1:12 - das ist eine einfache Rechnung. Mit grosser Wirkung - darum: Geht an die Urne, dieses Wochenende!
«Es fehlt an Geld, nun gut, so schaff es denn»: So protestiert das Volk in Goethes «Faust». Und Mephisto weiss Abhilfe: Er lässt über Nacht Millionen an Papiergeld drucken. Faust wird so zum Grosskapitalisten – mit allen teuflisch zerstörerischen Folgen. Die Szene gehört zu den starken Momenten in der Produktion «Faust_Requiem», die das Theater St.Gallen in der Laurenzenkirche spielt, nächsten Mittwoch zum letzten Mal.
Was sonst mit Geld «gespielt» wird: Nächsten Frühling soll in der Schweiz die Vollgeld-Initiative lanciert werden. Die Initianten begründen ihr Projekt so: «Eine der Hauptursachen der Finanzkrise ist den meisten Menschen gar nicht bewusst – die eigenmächtige Herstellung von Giralgeld durch die Banken.» Das elektronische Giralgeld mache mittlerweile ca 90 Prozent der kaufkräftigen Geldmenge aus. Vollgeld habe dagegen grosse Vorteile: «Es ist sicher vor Bankenpleiten, verhindert Finanzblasen und Inflation und rentiert sich: 300 Milliarden für Bürgerinnen und Bürger.»
Hirngespinst oder mehr? Chancenreicher scheint vorderhand die Initiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen – sie ist im Oktober eingereicht worden und garantiert zumindest intensive Debatten um Löhne und Gelder.
Noch chancenreicher und alles andere als hirngespinstig ist die 1:12-Initiative. Auch wenn wir beim Saiten-Kollektiv eine andere Relation propagieren und praktizieren – siehe Bild –, erinnern wir doch gern daran, dass an diesem Wochenende eine nationale Abstimmung stattfindet, die nicht Symbolpolitik betreibt, sondern einen ganz konkreten Schritt Richtung Verteilungsgerechtigkeit macht.
Das gleiche gilt für die städtische Abstimmung zur Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus. Kostenmiete statt Marktmacht: Auch das ist ein Schritt hin zu einer Welt, in der etwas weniger Leute sagen müssen: «Es fehlt an Geld.»
Schon abgestimmt?
Es ist seine letzte Session nach zehn Jahren im St.Galler Kantonsrat. SP-Kulturpolitiker Martin Sailer setzt künftig ganz auf den Zeltainer. Das Geld für den Neubau in Wildhaus ist fast zusammen, 2027 soll es losgehen.
Ohm41 stellen wieder aus
Das Thurgauer Pop-Phänomen Noemi Beza veröffentlicht Anfang Juni ihre neue EP. You’ll Find Me There vereint Country-Vibes mit astreinem Pop – was man ein wenig vermisst, sind Ecken und Kanten.
Kolumne: Stimmrecht im Juni
Ausstellung in Herisau
Nach 22 Jahren gibt Matthias Peter die Leitung der St.Galler Kellerbühne ab. Vom Raum ist er nach wie vor begeistert. Aber dem Kabarett ging es auch schon besser, erzählt er im Gespräch.
Die Thurgauer Künstlerin Micha Stuhlmann befasst sich in ihrem neuen Projekt mit dem Dasein im Moment. Am 7. Juni findet dazu ein Workshop in St.Gallen statt und am 26. Juni zeigt sie mit ihrem Ensemble die finale Performance in Kreuzlingen.
Die Tonhalle Wil wurde 1876 eröffnet. Seither bereichert sie praktisch ununterbrochen das kulturelle Leben der Äbtestadt. An den kommenden zwei Wochenenden wird gefeiert.
Jonas Ulrich taucht mit seinem ersten Spielfilm in die Black-Metal-Welt ab. Wolves ist eine bildstarke Geschichte über Einsamkeit und das Dazugehören, voller Gegensätze und mit etwas holprigen Dialogen.
St.Gallen bewahrt nicht mehr nur 1000-jährige Handschriften. Mit dem Internet Archive Switzerland entsteht hier ein Archiv für Webseiten, künstliche Intelligenz und das digitale Gedächtnis der Zukunft.
Mit Internet Archive Switzerland entsteht in St.Gallen ein Ableger des grössten Archivs für Websiten und Künstliche Intelligenz weltweit. Ausserdem im Juniheft: Männer unter Generalverdacht, das grosse St.Galler 80er-Buch, das Abschiedsinterview mit dem langjährigen Kellerbühnenchef und die Flaschenpost aus Venedig.
Der WWF St.Gallen wird 50 Jahre alt. Sein Geschäftsleiter Lukas Indermaur zieht bei der Beurteilung der aktuellen Situation von Natur und Umwelt eine durchzogene Bilanz.
«Urs Frei. A – Z» im Kunstmuseum St. Gallen ist die erste Retrospektive zum ausserordentlichen Schaffen von Urs Frei (1958 – 2023). Rund 140 Arbeiten geben Einblick in ein Werk, das kaum zu fassen ist. Das gehört zu seiner Qualität.
Wie wollen wir künftig leben und unsere Nahrungsmittel produzieren? Die Ausstellung «How goes Tomorrow» der Ostschweizer Künstlerin Claude Bühler in der Shedhalle in Frauenfeld sensibilisiert für nachhaltige Handlungsstrategien.
«Das Kind zurücklassen? Wie kann man so dumm und herzlos sein», schreibt der Schweizer Autor Lukas Bärfuss über seine Mutter, die keine Mutter für ihn sein konnte. In seinem neuen Buch schaut er in die Vergangenheit und hat Verständnis, nicht für die Mutter, aber doch für diese Frau, die nie Glück und immer zu wenig Geld hatte.
Gaal, Görtler und Witzig schiessen St. Gallen zum langersehnten Cupsieg!
Die Medikamentenversuche von Münsterlingen als Teil eines Vampir-Musicals? Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Die Bühne Mammern wagt den Versuch. Ab 29. Mai im Zirkuszelt.
Die diesjährige Kulturlandsgemeinde findet entlang der Bahnlinie zwischen Gossau und Wasserauen statt. Es ist ein interdisziplinäres Experimentzwischen Kunst, Gesellschaft und Aktivismus. Ausserdem stellt die Kulturlandsgemeinde künstlerisch und organisatorisch die Weichen für die Zukunft.
Am Samstag findet in St.Gallen erstmals das Punkfestival El Cartel statt. Es soll dazu beitragen, die Szene zu stärken. Dabei fehlt es gerade in St.Gallen an Nachwuchs.
Seit 40 Jahren macht die Bibliothek Wyborada in St.Gallen sichtbar, was lange fehlte: Literatur von und über Frauen. Heute sind Autorinnen und feministische Themen zwar stärker präsent in der Öffentlichkeit, doch die Relevanz der Bibliothek ist nach wie vor gross.