In der äusserlichen Erscheinungsform lassen sich kaum Gemeinsamkeiten ausmachen: Unter den preisgekrönten Schweizer Büchern 2013 finden sich grosse, dünne und dicke, kleine, bunte oder Grautöne und verschiedenste Einbände, die sich auch inhaltlich stark unterscheiden. Die Publikation zum 100.Geburtstag Meret Oppenheims, Worte nicht in giftige Buchstaben einwickeln, gewann zudem beim internationalen Wettbewerb «Schönste Bücher aus aller Welt» die Goldene Letter.
Um am Wettbewerb teilzunehmen, müssen die Bücher eingereicht werden; eine fünfköpfige Jury wählt anschliessend die Gewinner aus. Kategorien gibt es keine, einzige Bedingung ist ein Schweiz-Bezug. Dabei schaffen es auch Bücher unter die Besten, bei denen weder die Autorschaft noch das Thema, sondern allein der Verlag schweizerisch ist – darunter ein Produkt aus der Ostschweiz.
Seit 1943
Die Ausstellung im Sitterwerk vermittelt einen inspirierenden, umfangreichen Blick auf zahlreiche Aspekte der zeitgenössischen Buchgestaltung. Roland Früh, Leiter der Kunstbibliothek St.Gallen, schätzt diese Übersicht: «Man kriegt einen interessanten Querschnitt durch die Buchproduktion der Schweiz zu sehen. Da fallen einem plötzlich auch neue Trends und Techniken auf.»
Der Wettbewerb «Die schönsten Schweizer Bücher» feiert dieses Jahr bereits sein 70-jähriges Bestehen. Entstanden 1943 als Branchenauszeichnung des Buchgewerbes (Druckerei, Grafik, Buchbinder und -händler), wurde er in den 90er vom Bundesamt für Kultur übernommen. Damit erlangte der Wettbewerb eine neue Bedeutung und entwickelte sich zu einer Art Spiegel der (buch-)kulturellen Identität der Schweiz.
Am richtigen Ort
Die prämierten Bücher aus dem Jahr 2013 machen nun auf ihrer Reise Halt im Sittertal, die Kunstbibliothek ist der passende Ort dafür. Hier sind Stein, Holz, Papier und Worte in einem einzigartigen Fundus vereint; seit 2006 ist die aus der Kunstbuchsammlung Daniel Rohners hervorgegangene Bibliothek öffentlich zugänglich. Mit rund 25’000 Büchern zu Kunst und Produktion und dem im selben Raum untergebrachten Werkstoffarchiv mit unzähligen Materialmustern können Besucher und Besucherinnen die besonderen Sammlungen nutzen.
Einzigartig ist auch das System der dynamischen Ordnung, welches immer wieder neue Möglichkeiten des Suchens und Findens von Büchern und Materialien ermöglicht. Laut Roland Früh unterscheidet sich die Kunstbibliothek von gängigen Bibliotheken: «Wir sind keine reine Fachbibliothek, sondern auch ein Ort des Experiments, wie sich heute mit Büchern arbeiten und forschen lässt. Unser System ist ein Versuch, neue Technologien zu nutzen und die Arbeit mit Büchern neu zu überdenken.»
Beispiel dafür ist das Projekt «Bibliozine – digitale Notizhefte», ein ‚intelligenter‘ Tisch, der es den Nutzern ermöglicht, Inhalte aus der Kunstbibliothek und dem Werkstoffarchiv zusammenzustellen, am Computer durch eigene digitale Materialien zu ergänzen, in Notizheften abzubilden und diese auszudrucken. Für einen ersten Testdurchlauf wurden die Gestalter des diesjährigen Katalogs der schönsten Schweizer Bücher, David Keshavjee und Julien Tavelli (Maximage) eingeladen, zwei Tage im Sitterwerk zu recherchieren. Das Resultat dieser Recherche mit dem neuen Tool wird in einer Präsentation an der Finissage der Ausstellung schönste Bücher am 23. November vorgestellt.
Die Schönsten Schweizer Bücher kaufen: hier. Kunstbibliothek Sitterwerk: geöffnet Mo bis Fr 9-17 Uhr / So 14-18 Uhr Mit temporärem Bookshop, zusammengestellt von Georg Rutishauser und Samuel Bänziger Finissage und Präsentation «Bibliozine – digitale Notizhefte»: 23. November 14 bis 18 Uhr Öffentliche Führung: Mittwoch 12. November 17.30 Uhr Titelbild: Katalin Deér
Nach 22 Jahren gibt Matthias Peter die Leitung der St.Galler Kellerbühne ab. Vom Raum ist er nach wie vor begeistert. Aber dem Kabarett ging es auch schon besser, erzählt er im Gespräch.
Die Thurgauer Künstlerin Micha Stuhlmann befasst sich in ihrem neuen Projekt mit dem Dasein im Moment. Am 7. Juni findet dazu ein Workshop in St.Gallen statt und am 26. Juni zeigt sie mit ihrem Ensemble die finale Performance in Kreuzlingen.
Die Tonhalle Wil wurde 1876 eröffnet. Seither bereichert sie praktisch ununterbrochen das kulturelle Leben der Äbtestadt. An den kommenden zwei Wochenenden wird gefeiert.
Jonas Ulrich taucht mit seinem ersten Spielfilm in die Black-Metal-Welt ab. Wolves ist eine bildstarke Geschichte über Einsamkeit und das Dazugehören, voller Gegensätze und mit etwas holprigen Dialogen.
St.Gallen bewahrt nicht mehr nur 1000-jährige Handschriften. Mit dem Internet Archive Switzerland entsteht hier ein Archiv für Webseiten, künstliche Intelligenz und das digitale Gedächtnis der Zukunft.
Mit Internet Archive Switzerland entsteht in St.Gallen ein Ableger des grössten Archivs für Websiten und Künstliche Intelligenz weltweit. Ausserdem im Juniheft: Männer unter Generalverdacht, das grosse St.Galler 80er-Buch, das Abschiedsinterview mit dem langjährigen Kellerbühnenchef und die Flaschenpost aus Venedig.
Der WWF St.Gallen wird 50 Jahre alt. Sein Geschäftsleiter Lukas Indermaur zieht bei der Beurteilung der aktuellen Situation von Natur und Umwelt eine durchzogene Bilanz.
«Urs Frei. A – Z» im Kunstmuseum St. Gallen ist die erste Retrospektive zum ausserordentlichen Schaffen von Urs Frei (1958 – 2023). Rund 140 Arbeiten geben Einblick in ein Werk, das kaum zu fassen ist. Das gehört zu seiner Qualität.
Wie wollen wir künftig leben und unsere Nahrungsmittel produzieren? Die Ausstellung «How goes Tomorrow» der Ostschweizer Künstlerin Claude Bühler in der Shedhalle in Frauenfeld sensibilisiert für nachhaltige Handlungsstrategien.
«Das Kind zurücklassen? Wie kann man so dumm und herzlos sein», schreibt der Schweizer Autor Lukas Bärfuss über seine Mutter, die keine Mutter für ihn sein konnte. In seinem neuen Buch schaut er in die Vergangenheit und hat Verständnis, nicht für die Mutter, aber doch für diese Frau, die nie Glück und immer zu wenig Geld hatte.
Gaal, Görtler und Witzig schiessen St. Gallen zum langersehnten Cupsieg!
Die Medikamentenversuche von Münsterlingen als Teil eines Vampir-Musicals? Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Die Bühne Mammern wagt den Versuch. Ab 29. Mai im Zirkuszelt.
Die diesjährige Kulturlandsgemeinde findet entlang der Bahnlinie zwischen Gossau und Wasserauen statt. Es ist ein interdisziplinäres Experimentzwischen Kunst, Gesellschaft und Aktivismus. Ausserdem stellt die Kulturlandsgemeinde künstlerisch und organisatorisch die Weichen für die Zukunft.
Am Samstag findet in St.Gallen erstmals das Punkfestival El Cartel statt. Es soll dazu beitragen, die Szene zu stärken. Dabei fehlt es gerade in St.Gallen an Nachwuchs.
Seit 40 Jahren macht die Bibliothek Wyborada in St.Gallen sichtbar, was lange fehlte: Literatur von und über Frauen. Heute sind Autorinnen und feministische Themen zwar stärker präsent in der Öffentlichkeit, doch die Relevanz der Bibliothek ist nach wie vor gross.
Mit einer Interpellation greifen SVP und EDU im St.Galler Kantonsrat den ausserschulischen Aufklärungsunterricht an. Und mit Unterstützung des «Lehrernetzwerks Schweiz» wollen Eltern aus Bütschwil eine Mitarbeiterin der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen vor Gericht bringen. Dahinter steckt eine orchestrierte Aktion.
«Dieci», die italienische Zahl für zehn, ist das Motto des diesjährigen Heiden-Festivals. Es verweist dabei nicht nur auf das Jubiläum, sondern auch auf eine kulturpolitische Haltung.
Naturmuseum Thurgau
Das St.Galler Theater Trouvaille entdeckt den Musiker und Juristen Mani Matter neu. «’S isch einisch eine gsy»– 90 Jahre Mani Matter verbindet zahlreiche Lieder und literarische Texte des Berners zu einem abendfüllenden Programm. Saiten hat mit dem Theaterleiter Matthias Flückiger gesprochen.
Vier Jahre nach ihrem Debüt kehren Lev Tigrovich mit einer neuen EP zurück. Diese handelt von Kontrollverlust, Illusionen und grossen Gefühlen – und enthält erstmals einen Song, der nicht auf Russisch gesungen ist.