Bald winden sich in der Moorlandschaft bei Gais wieder endemische Gewächse an den Hängen, audiovisuelle Auswüchse, die es aber nur kurz zu bewundern gibt. Zehn Tage dauert diese Blütezeit, vom 2. bis 12. September, danach ist das fragile Ökosystem am Fuss des Hirschbergs wieder sich selbst und den Einheimischen überlassen.
Kontrabassist und Klangtüftler Patrick Kessler, der Erfinder der «Klang Moor Schopfe», der am Hang gegenüber wohnt, hat auch für die dritte Ausgabe des Festivals avantgardistische Musiker:innen von nah und fern aufgetrieben, die den Hütten zeitgenössisches Klangleben einhauchen. Die zwölf Schopfe werden zu Avant-Gaden, die landwirtschaftliche wird zur klangwirtschaftlichen Zone.
Das Konzept: Die eingeladenen Künstler:innen entwickeln im Sinn einer Carte Blanche in je einem Schopf eine Klanginstallation, das Publikum erwandert dann in einem rund zweistündigen Rundgang die ortspezifischen Werke. Erweitert und vertieft werden die «Klang Moor Schopfe» mit Live-Performances, Artist Talks, einer Videonacht, Podcasts und Sound Walks.
Von weiter her kommen zum Beispiel Ryoichi Kurokawa (Schopf #1), Rie Nakajima (Schopf #5) oder Billy Roisz (Schopf #3). Ryoichi Kurokawa ist ein Pionier der digitalen audiovisuellen Kunst. Field Recordings und rekonstruierte Strukturen verbindet er zu dreidimensionalen «Zeitskulpturen».
Auch Billy Roisz arbeitet an der Schnittstelle von Bild und Ton, sucht Verbindungen und Lücken zwischen visueller und auditiver Wahrnehmung. Rie Nakajima hingegen erzeugt Klang mit präparierten Alltagsobjekten und kinetischen Geräten.
Klang Moor Schopfe – Biennales Festival für audiovisuelle Kunst: 2. bis 12. September, Hochmoor Gais AR
klangmoorschopfe.ch
In Schopf #8 wirkt der Zürcher Künstler, ETH-Forscher und Komponist Marcus Maeder. Er lässt Natur- und Klimaphänomene ertönen. Schräg gegenüber (Schopf #9) erkundet der Berner Schlagzeuger und Perkussionist Julian Sartorius die Klangwelt vorgefundener Objekte, und im Schopf #11 haust gleich ein ganzes Kollektiv: A Frei & Franziska Koch (OOR Saloon) sowie Nelson Irsapoullé, Tracy September und Vivian Wang. Dort geht es um relationales und situiertes Zuhören, dekoloniale und queerfeministische Soundpraxen.
Eröffnet wird das Festival mit einem Konzert von Barry Guy. Der in der Ostschweiz lebende britische Musiker zählt international zu den innovativsten Kontrabassisten und Komponisten. Geschlossen wird es mit einem Live-Remix von Norient-Kurator Philipp Rhensius (Schopf #14), gewonnen aus dem Soundmaterial der Podcasts, die er während des Festivals über die Klanginstallationen und die Künstler:innen produziert.
In Schopf #4: Carsten Nicolai (Alva Noto) & Albert Oehlen
Seit zehn Jahren gibt es die Residency in der Bibliothek Andreas Züst im Alpenhof, diesem so schwer zu fassenden Ort in Innerrhoden. Der runde Geburtstag wird nun mit einem vielfältigen Festival gefeiert.
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Kunstausstellung
Eigentlich wollte Zsuzsanna Gahse keine Bücher mehr schreiben. Nun hat sie mit Angerichtet ihr Werk doch noch einmal erweitert. Ihre Sprache darin bleibt neugierig, humorvoll und spielerisch. Und wirkt fast wie ein Kommentar zum eigenen literarischen Schaffen.
Bücherherbst: Ausser mir von Micha Friemel
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Auf seinem neuen Album Three Chords and a Shaking Hand besingt der Rheintaler Singer-Songwriter Mo Klé die gegenwärtige Debattenkultur, Regenstürme und Selbstakzeptanz. Die Albumtaufe findet am 7. November im st.gallischen Bahnhof Bruggen statt.
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Alexander Veljanov ist die unverwechselbare Stimme der Dark-Wave-Band Deine Lakaien. Mit seinem neuen Soloalbum gastiert er am 9. November in Frauenfeld. Ein Gespräch über Schubladen, Lüge, Wahrheit und die Frage, was Musik mit unserem Menschsein zu tun hat.
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Ein Festival über den Tod – darf das auch lustig sein? «Last Call» lädt am 31. Oktober in St.Gallen dazu ein, über das Sterben zu sprechen. Interview mit Michelle Mauchle von der Geschäftsstelle Palliative Care Stadt St.Gallen.
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