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«Es isch wieder Wauhkampf»

Pedro Lenz war da. Der Berner Mundart-Schriftsteller veredelte am Freitag kulturell den Wahlkampfauftakt für SP-Ständerat Paul Rechsteiner.
Von  Ralph Hug

Pedro Lenz ist bekennender Rechsteiner-Fan. Schon vor vier Jahren beteiligte er sich am Wahlkampf des St.Galler Linkspolitikers. Damals verfasste er für ihn ein Gedicht in Hochdeutsch, das an einem Kulturfest in der Lokremise verlesen wurde. Darin hiess es: «Weil ich in diesen Tagen sehe, höre und lese / was für Leute das Schweizersein für sich reklamieren / wünsche ich mir einen wie dich im Ständerat.»

Jetzt verfasste er wieder ein Stück. Diesmal einen Slam in Mundart. Und verlas ihn höchstpersönlich auf dem Grüningerplatz. Dort, auf der Gasse mitten in der Altstadt, fand die Medienkonferenz statt, an der Rechsteiner bekanntgab, dass er wieder für den Ständerat kandidieren werde. Und was sagte Lenz? Den Pedro-Sound muss man sich hinzudenken. Aber der Text geht so:

 

So, so, sälü zäme,
es isch wieder Wauhkampf
es wird wieder gweiblet,
es wird wieder ufgschtöut,
es wird wieder plakatiert,
es wird wieder versproche.

Si säges enang, si gäbes enang,
es isch wieder Wauh- wieder Wauh-,
wieder Wauh- wieder Wauhkampf.
Wiederwauhkampf isch es.

Es isch chaut worde,
i de letschte Johr,
wenn i umeleuge,
wenn i umelose,
wenn i umeliese,
wenn i umereise
i däm Land,
de ziehts zäntume aus zäme
chli zungerobsi.

D Wäut chlopfet aa,
die Wäut dört usse,
die Wäut, wo ke Rueh git,
die Wäut wo nie Rueh git,
wo ke Rueh wott gä,
wo ke Rueh cha gä,
ou jetz im Wauhkampf nid.

Aber gäge die Wäut,
gäge die Wäutoffeheit,
gäge d Offeheit vor Wäut,
gits i däm Land Rezäpt,
immer gliichi, auti Rezäpt,
wo nis aus eidgenössisch,
wo nis aus bodeständig,
wo nis aus freiheitlech,
verchouft wärde,
wo aber nume d Freihit
vo de Mehbessere schütze.
Mir hei di Rezäpt ghört,
hei se scho so mängisch ghört
und scho lang dürschout:

D Stüren abe,
d Türe zue,
d Soziabgagen abe,
d Ouge zue,
Personaubestang abe,
Chinderchrippe zue,
d Ränten abe,
d Gränze zue,
d Gringen abe,
d Härz zue,
aben und zue,
aben und zue,
und de wär Rueh,
und de wär Rueh,
de wär mou Rueh im Land.

Das säge nis die,
wo das immer scho,
wo hie immer scho,
wo hie scho so lang,
wo scho vüu z lang,
ds Heft ir Hang
und Gäutigsdrang
hei gha.

Vo Rorschach bis a Gänfersee,
tuet jedem ds Stürezale weh,
wott niemer kener Arme gseh,
hockt jeden uf sim Protemonnaie.

Aber zwüschinne mou,
chunnt zum Glück e Paul,
chunnt vo nöimen e Paul,
chunnt e Paul Grüeninger
zum Bischpüu,
chunnt e Paul Rächsteiner
zum Bischpüu,
chunnt öppen öpper
wo öppen öppis
versuecht z verändere,
wo mou versuecht,
die Türe chli uf z mache,
di Geischter chli uf z mache,
und denen e Stimm z gä,
und denen e Heimat z gä,
und denen e Chance z gä,
und denen e Hoffnig z gä,
und denen e Zuekunft z gä,
wo ou no do si,
wo ou no do wäre,
wo ou Teil vor Gsöuschaft wäre,
wenn me se würd wöue gseh,
wenn me se würd wöue ghöre.

Luegit,
der Paul Grüeninger,
der Flüchtlingshäufer,
het do si Platz,
het do si Platz übercho,
aber es isch lang ggange,
vüu z lang.

Der Paul Rächsteiner,
het im Ständerot si Platz,
het im Ständerot si Platz übercho,
aber es isch lang ggange.

Es geit äbe mängisch lang,
bis öpper nöimen aachunnt,
bis öpper si Platz überchunnt
öpper, wo sech iisetzt,
öpper, wo die Wäut
i das Land bringt,
öpper wo das Land,
i die Wäut stöut,
öpper wo die vom Rand
i d Mitti ine hout,
öpper, wo die inehout.

 

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