Man kennt es noch aus vergangenen Jahren: Dunkle, fensterlose Kellerräume, tanzende Menschen, dicht an dicht, der Schweiss tropft sprichwörtlich von der Decke. Was damals noch den Charme des kleinen Bandraum-Festivals ausgemacht hat, ist heute undenkbar.
Frische Luft statt Proberaum
Stattfinden kann das Disorder zum Glück nach Plan, allerdings mit Auflagen der Behörden und ganz viel frischer Luft. Denn: «Die meisten Proberäume sind der Horror in Corona-Zeiten, darum haben sich auch einige Bands bei uns gemeldet und ihr Unbehagen geäussert», sagt OK-Chef Thiemo Legatis. Mitunter habe man sich gar überlegt, das Festival ganz abzusagen. «Das wäre speziell für kleine und unbekanntere Bands sehr schade gewesen. Diese haben es momentan ohnehin schon schwierig, Orte für Auftritte zu finden.» Es sei schon immer die Idee gewesen, Bands mit wenig Bühnenerfahrung eine Plattform zu bieten.
Disorder ist das alternative Musikfestival der Stadt St.Gallen und findet jährlich statt. Insgesamt elf Bands spielen an vier verschiedenen Locations in der Innenstadt. Teilnehmende Bands, Adressen und Auftrittszeiten sowie eine Karte mit der Übersicht: disorder.ch
In der Stadt gibt es nur eine Handvoll Proberäume, die gross und hoch genug wären für ein Konzert während der Corona-Zeit. Als Beispiel führt Legatis die Reithalle auf der Kreuzbleiche an: «Dort werden dieses Jahr einige Bands spielen.» Mit dem Rest der Gigs musste man aber kreativ werden, um geeignete Orte für Konzerte zu finden. Und das sei ziemlich herausfordernd gewesen.
Der erste Kontakt mit der Stadt St.Gallen habe über die Fachstelle Kultur geführt: «Dort war man ziemlich begeistert und wollte sehr gerne helfen», sagt Legatis. Nicht nur die Fachstelle, auch Privatpersonen hätten sich spontan entschieden, das Festival zu unterstützen.
St.Galler öffnen Dachterrassen – Bewilligung wird nicht erteilt
So haben zwei St.Galler auf die Schnelle ihre Dachterrassen zur Verfügung gestellt. Fast ein halbes Dutzend solcher passender Orte hatten die Veranstalter bereits gefunden. Dann machte sich die Polizei ein Bild der Locations: «Nein. Geht nicht, nur schon feuerpolizeilich. Und vor allem zu viele potentielle Lärmklagen», hiess es ziemlich fix. Legatis ist darüber enttäuscht: «Wir haben auch ein bisschen gemerkt, dass es einigen Beamten ziemlich egal war.»
Letztes Jahr am Disorder: Mo Klé.
Nun sind alle Locations trotz vieler Extraschlaufen und grossem organisatorischen Aufwand gesichert und das Disorder kann am Freitag und Samstag wie geplant über die Bühne(-n) gehen. Inkluive Sicherheitskonzepte. Auch von den schlechten Wetteraussichten lässt sich Legatis nicht die Stimmung vermiesen: «Das ist etwas, das man als Organisator immer mit einberechnen muss.» Ob wir das wohl irgendwann auch über Corona sagen werden?
In St.Gallen hat am Samstag zum ersten Mal ein emanzipatorisch-antifaschistisch-queerfeministisches Kampfsportturnier stattgefunden. Wie das aussieht? Schon ziemlich brutal, aber dann auch wieder herzlich.
Seit 35 Jahren untersucht Patrick Rohner Naturprozesse, insbesondere im Zusammenhang mit Geologie, zeichnerisch, malerisch und bildhauerisch. Die Ausstellung «Faltungen» im Museum Bickel zeigt noch bis zum 22. November einen Querschnitt dieser kontinuierlichen Beschäftigung.
Vor dem Karlstor ein Picknick unter Bäumen am Ufer, die Mittagspause mit den Füssen im Wasser vor der Kantonsschul-Bibliothek oder ein Bier am Bächlein zwischen der Bar La Buena Onda und dem «Bierhof» – das alles soll gemäss der Machbarkeitsstudie «Alte Steinach» möglich werden. Am Montag haben sie die Verantwortlichen vorgestellt.
Delfine, Herzen und Flaggen. Die «Illo Konstanz Vol. 5» zeigt über 60 Arbeiten von internationalen Illustratoren. Die Schau lässt viel Raum für eigene Zugänge, übt aber auch Kritik und zeigt Haltung.
Der Verein Lattich im Güterbahnhofareal St.Gallen feiert das 10-Jahr-Jubiläum. Noch immer kämpft er mit Einsprachen. Der Vorstand der Gründungsphase hat aufgegeben. Seit gut einem Jahr bilden Adelheid Karli und Florim Šabani das Co-Präsidium.
Nachruf auf Urs Ullmann
Bücherherbst: Mondläufer von Daniel Badraun
Eine benzinbetriebene Glühbirne? Ein robustes Schnapsglas? Oder ein Katzenhalsband, das die Raubtiere vom Vögelfangen abhalten soll? Im Historischen Museum Thurgau schlummern einige Gegenstände, deren Funktion auf den ersten Blick nicht ganz klar ist. Thomas Götz, Martina Hügi und Stefan Keller mussten diese am Icon Poet herausfinden.
Die St.Galler Rockband The Black Salt veröffentlicht ihr zweites Album. Und verabschiedet sich ein Stückweit von ihren Anfängen.
Die Welt ist in stetem Wandel. Und manche Veränderungen sind irreversibel – Gletscher schmelzen, Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Die Ausstellung «Flimmern» widmet sich der Bewusstwerdung dieses Wandels – und dem Schmerz, den er auslöst.
Die Grundlagen, mit denen die Befürworter:innen die dritte Autobanhröhre durch den Rosenberg in St.Gallen und die Teilspange mit dem Anschluss im Güterbahnhofareal fordern, basieren auf fragwürdigen Zahlen. Zu diesem Schluss kommt der Raum- und Verkehrsplaner Thomas Hug-Di Lena.
Die St.Galler Tanzkompanie feierte vergangenen Samstag mit From England with Love Premiere. Das Stück wagt sich abermals aus dem Gleichschritt – mit unmissverständlichen Gesten.
Das Kunsthaus Bregenz zeigt in der neuen Ausstellung Arbeiten der US-amerikanischen Künstlerin Torkwase Dyson. Ausgangspunkt ihrer grossformatigen geometrischen Skulpturen und poetischen Malereien bildet das Leben und die Befreiung Schwarzer Menschen.
Wie stehts heute um die Gleichstellung? Und wie war das früher? Die Pop-up-Ausstellung «Frauenspuren im Hallenbad» in Gossau arbeitet ein Stück Gesellschaftsgeschichte auf. Zeigt, wo es heute noch hakt, und dass es nicht bleiben muss, wie es ist.
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Theater
Johanna und Szilamer arbeiten seit vier Jahren als Erntehelfer:innen in Fruthwilen. In ihrer Heimat Rumänien ist die wirtschaftliche Lage angespannt und die körperliche Arbeit auf dem Feld sind sie gewohnt.
Am 29. Oktober entscheidet die SP der Stadt St.Gallen, wen sie in die Ersatzwahl um den Stadtratssitz von Peter Jans schickt. Was ursprünglich wie eine Formalität aussah, hat sich zu einem spannenden Rennen entwickelt. Mit offenem Ausgang.
Jock Kobels zweiter Fall
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