Alles fing an, nachdem im vergangenen August ein eritreischer Asylbewerber eine Schweizerin in Aarau attackiert hat. Das löste in den Medien eine regelrechte Hetze gegen Eritreer aus. Immer öfters zeigten uns unsere Schulkollegen und Mitarbeiter Zeitungen und sagten: «Lueg, Eritreer sind faul. Lueg, Eritreer sind gewalttätig. Eritreer sind Wirtschaftsflüchtlinge.»
Da unser Image durch den Einfluss der Medien gelitten hat, wollten wir versuchen, es auch mit Hilfe der Medien wieder zu verbessern. Ohne den eigentlichen Vorfall verharmlosen zu wollen, haben einige Freunde und ich beschlossen, es nicht mehr weiter hinzunehmen, dass so abschätzig über uns gesprochen wird, und einen «eritreischen Medienbund» aufgebaut. Damit wir in Zukunft besser reagieren und die Sicht der Eritreer in der Schweiz selber in die Medien tragen können.
Zurzeit hat unser Medienbund sieben Mitglieder zwischen etwa 20 und 30 Jahren, fünf davon stammen aus Eritrea. Wir konnten uns ziemlich gut vernetzen in der Schweiz, auch mit den anderen Eritreerinnen und Eritreern. Seit dem letzten Sommer haben wir viel Neues dazugelernt, und wir hoffen, dass unser Team bald noch grösser wird.
In letzter Zeit genossen wir grosse Aufmerksamkeit in den Deutschschweizer Medien und konnten sogar über die Landesgrenzen hinaus ein Publikum erreichen. Um das zu schaffen, haben wir im letzten Jahr verschiedene Workshops veranstaltet und zum Beispiel auch gelernt, wie man kurze YouTube-Videos dreht, Medienmitteilungen schreibt oder Interviews gibt. Zurzeit bin ich der «Mediensprecher» unseres Bündnisses.
Infos zum Medienbund: nihhina.ch
Der Link zur Talkshow: telezueri.ch
Am 10. November war ich live bei «Talk Täglich» von «Tele Züri» zu Gast. 20 Minuten hat die Übertragung gedauert – es war mit Abstand die schwierigste Situation, die ich bis jetzt im Zusammenhang mit Medien durchstehen musste. Aber ich habe von überall Zuspruch erhalten und auch wieder einiges dazugelernt – deshalb werde ich mich weiter für ein besseres Image der Eritreerinnen und Eitreer in der Schweiz einsetzen.
Yonas Gebrehiwet, 1996, ist mit 15 Jahren aus Eritrea in die Schweiz gekommen. Er wohnt in Rheineck und macht derzeit eine Ausbildung zum Textiltechnologen.
Es geht um uns Menschen und unser sonderbares und verheerendes Verhalten. «Humans» heisst die grosse Einzelausstellung des Ostschweizer Künstlers Olaf Breuning. Viele Arbeiten sind speziell für die Schau im Museum Allerheiligen in Schaffhausen entstanden.
In Wil fand am Wochenende das Rock am Weier statt. Seit 25 Jahren gibt es das Festival, und trotz inzwischen grösserer Namen ist es immer noch kostenlos. Ein Verein organisiert es nicht-profitorientiert und fördert regionale Acts. Unsere Autorin ist an den Ort ihrer musikalischen Sozialisation zurückgekehrt. Eine Reportage.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Ausstellung im Museum Rosenegg
Kabarett in Herisau
Debatten um Machismus, Deepfake-Pornos, häusliche Gewalt und Femizide sind beinahe alltäglich. Was können Männer gerade tun, wenn sie unter Generalverdacht geraten? Frauenhausleiterin Katja Hämmerli Keller, Florance Hildebrand vom feministischen Streikkollektiv Thurgau und Manuel Benjamin Lehmann vom Forum Mann diskutieren Lösungsansätze.
Kommentar zur SVP-Chaosinitiative
Das AFO, das Architektur Forum Ostschweiz, diskutiert und vermittelt seit 30 Jahren Baukultur. Am kommenden Freitag wird das Jubiläum gefeiert und die neuste Artikelserie der guten Bauten als Buch präsentiert.
Minasa bekommt also doch Geld aus dem Lotteriefonds: Der Kantonsrat hat dem von Saiten und Thurgaukultur.ch aufgebauten Projekt, das den grössten Veranstaltungskalender der Ostschweiz ermöglicht, die Finanzierung für drei weitere Jahre gesichert.
Inna Shevchenko fragt im Dokumentarfilm Girls and Gods, ob die monotheistischen Weltreligionen mit Feminismus vereinbar sind. Auf der Suche nach Antworten begegnet sie widersprüchlichen Theorien und mutigen Frauen. Und bleibt nicht nur stille Beobachterin.
In eigener Sache
Abstimmungskommentar zur SVP-Chaosinitiative
Theateraufführung
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Ein paar Federn, ein angeknabberter Tannenzapfen, ein Stück Plastik: Tiere und Menschen hinterlassen Spuren. Diesen widmet das Naturmuseum St.Gallen seine aktuelle Sonderausstellung «Spuren – Fährten, Frass und Federn».
In einer neuen Ausstellung wagt sich das Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen an eine Neuvermessung des Verhältnisses von Kunst und Religion.
Hinter dem St.Galler Hauptbahnhof soll ein Konsumraum für Menschen mit schweren Suchterkrankungen entstehen. Diese Woche haben die Stadt und die Stiftung Suchthilfe Anwohner:innen eingeladen, um einen ersten Dialog zu starten.
Es ist seine letzte Session nach zehn Jahren im St.Galler Kantonsrat. SP-Kulturpolitiker Martin Sailer setzt künftig ganz auf den Zeltainer. Das Geld für den Neubau in Wildhaus ist fast zusammen, 2027 soll es losgehen.
Die Ansiedlung des Internet Archive Switzerland in St.Gallen ist Piero Stinelli zu verdanken. Er kontaktierte vor zehn Jahren die Verantwortlichen von archive.org aus eigenem Antrieb. In den 90er-Jahren war der Mitgründer von Vadian.net und Klang und Kleid ein Internetpionier.
Ohm41 stellen wieder aus