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Es summt im Künstlerbienenstock

Im Werkhaus 45 unterhalb vom Bahnhof St.Gallen-Haggen haben sich die ersten Künstler eingenistet. Ein kreatives Kribbeln geht durch das Haus. Die Verantwortlichen hoffen, das geschäftige Treiben möge länger währen als vorgesehen.
Von  Frédéric Zwicker
Im Hintergrund: Susanne Albrechts Fotografien aus Rom (Bilder: fz und co)

«Normalerweise arbeite ich bei mir im stillen Kämmerchen», sagt die Malerin Rosmarie Abderhalden laut genug, damit ihre Stimme die Musik übertönt, die Alena Kundela und Angela von Rotz den Rhythmus für ihre Tanzübungen vorgibt. Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass die Künstlerin ihr Atelier in Ebnat-Kappel verlässt, um in fremder Umgebung zu wirken. Sie hat ihre Wirkungsstätte auch schon in eine alte Maschinenfabrik verlegt. Jetzt hat sie sich in einer Ecke vor der Fensterfront eingerichtet. Eine Styropor-Platte, die im fast turnhallengrossen, tageslichtdurchfluteten Raum auf dem Boden lag, ist jetzt als Untergrund in eine Bildkomposition integriert.

Das Werkhaus 45 sei speziell. «Es ist schon sehr schön, dass die jungen Frauen wenige Meter neben mir tanzen.» Stört die Musik nicht? «Falls es mir einmal zu viel werden sollte, mache ich einen Rundgang durchs Haus.» Es sei inspirierend zu beobachten, was all die verschiedenen Künstler arbeiten, wie sich die verschiedenen Räume im Haus verändern. «Diese Prozesse beeinflussen auch meinen eigenen Schaffensprozess.»

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Rosmarie Abderhalden im temporären Atelier

Die Dritte im Raum ist Susanne Albrecht, ihres Zeichens Zeichnerin und Malerin. In dieser Funktion unterrichtet sie auch ihre Studenten im Propädeutikum an der GBS im Riethüsli. Im Werkhaus 45 stellt Albrecht allerdings Fotografien aus. «Ich war im Jahr 2008 in der Atelierwohnung in Rom, die vom Kanton als Stipendium vergeben wird. Jetzt habe ich hier die Gelegenheit, diese Arbeiten einmal auf eine Wand aufzuziehen und die entstehende Fotocollage zu fotografieren.»

Ihre Fotos werden aber nur wenige Tage die Wand zieren. «Vom 17. bis zum 19. August habe ich meine Studenten eingeladen, die Wand zu bespielen. Danach werde ich ein neues Projekt in Angriff nehmen.» Auch Albrecht ist begeistert: unheimlich schön sei es, mit den drei anderen Frauen im Raum zu arbeiten.

Mitdenken und handeln

Wer sich am Freitag dem ehemaligen Industriegebäude direkt unterhalb vom Bahnhof Haggen nähert, ahnt nicht, dass hier rund 80 Kunstschaffende einen Monat lang freie Hand haben, um sich in den riesigen Hallen, ehemaligen Büros oder Kellerzimmern auszutoben, ohne für die Räumlichkeiten Miete zu zahlen. Der Bau sieht äusserlich nach wie vor aus wie der alternde Industriebau aus der Nachkriegszeit, als der er gebaut wurde. Im Inneren sind aber die Anfänge einer Transformation sichtbar, die ihren Höhepunkt am 25. Juni erreicht, wenn hier die grosse Finissage stattfindet.

«Wir wollen zeigen, wie viele kreative Köpfe sich in St. Gallen tummeln, die ein Bedürfnis nach Arbeitsräumen haben», sagt Hapiradi Wild, eine der vier Verantwortlichen im Werkhaus 45. «Ich denke dabei nicht nur an Maler und Bildhauer, sondern auch an Schreiner oder Bierbrauer.» Wild kümmert sich gemeinsam mit Stephanie Amstad, Angie Hauer und Simon Gehrig um einen reibungslosen Ablauf im Haus.

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Von links: Hapiradi Wild, das Double von Stephanie Amstad, Angie Hauer und Simon Gehrig

Am Freitagnachmittag sind die vier gerade in der ehemaligen Kantine mit den Vorbereitungen für den Willkommensapéro und die anschliessende Information der Nutzer beschäftigt. Es geht um Organisatorisches wie die Verantwortung fürs Abschliessen am Abend oder das Putzen. «Wir hoffen, dass alle mitdenken», sagt Angie Hauer. «Und mithandeln», wirft Wild ein.

Organisch wachsend

Das ganze Projekt habe bereits jetzt eine positive Eigendynamik angenommen, sind sich die Initianten einig. Damit diese nicht aus dem Ruder läuft und sich alle an die Regeln halten, mussten die einziehenden Künstler Verträge unterzeichnen. Unüberwindbare Differenzen sind ein Grund für einen Rauswurf. Auch deshalb habe er keine Bedenken, dass das Werkhaus 45 Schauplatz von unerwünscht wüsten Szenen werden könnte, meint Simon Gehrig. Der andere Grund liegt darin, dass sich alle um die eine oder andere Ecke herum kennen. Die vier Verantwortlichen haben zuerst Künstler aus ihrem Bekanntenkreis angefragt, welche dann wieder ihren Bekannten vom Projekt erzählten.

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Installation im ersten Stock des Werkhauses

«Klar ist das Gebäude alt, das sieht man», sagt Hauer. Dunkelgrüne Teppiche würde man heute tatsächlich kaum mehr mit dunklen Holzfenstersimsen und orange-roten Fliesen in der Küche kombinieren. «Aber das hat auch einen gewissen Charme.» Überhaupt ist Optimismus Programm und offenbar durchaus angebracht: «Jedes Problem, das bis jetzt auftauchte, wurde schnell gelöst. Alle sind sehr hilfsbereit und grosszügig», freuen sich Hauer und Wild.

Mindestens ein Sommermärchen

Das Werkhaus 45 besteht vorläufig einen Monat lang als Künstlerhaus. Es wird mindestens als kleines St.Galler Sommermärchen in die Geschichte eingehen. Die Initianten möchten aber mehr. «Es wurde uns angedeutet, dass wir das Haus problemlos ein halbes Jahr weiterführen könnten», sagt Wild. Das ist allerdings nicht sehr interessant. Für ein halbes Jahr würden kaum Künstler einziehen. Dafür lohnt sich der Aufwand schlicht nicht.

«Wenn wir das Haus fünf oder acht Jahre lang nutzen könnten, wäre das genial.» Natürlich müssten die kreativen Nutzer dann zu bezahlenden Mietern werden. Falls der Wunsch der vier Verantwortlichen aber in Erfüllung geht, könnte diese Geschichte weit über ein Sommermärchen und ihre Strahlkraft über die Stadtgrenzen hinauswachsen.

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Auch Tiere fühlen sich offenbar wohl im Werkhaus. Diese Froschfamilie wurde aber wieder in die Freiheit entlassen.

Ma­schi­nen­in­tel­li­genz trifft den Ton, aber nicht die Mu­sik

An den Ap­pen­zel­ler Bach­ta­gen er­klär­te die Me­di­en­wis­sen­schaft­le­rin Mer­ce­des Bunz, wes­halb die künst­li­che In­tel­li­genz krea­tiv sein kann – und war­um sie den­noch grund­le­gend an­ders ar­bei­tet als der Mensch. 

Von  Philipp Bürkler
Bachtage ki und musik 1

Kunstausstellung

Kunst öff­net Tü­ren

Von  Vera Zatti
Arthur Stobete nah

Weis­ses Va­ku­um und ei­ne ro­te Kra­wat­te

Ge­sell­schafts­kri­tik, Wir­bel­säu­len und Ge­len­ke, die kei­ne sind. Im Rah­men ei­ner Zwi­schen­nut­zung zei­gen vier Kunst­schaf­fen­de noch bis zum 29. Au­gust ih­re Ar­bei­ten im Ku­bik-Are­al in St. Gal­len.

Von  Vera Zatti
Transluzent Saiten 5

Das Kreuz mit den Ga­gen

Die Kul­tur hat kei­ne Lob­by? Am Stadt­kul­tur­ge­spräch vom Don­ners­tag­abend im Tal­hof war sie da: Ver­tre­ter:in­nen von acht Be­rufs­ver­bän­den stell­ten sich vor. Bren­nends­tes The­ma wa­ren ein­mal mehr die Ho­no­ra­re.

Von  Peter Surber
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Ei­ne Por­ti­on Kunst

Im Kunst Kon­tor Ror­schach lud der Künst­ler Fe­lix Stöck­le zu ei­nem Din­ner, ei­ner Aus­stel­lung, ei­nem Hap­pe­ning – zwi­schen Fi­ne Di­ning, Ke­ra­mik, pop­kul­tu­rel­len Re­fe­ren­zen und der al­ten Idee ei­nes ge­teil­ten Ti­sches.

Von  Veronika Fischer
Kunstkontor dinner felix stoeckle 1

Hür­de um Hür­de

Nach zehn Jah­ren in der Schweiz woll­te sich Sa­mi­ra Ra­him mit ih­rer Fa­mi­lie ein­bür­gern las­sen. Die zahl­rei­chen bü­ro­kra­ti­schen Hin­der­nis­se und die ho­hen Kos­ten brach­ten die Fa­mi­lie zeit­wei­se fast da­zu, auf­zu­ge­ben.

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Raum­pla­nung als He­bel ge­gen die Woh­nungs­kri­se

Ber­lin­gen hat ei­ne neue Me­tho­de der In­ter­es­sen­ab­wä­gung ent­wi­ckelt: ei­ne Ana­ly­se des Orts­bilds als Grund­la­ge, um die wert­vol­le Bau­kul­tur zu er­hal­ten und gleich­zei­tig die In­nen­ent­wick­lung vor­an­zu­brin­gen. Nun steht die Ver­an­ke­rung in der Orts­pla­nung an.

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SP-Mann Pe­ter Jans tritt En­de Ju­ni 2027 aus der St.Gal­ler Stadt­re­gie­rung zu­rück. In sei­ner Par­tei star­tet die Su­che nach ei­ner Nach­fol­ge mit ei­nem kla­ren Fa­vo­ri­ten. Bei den Bür­ger­li­chen sind Schmie­de für ei­ne gros­se Al­li­anz ge­fragt.

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Von  Eva Bachmann
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Die SVP macht seit Wo­chen Stim­mung ge­gen die ge­plan­te neue Mo­schee der al­ba­nisch-is­la­mi­schen Ge­mein­schaft El-Hi­da­je in St.Gal­len. An­läss­lich ei­nes öf­fent­li­chen Rund­gangs der SP stell­ten die Ver­ant­wort­li­chen das Pro­jekt vor – und räum­ten mit vie­len Vor­ur­tei­len auf.

Von  David Gadze
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Jim Di­ne ge­hört zu den be­deu­tends­ten zeit­ge­nös­si­schen Künst­ler:in­nen. Seit ein paar Jah­ren er­schafft er sei­ne Skulp­tu­ren vor­nehm­lich im Sit­ter­tal. In die Kunst­gies­se­rei ver­lieb­te sich der Pop-Art-Pio­nier bei sei­nem ers­ten Be­such vor fast 20 Jah­ren.

Von  David Gadze
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Al­les deu­tet drauf hin, dass die Uni St.Gal­len dem­nächst in den bis­he­ri­gen Haupt­sitz der Hel­ve­tia-Ver­si­che­rung, ge­plant vom Bas­ler Ar­chi­tek­tur­bü­ro Her­zog und de Meu­ron, als zwei­ten gros­sen Stand­ort auf dem Ro­sen­berg ein­zie­hen kann. Zu­sätz­lich ist ein Holz­bau mit Se­mi­nar­räu­men in Pla­nung.

Von  René Hornung
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FCSG vs. She­riff Ti­ras­pol 5:1 – St.Gal­len nach Schüt­zen­fest ei­ne Run­de wei­ter

Der FC St.Gal­len zeigt sich ge­gen She­riff Ti­ras­pol von sei­ner bes­ten Sei­te und ge­winnt das Spiel nicht nur sou­ve­rän, son­dern auch hoch mit 5:1. Wei­ter geh­t's im Play­off ge­gen den FC Nordsjæl­land aus Dæ­ne­mark.

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Jubiläum

«Je­de Ge­ne­ra­ti­on muss­te die Fir­ma neu er­fin­den»

Von  Roman Hertler
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Hin­term Bahn­gleis be­ginnt das Uni­ver­sum 

Durch bun­te Ga­la­xien bis in ein Meer aus Kat­zen­streu. Die Aus­stel­lung «Hin­ter’m Mond» vom Künst­ler:in­nen­kol­lek­tiv U5 und Mo­ni­ka Stal­der im Stell­werk in Heer­brugg lädt zu ei­ner in­ter­ga­lak­ti­schen Rei­se ein. 

Von  Vera Zatti
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Die un­ver­zicht­ba­ren Som­mer­tipps – Teil 7

Bis zum En­de der Som­mer­fe­ri­en prä­sen­tiert Sai­ten wö­chent­lich Kul­tur­tipps aus der Re­gi­on. Teil 7: Rat­haus­oper Kon­stanz, Charles Uz­ors The Gre­at Wall. A La­by­rinth, Clanx-Fes­ti­val und Rund­gän­ge zu Wi­bora­das Schwes­tern. 

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260708 Sommertipps Till The Morning Rises Pfister Noemi

FC St.Gal­len vs. FC Lu­zern 2:2 – Im­mer­hin ein Punkt

Ge­gen die­ses Lu­zern müss­te der FC St.Gal­len ei­gent­lich drei Punk­te ein­fah­ren. Zum Schluss muss er aber froh sein, dass es im­mer­hin ei­ner wird. Der Aus­gleich ge­lingt erst weit in der Nach­spiel­zeit per Pe­nal­ty. Das Spiel zum Nach­le­sen im SENF-Ti­cker.

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