Lange genug sassen wir auf trockenen Ohren. Und man weiss ja nie, wann der nächste Lockdown kommt. Gut, dass die Macher:innen des Poolbar-Festivals in Feldkirch für diesen Sommer wieder ein ganz feines Programm zusammengestellt haben.
«Nischen bis Pop!» ist ab dem 8. Juli sechs Wochen lang das Motto im Alten Hallenbad und im Reichenfeldpark, der jedes Jahr eigens für das Festival mit Street Art, Design und Kunst neu bestückt wird. Und heuer ganz frisch zu bestaunen: Upcycling-Design – der eine oder andere Sprung über den Rhein lohnt sich also definitiv.
Poolbar-Festival 2021:
8. Juli bis 15. August, Reichenfeldpark und Altes Hallenbad Feldkirch
poolbar.at
Wie gewohnt bietet das Festival auch 2021 weit mehr als nur Konzerte, Poetryslam und Kabarett in sommerlichem Ambiente. Parallel zum hauptsächlich musikalischen Programm im Hallenbad wurde 2019 das Raumfahrtprogramm erfunden, ein diskursives Format mit Lesungen, Gesprächen, Kulinarischem und Workshops, das die Teilnehmer:innen an neue, grösstenteils ungenutzte Orte in der Umgebung führt, die temporär bespielt werden. Der Eintritt ist mit wenigen Ausnahmen frei und das Poolcar, eine umgebaute Piaggio Ape, die als technische Basis und mobile Bar dient, stets mit von der Partie.
24. Juli: Veloexkursion und Kochworkshop zum Thema «Teil der Natur sein»
«Leerstand», auch im weiteren Sinn, ist dabei das verbindende Element, vom urbanen Raum bis zur Waldlichtung. 2021 beschäftigt sich das Raumfahrtprogramm unter anderem mit den Themen «Menstruation – eine Geschichte voller Missverständnisse» und «Teil der Natur sein», wobei auch eine Veloexkursion und ein Kochworkshop stattfinden. Aktiv einbringen kann man sich auch im «Demokratie Repair Café». Und wer sich lieber zurücklehnen mag, sollte sich die «Ticketliteratur-Lesung» in der Agenda anstreichen.
Oder die sonntäglichen Jazz-Frühstücke für die ganze Familie. Oder die Kopfhörer-Filmabende unter vorarlbergischem Sternenhimmel mit anschliessendem Pool-Quiz im Freibad. Gezeigt werden unter anderem I Am Greta, der vielbeachtete Dokfilm über die Klimaaktivistin Greta Thunberg, die Tragikomödie Oh Boy, das Roadmovie 303 und die einfühlsame Migrationsgeschichte Minari – Wo wir Wurzeln schlagen. Filmstart ist jeweils um 21 Uhr.
Zünftig was auf die Ohren gibt es wie immer drinnen, im Alten Hallenbad. Vom Geheimtipp bis zu den grossen Kisten ist auch in diesem Sommer wieder alles dabei. Zum Beispiel Alice Phoebe Lou, Keziah Jones, Mighty Oaks, Cari Cari, 5K HD, The Notwist, Patrice, James Hersey, Stu Larsen, Sharktank oder Dorian Concept. Und ein Kabarettabend mit Stermann & Grissemann. Gemma durchdrahn!
Alice Pheobe Lou: am 16. Juli auf der Terrasse
Drei Kulturmagazine tun sich zusammen, vergleichen ihre Städte und die Herausforderungen, denen die Kultur gegenübersteht. Saiten hat die Kolleg:innen vom «Coucou» in Winterthur besucht und das «Null41» war in St.Gallen zu Besuch. Ausserdem im Septemberheft: lauter Jubiläen – von Anita Zimmermann über das Figurentheater bis zur Museumsnacht –, ein Pfarrer auf braunen Abwegen, eine Flaschenpost aus Afghanistan und ein Interview zum Hitzesommer und dem Klimawandel.
An seiner ersten Pressekonferenz als Leiter der St.Galler Kellerbühne schildert Hüseyin Cirpici seine Eindrücke der Stadt und verrät, was das Publikum unter seiner Regie erwartet.
Der St.Galler Komponist Charles Uzor hat eine Art politisches Oratorium geschrieben. Am Sonntag wurde es in der Kirche Trogen aufgeführt: The Great Wall. A Labyrinth mit dem grandiosen New Yorker Vokalensemble Ekmeles.
An den Appenzeller Bachtagen erklärte die Medienwissenschaftlerin Mercedes Bunz, weshalb die künstliche Intelligenz kreativ sein kann – und warum sie dennoch grundlegend anders arbeitet als der Mensch.
Kunstausstellung
Gesellschaftskritik, Wirbelsäulen und Gelenke, die keine sind. Im Rahmen einer Zwischennutzung zeigen vier Kunstschaffende noch bis zum 29. August ihre Arbeiten im Kubik-Areal in St. Gallen.
Die Kultur hat keine Lobby? Am Stadtkulturgespräch vom Donnerstagabend im Talhof war sie da: Vertreter:innen von acht Berufsverbänden stellten sich vor. Brennendstes Thema waren einmal mehr die Honorare.
Im Kunst Kontor Rorschach lud der Künstler Felix Stöckle zu einem Dinner, einer Ausstellung, einem Happening – zwischen Fine Dining, Keramik, popkulturellen Referenzen und der alten Idee eines geteilten Tisches.
Nach zehn Jahren in der Schweiz wollte sich Samira Rahim mit ihrer Familie einbürgern lassen. Die zahlreichen bürokratischen Hindernisse und die hohen Kosten brachten die Familie zeitweise fast dazu, aufzugeben.
Berlingen hat eine neue Methode der Interessenabwägung entwickelt: eine Analyse des Ortsbilds als Grundlage, um die wertvolle Baukultur zu erhalten und gleichzeitig die Innenentwicklung voranzubringen. Nun steht die Verankerung in der Ortsplanung an.
SP-Mann Peter Jans tritt Ende Juni 2027 aus der St.Galler Stadtregierung zurück. In seiner Partei startet die Suche nach einer Nachfolge mit einem klaren Favoriten. Bei den Bürgerlichen sind Schmiede für eine grosse Allianz gefragt.
Im Botanischen Garten St.Gallen geht es ab nächsten Samstag wundersam zu und her: Künstler:innen aus verschiedenen Sparten laden zum szenischen Rundgang unter dem Titel In der Dämmerung wächst ein Flüstern. Ein Probenbesuch.
Der Dramatiker Andreas Sauter liest am 27. August im Literaturhaus Thurgau aus seinem unfertigen Manuskript Einbruch der Wildnis. Im Zentrum des Werks steht die Frage, was es für einen gesellschaftlichen Wandel braucht.
Die deutsche Filmemacherin Regina Schilling bringt zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann Jemand, der einmal ich war ins Kino. Der Dokumentarfilm verknüpft grossartige Archivaufnahmen mit fiktionalen Szenen aus dem letzten Lebensjahr der Dichterin zu einem zugänglichen Plot.
Die SVP macht seit Wochen Stimmung gegen die geplante neue Moschee der albanisch-islamischen Gemeinschaft El-Hidaje in St.Gallen. Anlässlich eines öffentlichen Rundgangs der SP stellten die Verantwortlichen das Projekt vor – und räumten mit vielen Vorurteilen auf.
Jim Dine gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstler:innen. Seit ein paar Jahren erschafft er seine Skulpturen vornehmlich im Sittertal. In die Kunstgiesserei verliebte sich der Pop-Art-Pionier bei seinem ersten Besuch vor fast 20 Jahren.
Alles deutet drauf hin, dass die Uni St.Gallen demnächst in den bisherigen Hauptsitz der Helvetia-Versicherung, geplant vom Basler Architekturbüro Herzog und de Meuron, als zweiten grossen Standort auf dem Rosenberg einziehen kann. Zusätzlich ist ein Holzbau mit Seminarräumen in Planung.
Der FC St.Gallen zeigt sich gegen Sheriff Tiraspol von seiner besten Seite und gewinnt das Spiel nicht nur souverän, sondern auch hoch mit 5:1. Weiter geht's im Playoff gegen den FC Nordsjælland aus Dænemark.
Jubiläum
Durch bunte Galaxien bis in ein Meer aus Katzenstreu. Die Ausstellung «Hinter’m Mond» vom Künstler:innenkollektiv U5 und Monika Stalder im Stellwerk in Heerbrugg lädt zu einer intergalaktischen Reise ein.