Chrigel, 31. Juli 2024 um 15:13 Uhr Danke für diesen Artikel, der diese wichtige und ab und zu auch mal streitlustige Figur super rüberbringt! «Mätteli» – damals doch schon ein paar Jahre älter als wir Neuen in der Spuntengruppe um 1984 – war für die autonome Grabenhalle der 80er ein kantiger Garant für klare Abläufe (gegenüber Stunkmachern) und eiserne Äktschen (keine Diskussion mit Idioten). Die Lämpen mit den Nazi-Skins (Mätteli hat in meiner Erinnerung den g a n z e n Metallpfosten aus dem Asphalt gerissen, nicht nur die Kette! Mir hat er eine Dachlatte in die Hand gedrückt – eventuell war das aber an einem anderen Konzert) und die Missverständnisse mit der Frauen-Beiz (Schwarzer Engel, dienstags glaube ich) waren ebenfalls wilde Sachen mit Nerv-, aber auch Unterhaltungswert (die Grabenhalle-Barkasse war halt nun mal im Tresor im Nebenraum der Beiz, also musste uns die jemand rausgeben). Es war eine Zeit, in der viele Dinge zum ersten Mal ausprobiert und durchgezogen wurden, und das Ringen um einen gemeinsamen Nenner all dieser verschiedensten Minderheiten rund um die Grabehölli oder Engel (mindestens für eine Nacht) war manchmal laut und auch mal doof, aber am Ende (aus meiner Sicht) das Allerwichtigste der Bewegung. Mätteli hat sich extrem für viele eingesetzt, ohne sich selber zu schonen. Er war Respektperson, Streithahn, Ein-Mann-Security, Chrampfer und Ambiente-Garant in einem. 80er-Grabehölli ohne Mätteli ist für mich überhaupt nicht vorstellbar. Und ja, diese Kämpfe mussten gekämpft werden. Sich Freiräume zu erkämpfen, wo es noch keine gegeben hat, ging nicht ohne blaue Flecken. Geht auch heute nicht. – Auch von mir, mit 40 Jahren Verspätung: merssi Mätteli!
René Hornung, 29. Juli 2024 um 11:31 Uhr «Mätti» war weit mehr als der Mann fürs Grobe. Mit die ersten Parties in der Grabenhalle waren in den 1980er-Jahren Schwulenfeste und da gabs immer mal wieder Bedenken wegen möglicher Angriffe. Doch «Mätti» war immer zur Stelle und hat Publikum und Partymacher «beschützt», auch wenn das eigentlich nicht nötig war. Das gab ein sicheres Gefühl. Ein sympathisch, solidarischer «Aufpasser». Merci Matias!