Der FC St.Gallen verliert gegen den Tabellenletzten und ist im Vergleich zum Herbst nicht wiederzuerkennen.
Es gibt Anhänger, die rechnen sich bereits aus, wie viele Spiele der FC St.Gallen noch verlieren darf, um nicht in Abstiegsgefahr zu geraten. Dass Lausanne nur noch gewinnt, nehmen sie einfach an.
Die Lösung für die Krise sieht folgendermassen aus:
Wenn das Kollektiv versagt, braucht es nicht mehr Kollektiv, sondern einen individuellen Exploit.
In der letzten Saison war dafür Scarione zuständig. Eine ähnlich schlechte Phase, die 2012 in der Vorrunde begonnen und sich in der Rückrunde (samt Cup-Niederlage) fortgesetzt hatte, beendete er am 24. Februar 2013 mit drei Treffern gegen den FC Luzern. Dabei waren zwei Elfmeter, Luzern hatte früh eine rote Karte bekommen und am Schluss stand es 4:0. Es war der erste Sieg des FC St.Gallen seit dem 28. Oktober 2012.
St.Gallen gewinnt 4:0 gegen Luzern.
Danach war die Krise vorbei, Scarione wurde Torschützenkönig und der FC St.Gallen erreichte den dritten Platz.
Müsste man tippen, welchem Spieler der aktuellen Mannschaft am ehesten ein Exploit gelingen könnte, käme möglicherweise folgende Rangliste heraus:
Marco Mathys. Er hat in dieser Saison immer wieder Tore in entscheidenden Momenten geschossen. Sein wichtigstes war der Kopfball zum 1:1 im Heimspiel gegen Spartak Moskau. Das Unentschieden wurde zum Ausgangspunkt für den darauf folgenden Höhenflug.
Mathys erzielte in der Rückrunde den Ausgleich im Startspiel gegen Aarau, hatte mindestens eine sehr gute Chance gegen den FCZ (aus elf Metern über das Tor). Gegen die Grasshoppers lief er zweimal alleine auf Bürki zu und traf nicht. Gegen Lausanne schoss er zweimal im Strafraum einen Verteidiger an statt ins Tor.
Bisher 6 Tore/1 Assist
Goran Karanovic. Kurz vor Schluss kam er gegen Lausanne zu einem Kopfball, es schien seine erste Chance im ganzen Spiel gewesen zu sein. Natürlich klärte der Torhüter mit einer Glanzparade. Der 26jährige Stürmer hat in seiner Karriere schon einige Tiefs erlebt. Mangels Alternativen ist er als Sturmspitze unbestritten. Das könnte sich als Vorteil erweisen. Man muss Karanovic attestieren, dass er unverdrossen versucht, das Glück auf seine Seite zu zwingen.
Bisher 5 Tore/3 Assists
Stéphane Besle. Der Franzose ist wie der Rest der Mannschaft ausser Form. Zu den Konstanten gehört, dass er mindestens einmal pro Spiel wie erschlagen am Boden liegt – meistens ohne ersichtlichen Grund. Für immer in Erinnerung bleiben wird sein Kung Fu-Tritt im Auswärtsspiel gegen Swansea. Es dauerte zehn Minuten, bis Michu endlich einen Kopfverband montiert und das blutige Shirt ausgezogen hatte. Aber Besle schiesst auch immer wieder Tore, meistens auf Eckbälle von Wüthrich. Zu den Eigenschaften des Verteidigers gehört eine gesunde Aggressivität. So zumindest würde ihn der eigene Trainer beschreiben. Seinen Gegnern fallen jeweils auch andere Bezeichnungen ein. Jedenfalls ist Besle einer, der den Ball auch einmal ins Tor würgt und wenn er dabei die Ellbogen einsetzen muss – umso besser. Dann hat er nicht nur ein Tor erzielt, sondern sich gleich auch Respekt verschafft.
Bisher 1 Tor/3 Assists
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