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Blick ins künftige «Biotop des Wissens»

Hier soll einmal die Natur einziehen. Jetzt dominiert noch der Beton – ein Baustellenblick ins neue St.Galler Naturmuseum, gut ein Jahr vor der Eröffnung.
Von  Peter Surber

Die Heizungs- und Lüftungsanlagen auf der unterirdischen Ebene 1 sind der Teil, der am weitesten fortgeschritten ist. Ein halbes Kraftwerk – ergänzt wird es dereinst mit Photovoltaik auf dem Dach, wo zur Stunde erst die riesigen Stahlträger des Sheddachs (Titelbild) mit ihren Oberlicht-Öffnungen zu sehen sind.

DSCN0568Hightech für die Natur

Das Gebäude wird nach Minergie-P-Eco-Standard gebaut. Das bedeutet: komplexeste Steuerungstechnologie (inklusive geschlossene Fenster) für das Haus der Natur. Um solche Widersprüche komme heute niemand herum, sagt Museumsdirektor Toni Bürgin: «Bauen ist immer künstlich.» In der obersten Etage (Bild), Ebene 4 genannt, nimmt einer von vier Ausstellungsteilen immerhin genau solche Themen auf: «Natur und Ressourcen».

Ebenerdig wird es dem Neubau hingegen nicht an Naturnähe fehlen. Die Lage am Ostrand der Stadt war beim damaligen Entscheid für den Neubau zwar ein Diskussionspunkt, aber die Vorzüge kann man schon im Rohbau erahnen: Der Bauplatz ist grosszügig, und der Botanische Garten ist nah, ein Park schafft die Verbindung. Entsprechend eng soll inhaltlich das Zusammenspiel von «lebender» und «toter» Flora und Fauna werden. Das Naturmuseum hat den nicht geringen Anspruch, so Bürgin, ein «Biotop des Wissens über die Natur» zu werden.

Beim Baustellenrundgang betont Helena Fehr, Projektleiterin beim Hochbauamt, die Vielfalt der Nutzungen und der Volumina. Die eigentlichen Ausstellungsräume bieten viel Platz – oben für die weiteren Sonderthemen «Schätze aus dem Boden», «Leben im Wandel» und «Lernen von der Natur» sowie für den voraussichtlich spektakulären Blick hinunter auf Ebene 3, wo das Herzstück des neuen Museums plaziert sein wird: das grösste Relief der Schweiz. Es bildet im Massstab 1:10000 den heimischen Lebensraum vom Bodensee bis zum Ringelspitz nach, bewohnt von einer Vielzahl ausgestopfter Tiere.

DSCN0572Eröffnung in einem Jahr

Neben den Ausstellungsteilen gibt es eine Vielzahl kleinerer, im Rohbau eher labyrinthisch wirkender Räume für Werkstätten und Forschungslabors, Schreinerei und Tierpräparation, einen Unterrichtsraum sowie drei Lagerhallen für Tierpräparate und sonstige Exponate, die heute im Kulturgüterschutzraum beengt untergebracht sind.

Dank Halbetagen wirkt der Bau der Architekten Meier Hug Semadeni stark rhythmisiert und verspricht diverse Raumerlebnisse und Durchblicke. Doch für ein Urteil über das Innere ist es zu früh, es fehlen Verputze, Böden, Licht und die ganze Ausstellungsarchitektur, für welche das Büro 2ndWest zuständig ist. Bereits die endgültige (rohe) Betongestalt hat hingegen die gewellte Fassade, die von fern antike Säulen zitiert und die Aussenansicht prägt.

Heute Freitag wird Aufrichte gefeiert – im Herbt 2016 soll das Haus eröffnet werden. Bereits ab Frühling wird etappenweise eingerichtet, und einen allerersten Eindruck kann man sich an der diesjährigen Museumsnacht im September verschaffen, wenn der Rohbau teilweise «bespielt» werden soll.

Und so sieht die Baustelle von oben aus:

 

 

Fotos: René Hornung, Drohnenbilder: Meier Hug Semadeni

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Philipp,  

...und dann auch noch ein Giebeldach, statt einem begrünten Flachdach (wegen Baureglement oder Zonenplan?). Finde einfach von einem Museum, wo die Natur im Zentrum steht, wäre es eine Chance gewesen im Bauen darauf einzugehen, wie die Zerstörung von "natürlichem Lebensraum", die mit unseren erhöhten Ansprüchen einhergeht, vermindert werden kann.
Dies wär ja eigentlich vor der Abstimmung zu diskutieren gewesen.
Bin gespannt wie es bei der Sömmerliwiese herauskommt, auch dort scheint ja der einzige Ort, wo man bauen kann, eine grüne Wiese zu sein.

Chrigel,  

Ein Museum an Rand der Stadt, anstelle eines gewagten, modernen und illustren Anbaus am bisherigen Museum im Herzen des städtischen Schul-Einzugsgebietes...

Häne Willi,  

Klingt ja alles gut. Trotzdem frage ich mich, warum ein Naturmuseum aus Beton und nicht aus Holz gebaut wird. Wäre doch sinniger. Schade.

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