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Vergänglichkeit, Kitsch und Tatendrang: Unsere Wartesongs zum Ersten

Passend zum April-Heft stellt die Saiten-Redaktion ihre düstersten, hoffnungsvollsten oder einfach besten Songs zum Warten vor. Teil 1: Von Cat Power bis Tocotronic.
Von  Urs-Peter Zwingli

Cat Power – Rockets

«Take, take as much as you can / ‚cause you know it’s going so fast…», singt Cat Power in Rockets, einem ihrer rohen Frühwerke, und beschreibt so ein grosses Dilemma des Wartens: Der Wartende spürt die Vergänglichkeit des Lebens oft besonders intensiv, kann aber nichts dagegen tun: Die Zeit rinnt ihm so unaufhaltsam durch die Finger. Zudem ganz einfach ein grandioser Song, der mit treibenden Gitarren und der brüchigen Stimme von Cat Power perfekt ist, um ziellos durch eine verregnete und/oder unbekannte Stadt zu laufen.

 

 

Fugazi – Waiting Room

Abgesehen davon, dass es sich hier um einen Klassiker des Hardcore-Punk mit einer extrem catchy Bassline handelt, dreht sich auch dieser Song textlich voll und ganz ums Warten: Sänger Ian MacKaye beschreibt die (gesellschaftliche?) Lethargie rund um ihn herum – und ruft in der letzten Strophe unmissverständlich zum Handeln, zur Bewegung auf: «But I don’t sit by idly / I’m planning a big surprise / I’m gonna fight for what I want to be!»

 

 

Tocotronic – Drüben auf dem Hügel

Tocotronic haben den schrammligen Schrebergarten, von dem sie in diesem Sehnsuchtssong berichten, längst verlassen –  musikalisch stehen die Hamburger heute an einem völlig anderen Ort. Und trotzdem spielt die Band Drüben auf dem Hügel immer wieder mal live. Und wie verdammt simpel und vielleicht sogar kitischig man den Song auch finden mag: Er funktioniert noch immer.

 

 

The Smiths – Please Please Please let me get what I want

Nochmals einer mit Kitschverdacht. Aber der schleicht sich beim Thema Warten ja schnell ein. Und in diesem Smiths-Song wartet einer schon sein ganzes Leben, auf was auch immer. Das ist hart und zählt zur obersten Wartestufe.

 

Teil 2 folgt demnächst auf saiten.ch.

 

Titelbild: Die Sängerin Chan Marshall – alias Cat Power – singt über das Dilemma des Wartens.

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