben. Am Sonn­tag wur­de es in der Kir­che Tro­gen auf­ge­führt: The Gre­at Wall. A La­by­rinth mit dem gran­dio­sen New Yor­ker Vo­kal­ensem­ble Ek­me­les.

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Arthur Stobete nah

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Ei­ne Por­ti­on Kunst

Im Kunst Kon­tor Ror­schach lud der Künst­ler Fe­lix Stöck­le zu ei­nem Din­ner, ei­ner Aus­stel­lung, ei­nem Hap­pe­ning – zwi­schen Fi­ne Di­ning, Ke­ra­mik, pop­kul­tu­rel­len Re­fe­ren­zen und der al­ten Idee ei­nes ge­teil­ten Ti­sches.

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Hür­de um Hür­de

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Raum­pla­nung als He­bel ge­gen die Woh­nungs­kri­se

Ber­lin­gen hat ei­ne neue Me­tho­de der In­ter­es­sen­ab­wä­gung ent­wi­ckelt: ei­ne Ana­ly­se des Orts­bilds als Grund­la­ge, um die wert­vol­le Bau­kul­tur zu er­hal­ten und gleich­zei­tig die In­nen­ent­wick­lung vor­an­zu­brin­gen. Nun steht die Ver­an­ke­rung in der Orts­pla­nung an.

Von  Rahel Lämmler
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Nach dem Rück­tritt von Pe­ter Jans: Das Ren­nen um den va­kan­ten Stadt­rats­sitz ist er­öff­net

SP-Mann Pe­ter Jans tritt En­de Ju­ni 2027 aus der St.Gal­ler Stadt­re­gie­rung zu­rück. In sei­ner Par­tei star­tet die Su­che nach ei­ner Nach­fol­ge mit ei­nem kla­ren Fa­vo­ri­ten. Bei den Bür­ger­li­chen sind Schmie­de für ei­ne gros­se Al­li­anz ge­fragt.

Von  Reto Voneschen
Offizielles bild stadtrat 2021 Bild PD Ueli Steinbgruber

Ein Tau­mel von Grün

Im Bo­ta­ni­schen Gar­ten St.Gal­len geht es ab nächs­ten Sams­tag wun­der­sam zu und her: Künst­ler:in­nen aus ver­schie­de­nen Spar­ten la­den zum sze­ni­schen Rund­gang un­ter dem Ti­tel In der Däm­me­rung wächst ein Flüs­tern. Ein Pro­ben­be­such.

Von  Peter Surber
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In den Wald hin­ein

Der Dra­ma­ti­ker An­dre­as Sau­ter liest am 27. Au­gust im Li­te­ra­tur­haus Thur­gau aus sei­nem un­fer­ti­gen Ma­nu­skript Ein­bruch der Wild­nis. Im Zen­trum des Werks steht die Fra­ge, was es für ei­nen ge­sell­schaft­li­chen Wan­del braucht.

Von  Vera Zatti
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«Ich bin mir voll­kom­men fremd, wenn ich nicht schrei­be»

Die deut­sche Fil­me­ma­che­rin Re­gi­na Schil­ling bringt zum 100. Ge­burts­tag von In­ge­borg Bach­mann Je­mand, der ein­mal ich war ins Ki­no. Der Do­ku­men­tar­film ver­knüpft gross­ar­ti­ge Ar­chiv­auf­nah­men mit fik­tio­na­len Sze­nen aus dem letz­ten Le­bens­jahr der Dich­te­rin zu ei­nem zu­gäng­li­chen Plot.

Von  Eva Bachmann
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Zu Be­such in der El-Hi­da­je-Mo­schee 

Die SVP macht seit Wo­chen Stim­mung ge­gen die ge­plan­te neue Mo­schee der al­ba­nisch-is­la­mi­schen Ge­mein­schaft El-Hi­da­je in St.Gal­len. An­läss­lich ei­nes öf­fent­li­chen Rund­gangs der SP stell­ten die Ver­ant­wort­li­chen das Pro­jekt vor – und räum­ten mit vie­len Vor­ur­tei­len auf.

Von  David Gadze
El hidaje rundgang david gadze

Ein le­ben für die Kunst

Jim Di­ne ge­hört zu den be­deu­tends­ten zeit­ge­nös­si­schen Künst­ler:in­nen. Seit ein paar Jah­ren er­schafft er sei­ne Skulp­tu­ren vor­nehm­lich im Sit­ter­tal. In die Kunst­gies­se­rei ver­lieb­te sich der Pop-Art-Pio­nier bei sei­nem ers­ten Be­such vor fast 20 Jah­ren.

Von  David Gadze
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Noch mehr Spit­zen­ar­chi­tek­tur für die HSG

Al­les deu­tet drauf hin, dass die Uni St.Gal­len dem­nächst in den bis­he­ri­gen Haupt­sitz der Hel­ve­tia-Ver­si­che­rung, ge­plant vom Bas­ler Ar­chi­tek­tur­bü­ro Her­zog und de Meu­ron, als zwei­ten gros­sen Stand­ort auf dem Ro­sen­berg ein­zie­hen kann. Zu­sätz­lich ist ein Holz­bau mit Se­mi­nar­räu­men in Pla­nung.

Von  René Hornung
Hekvetia Hd M