Kategorie
Autor:innen
Jahr

Der abwesende Stadtpräsident und die Lokremise

Eine Stimme fehlte und die Lokremise hätte jährlich 120'000 Franken weniger einsparen müssen. Der Stadtpräsident war bei der Abstimmung abwesend. Wieso?

Von  Andreas Kneubühler

Eine fehlende Stimme kostete 120’000 Kulturfranken.

So könnte man das Ergebnis eines Antrags der SP/Grüne-Fraktion in der Sparsession vom Donnerstag zusammenfassen.

Es ging um die Sparmassname für die Kunstzone in der Lokremise. Statt 290’000 Franken sollten mit dem Antrag «nur» 170’000 Franken eingespart werden.

Die Argumente dafür lassen wir mal weg.

Jedenfalls: Der Kantonsrat stimmte knapp zu (zwei Stimmen), den Antrag zu diskutieren, lehnte ihn dann aber ab – äusserst knapp: Mit 56-Nein gegen Ja-55 Stimmen.

Die Rechnung geht so: Mit einer einzigen zusätzlichen Ja-Stimme wäre der Stichentscheid des Rats-Präsidenten nötig geworden. Der heisst Donat Ledergerber und kommt von der SP.

Wellen schlägt die Geschichte deshalb, weil Stadtpräsident Thomas Scheitlin bei der Abstimmung nicht anwesend war.

Scheitlin ist Kulturchef und auch Mitglied des Stiftungsrats der Lokremise. Und: Er hatte noch im Juni im Kantonsrat einen eigenen Antrag gestellt, der mit demjenigen von SP/Grüne vom Donnerstag von der Wirkung her vergleichbar war. Er wollte die Kürzung für die Kulturzone um 100’000 Franken reduzieren und scheiterte: Es gab 70 Nein- gegen 39 Ja-Stimmen.

Wieso hat Thomas Scheitlin letzten Donnerstag beim Antrag von SP/Grünen nicht abgestimmt?

Es kursieren zwei Theorien.

Die eine: Der Stadtpräsident wollte keinen Antrag der Linken gegen die Sparpolitik der FDP unterstützen.

Die zweite: Die SP-Grüne-Fraktion hat ihren Antrag schlecht organisiert und Scheitlin nicht ins Boot geholt.

Was stimmt?

Zuerst die Nachfrage bei SP-Fraktionschef Peter Hartmann:

Der Antrag sei vor dem Start der Session auf den Pulten der Kantonsräte gelegen, erzählt Hartmann. Er selber habe Thomas Scheitlin am Morgen, bevor die Session begonnen hatte, auf den Antrag hingewiesen und ihn gefragt, ob er das Geschäft unterstützen und dazu ein Votum abgeben würde. «Er hat sich dazu bereit erklärt.» Kurz bevor dann aber das Geschäft behandelte wurde, habe Scheitlin den Saal verlassen, offenbar wegen eines Pressetermins. Das müsste «einen Aufschrei geben», findet Hartmann.

Was sagt Thomas Scheitlin dazu?

Erst am Donnerstag um neun Uhr habe er von Peter Hartmannn vom Antrag erfahren. So kurzfristig habe man nicht mehr viel unternehmen können. «Sonst hätten wir breiter fahren können.» Er selber bei der FDP und Nino Cozzio bei der CVP hätten über Gespräche Unterstützung organisieren können. Es hätte auch die Möglichkeit eines Gegengeschäfts zu den Kürzungen des Sparbeitrags für das Klanghaus gegeben. Er wundere sich: Noch letzten Montag habe sich der Stadtrat mit den Kantonsräten getroffen. Susanne Hoare sei dabei gewesen, habe aber kein Wort über den Antrag gesagt. «Das Ganze mag mich.»

(Susanne Hoare war die Sprecherin der SP/Grüne-Fraktion für diesen Antrag.)

Als abgestimmt wurde, sei er nicht mehr im Saal gewesen, bestätigt Scheitlin. Der Grund sei eine seit längerem geplante Medienorientierung über eine städtische Abstimmungsvorlage (Versicherungskasse) gewesen. «Wenn man beispielsweise eine Woche vorher vom Antrag gewusst hätte, hätte man herumschaufeln können.» Auch wenn das Geschäft eine halbe Stunde früher oder am Nachmittag diskutiert worden wäre, hätte er abstimmen können. «Es ist völlig klar, dass ich den Antrag unterstützt hätte», versichert Thomas Scheitlin.

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

Von  Marion Loher
Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

Von  Lilli Kim Schreiber
Regula Syz 2

Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

Von  Liliia Matviiv

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
Bild 08 07 24 um 07 42

Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
2609 Staetevergleich 4 D3 A9291

Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
B 8

«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 17 40

Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

Von  Redaktion Saiten
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 08 43

Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
IMG 5826 Paul Trummer 2

Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

Von  Shqipton Rexhaj
IMG 1558

Musik am See

Pia­no­klän­ge für al­le

Von  Vera Zatti
IMG 0757 2

FC St.Gal­len vs. FC Thun 3:4 – Es wird heu­te nicht mehr bes­ser

Tor­reich, span­nend und doch ent­täu­schend - nur ei­ne Vier­tel­stun­de gu­ter Fuss­ball reicht halt nicht zum Punkt ge­gen Thun. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Fast ein gan­zes Le­ben spä­ter 

Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

Von  Vera Zatti
Abutz DSC 9766 Portrait wahl fischer klein cmky

Neu­start für Me­ter und Off­cut

Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

Von  David Gadze
Meter 6 david gadze

WG gaf­fen

Ei­ne neue SRF-Se­rie por­trä­tiert ei­ne elf­köp­fi­ge WG aus St.Gal­len. End­lich wie­der mal ei­ne se­hens­wer­te SRF-Pro­duk­ti­on, fin­det Sai­ten-Au­tor An­di Gi­ger.

Von  Andi Giger
6085807

FC St.Gal­len vs. FC Nordsjæl­land 2:3 – St. Gal­len un­ter­liegt Nordsjæl­land

St. Gal­len schlägt sich am En­de auch selbst und muss den Traum von Eu­ro­pa be­gra­ben. Ent­schei­dend war er Platz­ver­wei­se ge­gen Mihai­lo Steva­no­vic vor der Pau­se.

Von  SENF Kollektiv
Senf
Heftvorschau 09/26
Luzern Winti St.Gallen, Neonazipfarrer, A(nita) bis Z(immermann)

Drei Kul­tur­ma­ga­zi­ne tun sich zu­sam­men, ver­glei­chen ih­re Städ­te und die Her­aus­for­de­run­gen, de­nen die Kul­tur ge­gen­über­steht. Sai­ten hat die Kol­leg:in­nen vom «Coucou» in Win­ter­thur be­sucht und das «Null41» war in St.Gal­len zu Be­such. Aus­ser­dem im Sep­tem­ber­heft: lau­ter Ju­bi­lä­en – von Ani­ta Zim­mer­mann über das Fi­gu­ren­thea­ter bis zur Mu­se­ums­nacht –, ein Pfar­rer auf brau­nen Ab­we­gen, ei­ne Fla­schen­post aus Af­gha­ni­stan und ein In­ter­view zum Hit­ze­som­mer und dem Kli­ma­wan­del.

Saiten 2609 Cover 01