Vor drei Jahren gab es zum Heimspiel das «Spiel»: eine Art Gegenausstellung abgelehnter Künstlerinnen und Künstler im damals schon baufälligen Hotel Ekkehard. Und die Brüder Riklin propagierten auf Weltformat-Plakaten ihr eigenes juryfreies Ausstellungsprojekt. Ob sich dieses Mal wieder Proteste erheben, wird man sehen. Das System «Jurierte Werkschau» hat sich in der Ostschweiz etabliert – bringt es aber mit sich, dass eine Minderheit glücklich und eine Mehrheit enttäuscht ist.
76Auserwählte
Den Kopf für die Auswahl hinhalten werden Raffael Dörig, Direktor des Kunsthauses Langenthal, Eva Birkenstock, Kuratorin KUB-Arena am Kunsthaus Bregenz, und Andrea Thal, künstlerische Leiterin des Contemporary Image Collective Kairo. Sie bildeten die dreiköpfige Jury für die diesjährige Durchführung. In zwei Runden beurteilten sie insgesamt rund 450 Eingaben aus den Kantonen St.Gallen, Thurgau und beiden Appenzell sowie aus Vorarlberg und dem Fürstentum Liechtenstein.
Zu sehen sind die Werke ab 10. Dezember. Bis dahin ein bisschen Statistik, zum ersten: 54 Kunstschaffende oder Kunst-Duos waren es 2012, 76 sind es jetzt – weil erstmals die Liechtensteiner Museen am Heimspiel mit ausstellen, konnte die Zahl vergrössert werden. Zum zweiten: Bemerkenswert ist die weite Altersspanne in der Liste der Auserwählten. Die drei Jüngsten mit Jahrgang 1989 sind die Innerrhoderin Roswitha Gobbo, der Ausserrhoder Fridolin Schoch und die St.Gallerin Salome Schmuki. Senior des Jahrgangs 2015 ist, wie schon vor drei Jahren, der inzwischen 92jährige St.Galler Ernst Bonda.
Stammgäste und Newcomer
Statistik zum dritten: Ein rundes Dutzend Künstlerinnen und Künstler waren bereits 2009 und 2012 dabei, ein Ritterschlag gewissermassen und zumindest der Ausweis konstanter künstlerischer Qualität über all die Jahre. Das sind: Zora Berweger, Rolf Graf, Alexander Hahn, Alex Hanimann, Peter Kamm, Lutz & Guggisberg, Caro Niederer, Ilona Ruegg, Kilian Rüthemann, Francisco Sierra, Bernard Tagwerker und Christian Vetter.
Mindestens soviel Interesse wecken aber die Neuentdeckungen. Ins Blaue hinaus fallen ein paar Namen auf, so die schon genannte Roswitha Gobbo, der in Düsseldorf studierende Domingo Chaves, die in St.Gallen geborene Fotografin Tamara Janes, die in Basel arbeitende Textilkünstlerin Jeannice Keller, der Liechtensteiner Performer Simon Kindle…
Hier die vollständige Namensliste: Roland Adlassnigg, Albert Allgaier, Maria Anwander, Ruben Aubrecht, Helena Becker, David Berweger, Zora Berweger, Bildstein/Glatz, Beni Bischof, Michael Bodenmann, Ernst Bonda, Peter Clemens Brand, Barbara Brülisauer, Urs Burger, Domingo Chaves, Andrea Giuseppe Corciulo, Theo Cowley, Katalin Deér, De La Fuente Oscar De Franco, Marco Eberle, Katharina Fitz, H.R. Fricker, Beate Frommelt, Gabriele Fulterer, Georg Gatsas, Christoph und Markus Getzner, Roswitha Gobbo, Florian Graf, Rolf Graf, Pascale Grau, Co Gründler, Andy Guhl, Alexander Hahn, Dieter Hall, Alex Hanimann, Pascal Häusermann, Anna Hilti, Thomas Hoor, Sarah Hugentobler, Stefan Inauen, Tamara Janes, Peter Kamm, Jeannice Keller, Simon Kindle, Christoph Luger, William Lutz, Lutz&Guggisberg, Manon, Vera Marke, Maria Mäser, Norbert Möslang, Josef Felix Müller, Reto Müller, Sarah Elena Müller, Manfred Naescher, Caro Niederer, Marianne Rinderknecht, Hanna Roeckle, Ilona Ruegg, Kilian Rüthemann, Christoph Rütimann, Katja Schenker, Salome Schmuki, Fridolin Schoch, Karin Schwarzbek, Tom Senn, Francisco Sierra, Barbara Signer, Loredana Sperini, Felix Stickel, Valentina Stieger, Thomas Stüssi, Bernard Tagwerker, Christian Vetter, Martin Walch, Jiajia Zhang.
Alle Dokumentationen, auch jene der Ausgeschiedenen, sind wie üblich im Projektraum Nextex in St.Gallen einsehbar – und damit die Arbeit der Jury kontrollierbar.
Eröffnet wird das Heimspiel 2015 am 10. Dezember in Vaduz und am 11. Dezember in St.Gallen. Die Ausstellungen im Kunstmuseum Liechtenstein und Engländerbau Vaduz, in Kunstmuseum und Kunsthalle St.Gallen sowie im Nextex-Projektraum in St.Gallen dauern bis 21. Februar 2016.
heimspiel.tv
Wie können wir unseren Konsum nachhaltiger gestalten? In «Next Relations – Zukunft gestalten» zeigt das Gewerbemuseum Winterthur anhand von Arbeiten von Studierenden mögliche Ansätze. Eine anspruchsvolle Schau, die Hoffnung macht.
Der Kanton St.Gallen hat Kunst- und Kulturschaffende zur jährlichen Kulturkonferenz nach Wil eingeladen. Spielerisch wurde versucht, die Ausrichtung der Kulturförderung zu klären und Möglichkeiten der neuen Kulturstrategie zu diskutieren. Doch die zentrale Frage blieb offen: Wie stark kann die Kulturszene den Inhalt der Strategie tatsächlich mitbestimmen?
Wer als Erntehelfer:in in der Schweiz arbeitet, tut dies in einer rechtlichen Grauzone. Das nützt vor allem einem System, das weder die Landwirt:innen noch die Konsument:innen im Alleingang ändern können. Ausserdem im Oktoberheft: zehn Jahre Unterwasser, eine Flaschenpost aus Halle (Saale), Kunst zum Thema Männlichkeit, Musik von The Black Salt und natürlich der Bücherherbst – mit neuer Literatur von Ostschweizer Autor:innen.
Human Human spielen melancholischen und fragilen Indie-Pop, der trotzdem warm und lichtdurchflutet ist. Das St.Galler Duo hat jetzt seine erste EP veröffentlicht und tritt am Wochenende gleich zweimal im Bahnhof Bruggen auf – erstmals mit einer Band.
Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat
1976 lässt sich Gerd Zikeli in der evangelischen Kirchgemeinde St.Gallen-Straubenzell zum Pfarrer wählen. Drei Jahre später wird er als gut vernetzter Holocaust-Leugner und Vorstandsmitglieder der ersten Neonazigruppe der Schweiz enttarnt. Heute beobachtet er Laufenten.
Bildhauer Peter Kamm haut keine Steine mehr im Atelier. Trotzdem entstehen neue Skulpturen, die aktuell in Steckborn zu sehen sind. Wie geht das?
In vielen Ausserrhoder Dörfern klapperten früher Webstühle und später Stickmaschinen. Inzwischen sind sie alle verstummt. Der Film Das Ende einer Ära porträtiert die Sticker Walter Sonderegger Senior und Junior aus Rehetobel und setzt der Branche ein Denkmal.
Der Schweizer Filmemacher Kaspar Kasics überlässt in seinem neuen Film Das unendliche Jetzt Menschen, die mit Demenz leben, die Bühne. Ein Experiment mit einem aussergewöhnlichen Storytelling, auf das es sich einzulassen lohnt.
Die Schweizer Rocklegenden Krokodil haben kürzlich ihr neues Album Beyond The Eye veröffentlicht. Ur-Krokodil Düde Dürst schwärmt von der Energie der 2019 wiederbelebten Band – und hat noch lange nicht genug. Am Freitag spielen sie in der Grabenhalle.
24/7 Traumacore
Kunst in Oberuzwil
Musik
Patrick Kessler erhält den Ausserrhoder Kulturpreis 2026. Der Kontrabassist, Klangkünstler und Kurator aus Gais reist mit alten Lautsprechern nach Wien und Hanoi, tritt mit Insekten in einen musikalischen Dialog und findet seine wichtigsten Lektionen nicht unbedingt an Hochschulen.
Die Mobilitätsallianz Ostschweiz will Pendler:innen zum Umstieg vom Auto auf Bus, Bahn und Velo bewegen. Bei den zehn beteiligten Grossunternehmen lässt bereits jede fünfte Person das Auto am Morgen stehen. Nun sollen 500 weitere Firmen folgen.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Der Kanton Appenzell Innerrhoden plante am Landsgemeindeplatz in Appenzell ein neues Gebäude für die Gerichte, die Bibliothek und die kantonale Verwaltung. Die eidgenössischen Kommissionen für Natur- und Heimatschutz und jene für Denkmalpflege brachten das Projekt jedoch zu Fall.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.