Kurz nachdem am 1. Januar 1933 in München die rauschende Premiere gefeiert wurde, musste es ins Schweizer Exil flüchten: das antifaschistische Kabarett-Kollektiv «Die Pfeffermühle» um Erika und Thomas Mann, Therese Giese, Magnus Henning und andere. Neun Monate später nahm das «Exilkabarett» den Spielbetrieb im Zürcher Hotel Hirschen wieder auf.
In den folgenden Jahren unternahm die Pfeffermühle insgesamt vier Tourneen durch die Schweiz. Zu Beginn kam das pointierte und konsequent antinazistische Revue-Programm durchaus an beim Publikum, doch bald stiess die Pfeffermühle auf Gegenwind aus konservativen Kreisen. Die NZZ echauffierte sich, manche Kantone sprachen ein behördliches Auftrittsverbot aus, und ein Abend im November 1934 endete sogar mit Nazi-Krawallen, sodass das tapfere Ensemble wohl oder übel Polizeischutz annehmen musste.
Kurz darauf verliess die Pfeffermühle die Schweiz. 1935 wurde Erika Mann als «geistiger Urheberin» des «deutsch-feindlichen» Kabaretts die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt, danach emigrierte sie in die USA, hielt Vorträge gegen Hitler und Nazi-Deutschland und war auch als Kriegsberichterstatterin tätig. Erst 1952 kam sie wieder zurück in die Schweiz.
Warum sind wir so kalt? Warum, – das tut doch weh! Warum? Wir werden bald Wie lauter Eis und Schnee!
Beteiligt Euch, – es geht um Eure Erde! Und Ihr allein, Ihr habt die ganze Macht! Seht zu, dass es ein wenig wärmer werde In unserer schlimmen, kalten Winternacht!
Die ist erfüllt von lauter kaltem Grauen, solange wir ihn nicht zu Leibe gehen; Wehrt euch und kämpft –, und dann lasst uns doch schauen ob die Gespenster diesen Kampf bestehen!
Diese Zeilen schrieb Erika Mann für das zweite Pfeffermühle-Programm Kälte im Januar 1934. Sie sind bis heute aktuell. Im Februar führen Eva Brunner, Pia Waibel und Matthias Flückiger (Gesang und Spiel) zusammen mit Claire Pasquier (Klavier) Lieder und Texte des legendären Pfeffermühle-Ensembles auf, eingebettet in die Geschichte seiner Zeit.
Die Pfeffermühle: 3. Februar bis 5. März, Parfin de Siècle, St.Gallen
parfindesiecle.ch
Jock Kobels zweiter Fall
Musik
Heppelers Bestiarium
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Erntehelfer:innen sind in der Schweiz schlecht geschützt. Ihre Arbeitsbedingungen liegen oft in Graubereichen, Kontrollen sind schwierig. Eine Veränderung würde jedoch bedeuten, ein ganzes System auf den Kopf zu stellen.
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