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Auf der Zielgeraden

Vorstand Verein Kultur und Eventhaus Zeltainer (KEZ) (v.l.n.r. Heinz Störi, Raphael Gygax, Martin Sailer / Beisitzer und Geschäftsführer, Katrin Frick / Präsidentin Verein KEZ, Rudolf M. Fürrer, Adrian Gmür) (Bild: pd)

Vorstand Verein Kultur und Eventhaus Zeltainer (KEZ) (v.l.n.r. Heinz Störi, Raphael Gygax, Martin Sailer / Beisitzer und Geschäftsführer, Katrin Frick / Präsidentin Verein KEZ, Rudolf M. Fürrer, Adrian Gmür) (Bild: pd)

Es ist seine letzte Session nach zehn Jahren im St.Galler Kantonsrat. SP-Kulturpolitiker Martin Sailer setzt künftig ganz auf den Zeltainer. Das Geld für den Neubau in Wildhaus ist fast zusammen, 2027 soll es losgehen.

An ein Zelt wird dann­zu­mal nur noch der Na­me «Zel­tai­ner» er­in­nern. Und viel­leicht das spitz zu­lau­fen­de Dach des Neu­baus: Ge­plant ist, an ei­nem ge­gen­über heu­te leicht ver­scho­be­nen Stand­ort, ein mul­ti­funk­tio­na­ler Holz­bau, mit ma­xi­mal fle­xi­bler Te­le­s­kop­tri­bü­ne, zeit­ge­mäs­ser Tech­nik und auch sonst al­lem Kom­fort, bar­rie­re­frei, be­stuhlt für 220 und oh­ne Be­stuh­lung für bis zu 650 Be­su­cher:in­nen – ei­ne Hal­le, wie sie nicht mal die Stadt St.Gal­len hat.

Noch feh­len dem Trä­ger­ver­ein rund 400'000 Fran­ken vom Ge­samt­be­trag von rund 2,6 Mil­lio­nen für den Neu­bau. Ur­sprüng­lich hät­te er schon die­ses Jahr ste­hen sol­len – jetzt setzt der Ver­ein auf ei­ne Er­öff­nung im Herbst 2027. Das bis­he­ri­ge Geld kommt vom kan­to­na­len Lot­te­rie­fonds (380'000 Fran­ken), von Stif­tun­gen, Fir­men und Pri­va­ten. Mar­tin Sai­ler ist zu­ver­sicht­lich, den feh­len­den Be­trag zu­sam­men­zu­brin­gen. Und Kat­rin Frick, die neue Prä­si­den­tin des Trä­ger­ver­eins, lässt sich in ei­ner Me­di­en­mit­tei­lung zi­tie­ren: «Es liegt noch ei­ne gros­se Hür­de vor uns. Aber wenn ich se­he, was wir im letz­ten hal­ben Jahr be­wegt ha­ben, dann bin ich zu­ver­sicht­lich, dass wir das er­rei­chen.» 

Ein Kul­tur­haus für die gan­ze Gross­re­gi­on

Dass im Zel­tai­ner trotz Neu­bau nicht al­les an­ders wird, da­für steht Mar­tin Sai­ler. Der Grün­der und bis­he­ri­ge Be­sit­zer wird zum Ge­schäfts­füh­rer, an­ge­stellt von der neu­en Trä­ger­schaft, dem Ver­ein Kul­tur- und Event­haus Zel­tai­ner KEZ. Er trägt da­mit nicht mehr, wie seit der Grün­dung 2003, das Ri­si­ko al­lein, ha­be aber wei­ter­hin die Pro­gramm­ho­heit, «zu ma­chen, was mir ge­fällt».

Die Vi­sua­li­sie­run­gen zei­gen, was künf­tig hier im Mun­zen­riet in Wild­haus al­les statt­fin­den kann und soll: Co­me­dy, Fa­mi­li­en­pro­gram­me, Klein­kunst wie bis­her, aber neu auch Se­mi­na­re, Hoch­zeits­fes­te und ins­be­son­de­re klei­ne und gros­se Kon­zer­te. «Mal schau­en, was den Gus­to des Pu­bli­kums trifft», sagt Sai­ler. Er ist für vie­les of­fen, der Schwei­zer Mu­sik-Markt sei viel­fäl­tig, Kon­kur­renz­lo­ka­le gibt es kaum in die­ser Grös­se im gan­zen, weit­ge­spann­ten Ein­zugs­ge­biet vom Fürs­ten­land bis ins Rhein­tal. Der Zel­tai­ner dürf­te da­mit als ganz­jäh­rig be­spiel­ba­res, fes­tes und zu­gleich mo­du­la­res Kul­tur­haus zu ei­nem ge­wich­ti­gen Play­er nicht nur im Tog­gen­burg, son­dern weit dar­über hin­aus wer­den.

Der Kul­tur­kämp­fer tritt ab

Vor­erst aber, ge­nau ge­sagt in fünf Ta­gen, am 10. Ju­ni sitzt Mar­tin Sai­ler zum letz­ten Mal im Kan­tons­rats­saal in der St.Gal­ler Pfalz. Auf die Som­mer­ses­si­on hin hat er nach zehn Amts­jah­ren sei­nen Rück­tritt er­klärt, um mehr Zeit für sei­nen Sohn und für den ganz­jäh­ri­gen Be­trieb des Zel­tai­ners zu ha­ben. Im Par­la­ment hat­te sich Sai­ler in­ner­halb der SP-Frak­ti­on als Kul­tur­po­li­ti­ker pro­fi­liert, als Prä­si­dent der par­la­men­ta­ri­schen IG Kul­tur und Kämp­fer ge­gen die Spar­wut der bür­ger­li­chen Mehr­heit – zu­letzt er­folg­los ge­gen den Um­bau des Lot­te­rie­fonds. 

Sai­ler ha­be in den zehn Jah­ren nicht ei­ne ein­zi­ge Frak­ti­ons­sit­zung und kei­nen Ses­si­ons­tag ver­passt, schreibt sei­ne Par­tei. «Für die Kul­tur ging er stets die Ex­tramei­le und liess nichts un­ver­sucht.» Er sel­ber sagt: «Ich hof­fe, man wird mich ein we­nig ver­mis­sen.» 

An­ders als im Par­la­ment, sind im Trä­ger­ver­ein des Zel­tai­ners mit Mit­te-Kan­tons­rat Adri­an Gmür und Ex-FDP-Kan­tons­rä­tin Kat­rin Frick bür­ger­li­che Po­li­ti­ker:in­nen mit im Kul­tur-Boot, und die Zu­sam­men­ar­beit funk­tio­nie­re par­tei­über­grei­fend «su­per», sagt Mar­tin Sai­ler. Was auch nö­tig sein dürf­te, denn für den künf­ti­gen Be­trieb wird der Zel­tai­ner wie an­de­re ganz­jäh­rig pro­gram­mie­ren­de In­sti­tu­tio­nen ei­ne neue, hö­he­re Leis­tungs­ver­ein­ba­rung mit dem Kan­ton brau­chen. 

Noch ist der Zel­tai­ner nicht ge­baut – und Sai­ler des­halb mit sei­nem Pro­gramm no­ma­disch un­ter­wegs. «Zel­tai­ner on Tour» macht bei­spiels­wei­se jetzt im Ju­ni in Lich­ten­steig (am Stadt­ufer) und in Wild­haus (Hir­schen Cha­let) Sta­ti­on.

zel­tai­ner.ch

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