Der Tod von Chadwick Boseman Ende August kam unvorbereitet, war schockierend und aufrüttelnd für die Schwarze Bevölkerung auf der ganzen Welt.
Wieder ein Vorbild weniger. Zuerst der Basketballspieler Kobe Bryant, die schwarze Mamba, dann John Lewis, der Schwarze Freiheitskämpfer und jetzt Chadwick Bosemann, der schwarze Panther.
Samantha Wanjiru, 1993, ist 2019 von Freiburg im Breisgau nach St.Gallen gekommen und hat den Black-Lives-Matter-Protest in St.Gallen organisiert. Sie studiert Psychologie, arbeitet als Bademeisterin und schreibt die Stimmrecht-Kolumne bei Saiten.
Nie zuvor war die Wichtigkeit von positiven Schwarzen Vorbildern so deutlich geworden, wie mit dem Tod dieser drei Männer. Denn sie verkörperten mehr als nur Sport, Politik und Schauspielerei. Für viele dunkelhäutige Jungen und Mädchen waren sie der Inbegriff für die sogenannte Schwarze Exzellenz.
Die Neigung in der Afrikanischen Diaspora, Schwarze Menschen des öffentlichen Lebens auf den Thron einer fiktiven Königlichkeit zu heben, ist tief in der Geschichte des Rassismus verwurzelt. Denn durch Rassenideologien im Stil eines Edward Long, die behaupteten, dass der Schwarze Mensch primitiver sei als sein weisser Gegenpart, wurde der Welt über Jahrzehnte vermittelt, dass es unmöglich ist, mit dunkler Hautfarbe dasselbe Mass an Erfolg und Prestige zu erreichen wie weisse Menschen.
Trotzdem produzierte die Schwarze Diaspora Vorreiterinnen und Vorreiter in jedem Bereich. Sei es eine unerreichte Serena Williams im Sport, ein politischer Held wie Mandela oder eine brillante Denkerin wie Wangari Maathi.
Schwarze Exzellenz besteht, entgegen aller statistischen Wahrscheinlichkeiten, die meist negativ für Menschen mit dunkler Hautfarbe ausfallen. Deswegen ist jeder Tod eines Schwarzen Vorbilds wie Salz, das auf eine offene Wunde gestreut wird.
Was der tragische Tod dieser Helden aber auch gezeigt hat, ist, dass die Grossartigkeit ihres Daseins weit über ihr Leben hinaus bestehen bleibt und so weitere Generationen mit wunderbarem Schwarzem Potenzial geboren werden.
Dieser Beitrag erschien im Oktoberheft von Saiten.
Die St.Galler Rockband The Black Salt veröffentlicht ihr zweites Album. Und verabschiedet sich ein Stückweit von ihren Anfängen.
Die Welt ist in stetem Wandel. Und manche Veränderungen sind irreversibel – Gletscher schmelzen, Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Die Ausstellung «Flimmern» widmet sich der Bewusstwerdung dieses Wandels – und dem Schmerz, den er auslöst.
Die Grundlagen, mit denen die Befürworter:innen die dritte Autobanhröhre durch den Rosenberg in St.Gallen und die Teilspange mit dem Anschluss im Güterbahnhofareal fordern, basieren auf fragwürdigen Zahlen. Zu diesem Schluss kommt der Raum- und Verkehrsplaner Thomas Hug-Di Lena.
Die St.Galler Tanzkompanie feierte vergangenen Samstag mit From England with Love Premiere. Das Stück wagt sich abermals aus dem Gleichschritt – mit unmissverständlichen Gesten.
Das Kunsthaus Bregenz zeigt in der neuen Ausstellung Arbeiten der US-amerikanischen Künstlerin Torkwase Dyson. Ausgangspunkt ihrer grossformatigen geometrischen Skulpturen und poetischen Malereien bildet das Leben und die Befreiung Schwarzer Menschen.
Wie stehts heute um die Gleichstellung? Und wie war das früher? Die Pop-up-Ausstellung «Frauenspuren im Hallenbad» in Gossau arbeitet ein Stück Gesellschaftsgeschichte auf. Zeigt, wo es heute noch hakt, und dass es nicht bleiben muss, wie es ist.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Theater
Johanna und Szilamer arbeiten seit vier Jahren als Erntehelfer:innen in Fruthwilen. In ihrer Heimat Rumänien ist die wirtschaftliche Lage angespannt und die körperliche Arbeit auf dem Feld sind sie gewohnt.
Am 29. Oktober entscheidet die SP der Stadt St.Gallen, wen sie in die Ersatzwahl um den Stadtratssitz von Peter Jans schickt. Was ursprünglich wie eine Formalität aussah, hat sich zu einem spannenden Rennen entwickelt. Mit offenem Ausgang.
Jock Kobels zweiter Fall
Musik
Heppelers Bestiarium
Nach einer ganz passablen ersten Halbzeit der Espen sowie Führung durch einen Elfmeter von Görtler vor der Pause, spielen die St. Galler dieses Resultat anschliessend herunter und holen sich die 3 Punkte.
Mehr als viereinhalb Stunden dauerte Der Prozess Pelicot im Theater St.Gallen. Milo Rau und Servane Dècle inszenierten einen Abend über sexualisierte Gewalt und chemische Unterwerfung – und über eine Gesellschaft, die von Männern mehr Verantwortung verlangt.
Die Menschenrechte stehen weltweit unter Druck. Doch wie konsequent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neues Buch nimmt die Schweizer Menschenrechtspolitik kritisch unter die Lupe. An der Buchvorstellung im Square wurde über Widersprüche, Versäumnisse und mögliche Lösungen diskutiert.
In einer Tennishalle im toggenburgischen Unterwasser trafen sich vor zehn Jahren 5000 Neonazis zum grössten Rechtsrock-Konzert, das je im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat. Linke Politiker:innen reagierten schnell, doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht
Erntehelfer:innen sind in der Schweiz schlecht geschützt. Ihre Arbeitsbedingungen liegen oft in Graubereichen, Kontrollen sind schwierig. Eine Veränderung würde jedoch bedeuten, ein ganzes System auf den Kopf zu stellen.