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Das aufgeräumte Museum

Im Schlossmuseum Prestegg in Altstätten sollen nicht einfach Dinge ausgestellt, sondern Geschichte mittels Geschichten vermittelt werden.
Von  Peter Surber
Bild: museum-altstaetten.ch

Eines seiner liebsten Objekte ist gar nicht ausgestellt. Es ist ein scheinbar simples Metallteil: ein Stück der Oberleitung der einstigen Trolleybuslinie Berneck-Altstätten. Der Bus hatte in den 1940er-Jahren das Tram abgelöst, das seit der Jahrhundertwende die Arbeiter zu den Fabriken der Jacob Rohner AG transportiert hatte. «Was sich an dem Objekt illustrieren lässt: Sein Wert besteht darin, dass es Anlass wird für eine Geschichte», sagt Marcel Zünd.

Nicht Dinge ausstellen, sondern Geschichte mittels Geschichten vermitteln: Das ist die Haltung, die Zünd als neuer Kurator im Museum Prestegg in Altstätten realisieren will. Das Gebäude, der frühere Kaufmannssitz der Textilhandels-Familie Custer, ist imposant. Sein Inhalt aber ist in die Jahre gekommen, wie in vielen Ortsmuseen, wo sich über die Jahrzehnte Kostbares und auch Beliebiges angesammelt hat. Mit Marcel Zünd hat sich die Trägerin, die Museumsgesellschaft Altstätten, für einen Neuanfang entschieden, und der heisst in der ersten Ausstellungsreihe programmatisch: aufbruch.

Aufbrechen hiess erst einmal: ausräumen. Nun sind die Museumsdinge fein säuberlich geordnet – aber ungewöhnlich präsentiert, nämlich auf dem Boden ausgelegt. Ein Steg führt durch das Sammelsurium. Im Erdgeschoss sind Löffel, Haushalt- und Messgeräte, prächtige kleine Himmelsgloben, hölzerne Kruzifixe, Lutherbibeln oder Schabmadonnen zu bewundern. Die Zeugen der Volksfrömmigkeit sind für Zünd eines der interessantesten Sammelgebiete.

aufbruch: bis 27. November, Museum Prestegg, Altstätten, jeweils Sonntag von 10 bis 17 Uhr
museum-altstaetten.ch

Publikumsmagnet war und ist aber im ersten Stock der Waffensaal (unter anderem mit dem Richtschwert, mit dem 1849 die Mörderin Anna Koch in Appenzell «unter nicht unerheblichen Schwierigkeiten vom Scharfrichter geköpft wurde»), sowie noch einen Stock höher der «Göttersaal», ein Festsaal mit griechisch-römischem Göttergewimmel im Deckengewölbe. Hier steht ein weiteres Glanzstück: das älteste noch spielbare Cembalo der Schweiz.

In einer nächsten Etappe wird Zünd diesen Sommer Objekte aus der industriellen Frühzeit, darunter Radios und Kameras zeigen. Der museale Aufbruch wird nächstes Jahr, im Rahmen der acht Museen umfassenden Kollektivschau zur Textilgeschichte, in eine Ausstellung über die Jacob Rohner AG und die Arbeitergeschichte des Rheintals münden.

Und klar ist für Zünd, dass auch das Ausstellen selber Thema sein und bleiben wird: Welche Aufgabe hat ein Museum heute, was ist wie ausstellenswert, und kann ein Museum liebgewordene Gegenstände auch wieder «loswerden»? Solchen Fragen widmet sich im Herbst ein Symposium und schon jetzt eine kleine Bibliothek im Museumsfoyer.

Längerfristig hofft Zünd, die Prestegg zu einem Museum für das ganze Rheintal formen zu können. Und dann auch länger als momentan bloss an den Sonntagen offen zu haben.

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

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01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

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Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

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Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

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Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

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Senf
Heftvorschau 09/26
Luzern Winti St.Gallen, Neonazipfarrer, A(nita) bis Z(immermann)

Drei Kul­tur­ma­ga­zi­ne tun sich zu­sam­men, ver­glei­chen ih­re Städ­te und die Her­aus­for­de­run­gen, de­nen die Kul­tur ge­gen­über­steht. Sai­ten hat die Kol­leg:in­nen vom «Coucou» in Win­ter­thur be­sucht und das «Null41» war in St.Gal­len zu Be­such. Aus­ser­dem im Sep­tem­ber­heft: lau­ter Ju­bi­lä­en – von Ani­ta Zim­mer­mann über das Fi­gu­ren­thea­ter bis zur Mu­se­ums­nacht –, ein Pfar­rer auf brau­nen Ab­we­gen, ei­ne Fla­schen­post aus Af­gha­ni­stan und ein In­ter­view zum Hit­ze­som­mer und dem Kli­ma­wan­del.

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Mehr Di­ver­si­tät, mehr Durch­mi­schung

An sei­ner ers­ten Pres­se­kon­fe­renz als Lei­ter der St.Gal­ler Kel­ler­büh­ne schil­dert Hü­sey­in Cir­pi­ci sei­ne Ein­drü­cke der Stadt und ver­rät, was das Pu­bli­kum un­ter sei­ner Re­gie er­war­tet.

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Him­mels­stür­mend und oh­ren­be­frei­end

Der St.Gal­ler Kom­po­nist Charles Uz­or hat ei­ne Art po­li­ti­sches Ora­to­ri­um ge­schrie­ben. Am Sonn­tag wur­de es in der Kir­che Tro­gen auf­ge­führt: The Gre­at Wall. A La­by­rinth mit dem gran­dio­sen New Yor­ker Vo­kal­ensem­ble Ek­me­les.

Von  Peter Surber
Charles Uzor photo Michel Canonica

Ma­schi­nen­in­tel­li­genz trifft den Ton, aber nicht die Mu­sik

An den Ap­pen­zel­ler Bach­ta­gen er­klär­te die Me­di­en­wis­sen­schaft­le­rin Mer­ce­des Bunz, wes­halb die künst­li­che In­tel­li­genz krea­tiv sein kann – und war­um sie den­noch grund­le­gend an­ders ar­bei­tet als der Mensch. 

Von  Philipp Bürkler
Bachtage ki und musik 1

Kunstausstellung

Kunst öff­net Tü­ren

Von  Vera Zatti
Arthur Stobete nah