Kategorie
Autor:innen
Jahr

Jugendpower gegen Sparkultur

Die Stadt St.Gallen hat im Palace ihre Preise und Werkbeiträge vergeben. Der Abend zeigte, was fehlt, wenn die Preise wie nächstes Jahr weggespart werden.

Von  Peter Surber

Die Preisfeier im Palace ist wie stets gut besucht. Stadtpräsident Thomas Scheitlin nutzt die Stunde. Er lobt die Kulturschaffenden, hebt die hohe Wertschätzung hervor, die die Stadt ihnen entgegenbringe – immerhin ist der Stadtrat an diesem Dienstagabend in corpore versammelt – und unterstreicht ihren Beitrag für eine „lebendige und unverwechselbare“ Stadt.

Dann kommt Scheitlin aufs Sparen. Kaum fällt das unvermeidliche Wort – „den Gürtel enger schnallen“ -, fängt in den hinteren Reihen ein Kleinkind an zu weinen. Die Spardetails gehen im Kinderprotest unter – so dürfte dem Publikum entgangen sein, dass die Stadt zwar laut Scheitlin „bewusst im Budget 2014 keine Kürzung von bestehenden Subventionen vorgenommen“ hat, hingegen die „freien Mittel leicht reduziert“. Den Betrag – 80000 Franken – nennt Scheitlin nicht, ebensowenig die Tatsache, dass die Stadt künftig Förder- und Anerkennungspreise nur noch alle zwei Jahre vergeben wird, um damit nochmal 40000 Franken zu sparen (mehr dazu hier).

Tiefe Streicher in Hochform

Die Antwort auf das politische Streichkonzert kommt dennoch prompt und wieder von der Jugend: als Streicherkonzert. Das 14köpfige Cello-Ensemble des Vereins Megliodia, der einen der zwei Förderpreise erhält, spielt eine rhythmisch packende „Maschinenmusik“; neben Bogenstrich und Pizzicato stampfen die Jugendlichen auch mal kräftig auf die Bühnenbretter.

Mit Megliodia haben die Flötistin Annina Stahlberger und der Cellist Gerhard Oetiker eine ideenreiche Plattform zur Jugendmusik-Förderung geschaffen. Megliodia hat schon in Schaufenstern, in der Mülenenschlucht oder in Industriebetrieben gespielt und macht Klassik so attraktiv für die Jungen. Für möglichst viele, wie Annina Stahlberger in ihrer Dankrede betont: Nicht in erster Linie Begabtenförderung sei das Ziel, sondern gemeinsames musikalisches Tun – auf allerdings hohem Niveau, wovon sich das Publikum im Palace überzeugen konnte.

Ein weiterer Förderpreis ging an die Bildende Künstlerin Katalin Deer, und den Anerkennungspreis erhielt Vexer-Verleger Josef Felix Müller (Bild), von Laudator Rainer Stöckli als „du je länger je einmaligerer St.Galler Verleger“ angesprochen – eine Anspielung auf die karge Verlagsszene in der Stadt. Müller bedankte sich mit einem Lob auf die kulturelle Vielfalt.

jfm-1

Die  fünf Werkbeiträge schliesslich erhalten Veronika Brusa, Martina Werner, Jiajia Zhang, Alfons Karl Zwicker und Matthias Peter. Sie alle legten Projekte vor, von denen man noch hören und sehen wird.

2014 eine Lücke

Auch die 10000 Förderfranken für Megliodia wird man in der Stadt zweifellos auf unkonventionelle Art melodisch klinge(l)n hören. Das Geld sei „eine Rettung“ für das privat und von viel Freiwilligenarbeit getragene Projekt, sagt jemand nach der Feier. Hier wie anderswo zeigt sich: Preise der öffentlichen Hand sind mehr als eine Aufmunterung – in Zeiten, wo die Privatwirtschaft mit Kulturförderung schmörzelt,  können sie existentiell sein.

2014 soll es keine Förder- und Anerkennungspreise geben. Das ist keine Katastrophe, aber schade. Ausser es erhebt sich auch unter den Erwachsenen der Protest gegen die Kultursparerei, wie im Frühling beim kantonalen Sparpaket. Diskussionsgelegenheit bietet sich zum Beispiel am 26. November um 17.30 Uhr beim traditionellen Kulturgespräch der Stadt im Textilmuseum.

Der nächste Anlass von Megliodia: „Die Orgelmaus“, 17. November, 13.30 Uhr und 15 Uhr, Chorraum der Kathedrale, St. Gallen

Bilder: Claudius Krucker

 

 

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
2609 Redeplatz Karin Tobias 01

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

Von  Marion Loher
Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

Von  Lilli Kim Schreiber
Regula Syz 2

Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

Von  Liliia Matviiv

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
Bild 08 07 24 um 07 42

Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
2609 Staetevergleich 4 D3 A9291

Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
B 8

«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 17 40

Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

Von  Redaktion Saiten
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 08 43

Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
IMG 5826 Paul Trummer 2

Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

Von  Shqipton Rexhaj
IMG 1558

Musik am See

Pia­no­klän­ge für al­le

Von  Vera Zatti
IMG 0757 2

FC St.Gal­len vs. FC Thun 3:4 – Es wird heu­te nicht mehr bes­ser

Tor­reich, span­nend und doch ent­täu­schend - nur ei­ne Vier­tel­stun­de gu­ter Fuss­ball reicht halt nicht zum Punkt ge­gen Thun. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Fast ein gan­zes Le­ben spä­ter 

Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

Von  Vera Zatti
Abutz DSC 9766 Portrait wahl fischer klein cmky

Neu­start für Me­ter und Off­cut

Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

Von  David Gadze
Meter 6 david gadze

WG gaf­fen

Ei­ne neue SRF-Se­rie por­trä­tiert ei­ne elf­köp­fi­ge WG aus St.Gal­len. End­lich wie­der mal ei­ne se­hens­wer­te SRF-Pro­duk­ti­on, fin­det Sai­ten-Au­tor An­di Gi­ger.

Von  Andi Giger
6085807

FC St.Gal­len vs. FC Nordsjæl­land 2:3 – St. Gal­len un­ter­liegt Nordsjæl­land

St. Gal­len schlägt sich am En­de auch selbst und muss den Traum von Eu­ro­pa be­gra­ben. Ent­schei­dend war er Platz­ver­wei­se ge­gen Mihai­lo Steva­no­vic vor der Pau­se.

Von  SENF Kollektiv
Senf