Am Freitag wurde in einer vollbesetzten Aula der Kanti über Nahrungssicherheit, die Wertschätzung des Bauernberufs und Zuckermais diskutiert. Eingeladen hat das Sufo. Ein Gastbeitrag von Lea Hürlimann
«Lebensmittelversorgung im 21. Jahrhundert – Blicke über den Tellerrand», so das Thema der Podiumsdiskussion des diesjährigen, neunten Sozial – und Umweltforums Ostschweiz (SUFO) letzten Freitag in der voll besetzten Kanti-Aula. Moderatorin Bettina Dyttrich (Bildmitte) stieg ein mit der Frage, was die TeilnehmerInnen der Diskussionsrunde denn zu Mittag gegessen hätten – und woher das kam. Diskutiert haben Priska Baur, Agrarökonomin, Martin Ott, Biobauer auf einem Demeter-Betrieb, Andreas Schriber, Geschäftsleiter der Stiftung Biovision und Markus Ritter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes und CVP-Nationalrat (Bild: v.l.n.r.).
Viele Themen, die sich in diesem Zusammenhang aufgedrängt hätten, kamen nicht zur Sprache in den knapp eineinhalb Stunden; hätte Herr Ritter nicht zeitig gehen müssen und Bettina Dyttrich nicht am Schluss rigoros abgebrochen, so hätte sich die hochspannende Diskussion um dieses Thema noch lange weiterziehen können. Und das, obwohl Martin Ott schon zu Beginn bemängelte, dass heute alle über die Landwirtschaft redeten, aber niemand mehr Landwirtschaft machen wolle.
Der Blick über den Tellerrand gelang hauptsächlich dank Andreas Schriber, der seine Erfahrungen aus Afrika einbrachte. Markus Ritter stand noch ganz unter dem Eindruck des chinesischen Staatsbesuchs und betonte, dass sich die Chinesen nicht etwa nach den Banken erkundigten, sondern vielmehr nach der Schweizer Landwirtschaft, die sie als beste Landwirtschaft der Welt betrachteten. Die Teilnehmer waren sich aber einig, dass es keine global anwendbare beste Lösung gebe, sondern die Landwirtschaft an die lokalen Gegebenheiten angepasst sein müsse. Auch einig war man sich darüber, dass es eine Änderung des Finanzsystems braucht und sich die Lösung des Problems der Welternährung nicht nur in der Landwirtschaft entscheidet.
Offen blieb, wie man den Selbstversorgungsgrad definieren soll – beziehungsweise was dieser überhaupt für einen Wert habe – und ob die Bauern in der Schweiz zu wenig wertgeschätzt werden. Die beiden Bauern des Podiums fanden ja, Baur und Schriber verwiesen hier darauf, dass der Bauernberuf in Afrika ein viel schlechteres Ansehen geniesse, weil die Menschen dort diesen Beruf selten selbst wählten und oft nicht in erster Linie für den Markt, sondern für die Selbstversorgung produzierten.
Wenn die globalen Probleme riesig und wenig beeinflussbar für den einzelnen schienen, so belehrte Martin Ott die ZuhörerInnen eines besseren, wenn er vom erfolgreichen Projekt erzählte, wie aus hybridem Monsanto-Zuckermais in zehnjähriger Arbeit wieder der erste samenfeste Zuckermais der Welt zurückgezüchtet wurde. Ganz unter dem Motto, dass Landwirtschaft die Kunst sei, den Boden während der Produktion zu verbessern, die Landschaft zu verschönern und die Menschen glücklicher zu machen.
Nach Jahrzehnten treffen sich Eva und Franz wieder. Beide im fortgeschrittenen Alter. Viel ist passiert und doch ist da noch Zuneigung. Schwindlig heisst der neue Roman der Ostschweizer Autorin Christine Fischer, in dem vielschichtige Charaktere auf feines Sprachgefühl treffen.
Dieses Wochenende eröffnet die offene Werkstatt Meter den neuen Standort an der Burgstrasse. Und im November zügelt Offcut nach St.Fiden. Das ist der Anfang vom Ende der Gemeinschaft «Ulmen5» – zumindest in ihrer bisherigen Form. Denn 2027 könnte es zur teilweisen Wiedervereinigung kommen.
Eine neue SRF-Serie porträtiert eine elfköpfige WG aus St.Gallen. Endlich wieder mal eine sehenswerte SRF-Produktion, findet Saiten-Autor Andi Giger.
St. Gallen schlägt sich am Ende auch selbst und muss den Traum von Europa begraben. Entscheidend war er Platzverweise gegen Mihailo Stevanovic vor der Pause.
Drei Kulturmagazine tun sich zusammen, vergleichen ihre Städte und die Herausforderungen, denen die Kultur gegenübersteht. Saiten hat die Kolleg:innen vom «Coucou» in Winterthur besucht und das «Null41» war in St.Gallen zu Besuch. Ausserdem im Septemberheft: lauter Jubiläen – von Anita Zimmermann über das Figurentheater bis zur Museumsnacht –, ein Pfarrer auf braunen Abwegen, eine Flaschenpost aus Afghanistan und ein Interview zum Hitzesommer und dem Klimawandel.
An seiner ersten Pressekonferenz als Leiter der St.Galler Kellerbühne schildert Hüseyin Cirpici seine Eindrücke der Stadt und verrät, was das Publikum unter seiner Regie erwartet.
Der St.Galler Komponist Charles Uzor hat eine Art politisches Oratorium geschrieben. Am Sonntag wurde es in der Kirche Trogen aufgeführt: The Great Wall. A Labyrinth mit dem grandiosen New Yorker Vokalensemble Ekmeles.
An den Appenzeller Bachtagen erklärte die Medienwissenschaftlerin Mercedes Bunz, weshalb die künstliche Intelligenz kreativ sein kann – und warum sie dennoch grundlegend anders arbeitet als der Mensch.
Kunstausstellung
Gesellschaftskritik, Wirbelsäulen und Gelenke, die keine sind. Im Rahmen einer Zwischennutzung zeigen vier Kunstschaffende noch bis zum 29. August ihre Arbeiten im Kubik-Areal in St. Gallen.
Die Kultur hat keine Lobby? Am Stadtkulturgespräch vom Donnerstagabend im Talhof war sie da: Vertreter:innen von acht Berufsverbänden stellten sich vor. Brennendstes Thema waren einmal mehr die Honorare.
Im Kunst Kontor Rorschach lud der Künstler Felix Stöckle zu einem Dinner, einer Ausstellung, einem Happening – zwischen Fine Dining, Keramik, popkulturellen Referenzen und der alten Idee eines geteilten Tisches.
Nach zehn Jahren in der Schweiz wollte sich Samira Rahim mit ihrer Familie einbürgern lassen. Die zahlreichen bürokratischen Hindernisse und die hohen Kosten brachten die Familie zeitweise fast dazu, aufzugeben.
Berlingen hat eine neue Methode der Interessenabwägung entwickelt: eine Analyse des Ortsbilds als Grundlage, um die wertvolle Baukultur zu erhalten und gleichzeitig die Innenentwicklung voranzubringen. Nun steht die Verankerung in der Ortsplanung an.
SP-Mann Peter Jans tritt Ende Juni 2027 aus der St.Galler Stadtregierung zurück. In seiner Partei startet die Suche nach einer Nachfolge mit einem klaren Favoriten. Bei den Bürgerlichen sind Schmiede für eine grosse Allianz gefragt.
Im Botanischen Garten St.Gallen geht es ab nächsten Samstag wundersam zu und her: Künstler:innen aus verschiedenen Sparten laden zum szenischen Rundgang unter dem Titel In der Dämmerung wächst ein Flüstern. Ein Probenbesuch.
Der Dramatiker Andreas Sauter liest am 27. August im Literaturhaus Thurgau aus seinem unfertigen Manuskript Einbruch der Wildnis. Im Zentrum des Werks steht die Frage, was es für einen gesellschaftlichen Wandel braucht.
Die deutsche Filmemacherin Regina Schilling bringt zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann Jemand, der einmal ich war ins Kino. Der Dokumentarfilm verknüpft grossartige Archivaufnahmen mit fiktionalen Szenen aus dem letzten Lebensjahr der Dichterin zu einem zugänglichen Plot.
Die SVP macht seit Wochen Stimmung gegen die geplante neue Moschee der albanisch-islamischen Gemeinschaft El-Hidaje in St.Gallen. Anlässlich eines öffentlichen Rundgangs der SP stellten die Verantwortlichen das Projekt vor – und räumten mit vielen Vorurteilen auf.
Jim Dine gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstler:innen. Seit ein paar Jahren erschafft er seine Skulpturen vornehmlich im Sittertal. In die Kunstgiesserei verliebte sich der Pop-Art-Pionier bei seinem ersten Besuch vor fast 20 Jahren.