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Lebendes Holz im Sittertal

Im März wurden 22 Titel als «Schönste Schweizer Bücher 2013» gekürt. Nun kann man sich ausgiebig in sie vertiefen: Bis zum 23. November sind sie in der Kunstbibliothek Sitterwerk zu Gast.
Von  Katharina Flieger , 

In der äusserlichen Erscheinungsform lassen sich kaum Gemeinsamkeiten ausmachen: Unter den preisgekrönten Schweizer Büchern 2013 finden sich grosse, dünne und dicke, kleine, bunte oder Grautöne und verschiedenste Einbände, die sich auch inhaltlich stark unterscheiden. Die Publikation zum 100.Geburtstag Meret Oppenheims, Worte nicht in giftige Buchstaben einwickeln, gewann zudem beim internationalen Wettbewerb «Schönste Bücher aus aller Welt» die Goldene Letter.

Um am Wettbewerb teilzunehmen, müssen die Bücher eingereicht werden; eine fünfköpfige Jury wählt anschliessend die Gewinner aus. Kategorien gibt es keine, einzige Bedingung ist ein Schweiz-Bezug. Dabei schaffen es auch Bücher unter die Besten, bei denen weder die Autorschaft noch das Thema, sondern allein der Verlag schweizerisch ist – darunter ein Produkt aus der Ostschweiz.

Seit 1943

Die Ausstellung im Sitterwerk vermittelt einen inspirierenden, umfangreichen Blick auf zahlreiche Aspekte der zeitgenössischen Buchgestaltung. Roland Früh, Leiter der Kunstbibliothek St.Gallen, schätzt diese Übersicht: «Man kriegt einen interessanten Querschnitt durch die Buchproduktion der Schweiz zu sehen. Da fallen einem plötzlich auch neue Trends und Techniken auf.»

Der Wettbewerb «Die schönsten Schweizer Bücher» feiert dieses Jahr bereits sein 70-jähriges Bestehen. Entstanden 1943 als Branchenauszeichnung des Buchgewerbes (Druckerei, Grafik, Buchbinder und -händler), wurde er in den 90er vom Bundesamt für Kultur übernommen. Damit erlangte der Wettbewerb eine neue Bedeutung und entwickelte sich zu einer Art Spiegel der (buch-)kulturellen Identität der Schweiz.

Am richtigen Ort

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Die prämierten Bücher aus dem Jahr 2013 machen nun auf ihrer Reise Halt im Sittertal, die Kunstbibliothek  ist der passende Ort dafür. Hier sind Stein, Holz, Papier und Worte in einem einzigartigen Fundus vereint; seit 2006 ist die aus der Kunstbuchsammlung Daniel Rohners hervorgegangene Bibliothek öffentlich zugänglich. Mit rund 25’000 Büchern zu Kunst und Produktion und dem im selben Raum untergebrachten Werkstoffarchiv mit unzähligen Materialmustern können Besucher und Besucherinnen die besonderen Sammlungen nutzen.

Einzigartig ist auch das System der dynamischen Ordnung, welches immer wieder neue Möglichkeiten des Suchens und Findens von Büchern und Materialien ermöglicht. Laut Roland Früh unterscheidet sich die Kunstbibliothek von gängigen Bibliotheken: «Wir sind keine reine Fachbibliothek, sondern auch ein Ort des Experiments, wie sich heute mit Büchern arbeiten und forschen lässt. Unser System ist ein Versuch, neue Technologien zu nutzen und die Arbeit mit Büchern neu zu überdenken.»

Beispiel dafür ist das Projekt «Bibliozine – digitale Notizhefte», ein ‚intelligenter‘ Tisch, der es den Nutzern ermöglicht, Inhalte aus der Kunstbibliothek und dem Werkstoffarchiv zusammenzustellen, am Computer durch eigene digitale Materialien zu ergänzen, in Notizheften abzubilden und diese auszudrucken. Für einen ersten Testdurchlauf wurden die Gestalter des diesjährigen Katalogs der schönsten Schweizer Bücher, David Keshavjee und Julien Tavelli (Maximage) eingeladen, zwei Tage im Sitterwerk zu recherchieren. Das Resultat dieser Recherche mit dem neuen Tool wird in einer Präsentation an der Finissage der Ausstellung schönste Bücher am 23. November vorgestellt.

Die Schönsten Schweizer Bücher kaufen: hier.
Kunstbibliothek Sitterwerk: geöffnet Mo bis Fr 9-17 Uhr / So 14-18 Uhr
Mit temporärem Bookshop, zusammengestellt von Georg Rutishauser und Samuel Bänziger
Finissage und Präsentation «Bibliozine – digitale Notizhefte»: 23. November 14 bis 18 Uhr
Öffentliche Führung: Mittwoch 12. November 17.30 Uhr
Titelbild: Katalin Deér

Ein ziem­lich ab­ge­fah­re­nes Ding

Seit zehn Jah­ren gibt es die Re­si­den­cy in der Bi­blio­thek An­dre­as Züst im Al­pen­hof, die­sem so schwer zu fas­sen­den Ort in In­ner­rho­den. Der run­de Ge­burts­tag wird nun mit ei­nem viel­fäl­ti­gen Fes­ti­val ge­fei­ert.

Von Hanspeter Spörri,
Alpenhof bibliothek andreas zuest residency

Ein künst­le­ri­sches Ge­ne­ra­tio­nen­tref­fen

Be­vor die Kunst­hal­le St.Gal­len im De­zem­ber we­gen Um­bau­ar­bei­ten vor­aus­sicht­lich bis April 2027 schliesst, dreht sie noch­mals voll auf. In der Aus­stel­lung «House of Ch­an­ge: Pre-Con­s­truc­tion-Warm-Up-Ga­lo­re» prä­sen­tiert sie im lau­fen­den Mo­nat ein dich­tes, bun­tes Pro­gramm an Kunst und Kul­tur.

Von Larisa Baumann,
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Zwi­schen Kunst und Kör­per 

In der Aus­stel­lung «Smi­le ma­nia­cal­ly we’re ali­ve» ver­bin­det Ja­la Wa­hid schein­bar ge­trenn­te Wel­ten. Sie schlägt dar­in ei­ne Brü­cke zwi­schen Er­in­ne­rung, Emo­ti­on, Wis­sen­schaft und Po­li­tik. 

Von Sieglinde Wöhrer,
Jala Wahid Smile maniacally were alive Sieglinde Woehrer

Ver­ei­nig­te Kul­tur­sze­ne pro­tes­tiert ge­gen den Spar­ham­mer

Die er­neu­ten Spar­vor­schlä­ge der St.Gal­ler Re­gie­rung stos­sen auf brei­te Ab­leh­nung. Die Kul­tur­sze­ne so­li­da­ri­siert sich ge­gen die Ab­bau­plä­ne. Die Kul­tur­lob­by hat sich in Stel­lung ge­bracht. Obs hilft?

Von Roman Hertler,
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Kunstausstellung

Mut­ter­schaft in Öl ge­fasst

Von Vera Zatti,
Cecileund Pina300dpi

Die Meis­te­rin der Bei­läu­fig­keit

Ei­gent­lich woll­te Zsuz­san­na Gah­se kei­ne Bü­cher mehr schrei­ben. Nun hat sie mit An­ge­rich­tet ihr Werk doch noch ein­mal er­wei­tert. Ih­re Spra­che dar­in bleibt neu­gie­rig, hu­mor­voll und spie­le­risch. Und wirkt fast wie ein Kom­men­tar zum ei­ge­nen li­te­ra­ri­schen Schaf­fen.

Von Michael Lünstroth,
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Bücherherbst: Ausser mir von Micha Friemel

Ana­ly­se des müt­ter­li­chen Wahn­sinns

Von Veronika Fischer,

Zwi­schen Ruhm und Knast

Ja­kob Stutz, Volks­schrift­stel­ler und Re­form­päd­ago­ge mit «zwie­späl­ti­gem» Cha­rak­ter: Ihn lässt Ex-Kel­ler­büh­nen­lei­ter Mat­thi­as Pe­ter 150 Jah­re nach sei­nem Tod noch ein­mal auf­le­ben – un­ter an­de­rem in Tro­gen, wo Stutz im Ge­fäng­nis sass.

Von Peter Surber,
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Das Mit­tel­mass fei­ern

Auf sei­nem neu­en Al­bum Th­ree Chords and a Shaking Hand be­singt der Rhein­ta­ler Sin­ger-Song­wri­ter Mo Klé die ge­gen­wär­ti­ge De­bat­ten­kul­tur, Re­gen­stür­me und Selbst­ak­zep­tanz. Die Al­bum­tau­fe fin­det am 7. No­vem­ber im st.gal­li­schen Bahn­hof Brug­gen statt.

Von Vera Zatti,
Artist Picture Mo Kle 2 Credits Johannes Gruber

FC St.Gal­len vs. Ser­vet­te 2:1 - Nicht bril­liert, aber ge­won­nen

Bouk­hal­fa und Gört­ler brin­gen die Es­pen in Füh­rung, wel­che das Team dann über die Zeit bringt.

Von SENF Kollektiv,
Senf

«Wir le­ben in ei­ner ver­blö­de­ten Mei­nungs­welt!»

Alex­an­der Vel­ja­nov ist die un­ver­wech­sel­ba­re Stim­me der Dark-Wa­ve-Band Dei­ne La­kai­en. Mit sei­nem neu­en So­lo­al­bum gas­tiert er am 9. No­vem­ber in Frau­en­feld. Ein Ge­spräch über Schub­la­den, Lü­ge, Wahr­heit und die Fra­ge, was Mu­sik mit un­se­rem Mensch­sein zu tun hat. 

Von Michael Lünstroth,
VELJANOV 2018 03

Zumthor plant in Wildhaus

Noch mehr Spit­zen­ar­chi­tek­tur fürs Tog­gen­burg

Von René Hornung,
Steinmodell 2

Die SP setzt auf Pe­ter Oli­bet

Ein Wahl­gang ge­nüg­te: Die SP der Stadt St.Gal­len schickt Pe­ter Oli­bet ins Ren­nen um die Nach­fol­ge von Stadt­rat Pe­ter Jans. Er er­hielt 109 von 182 Stim­men. In der Fra­ge­run­de ging es um Spar­po­li­tik, be­zahl­ba­re Woh­nun­gen und die Fra­ge, wie viel Op­po­si­ti­on ein künf­ti­ges Re­gie­rungs­mit­glied noch ma­chen kann.

Von Philipp Bürkler,
Nomination Peter Olibet 10
Heftvorschau 11/26
Postkolonial, Kulturgelder, Universum

Wäh­rend Zü­rich und Genf ge­raub­te Ben­in-Bron­zen zu­rück­ge­ben, la­viert das Kul­tur­mu­se­um St.Gal­len. Der­weil un­ter­sucht der Thur­gau sei­ne eth­no­gra­fi­sche Samm­lung und schliess Re­sti­tu­tio­nen nicht aus. Aus­ser­dem im No­vem­ber­heft: Der so­li­da­ri­sche Pro­test der St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne ge­gen die Spar­plä­ne des Kan­tons, die neue Aus­stel­lung zum Zehn­jäh­ri­gen im Na­tur­mu­se­um St.Gal­len, das ers­te elek­tro­ni­sche So­lo­al­bum von Ka­fi-D und vie­les mehr.

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Zü­rich und Genf ma­chen vor­wärts, St.Gal­len bremst

Seit ei­ni­gen Jah­ren sind Ben­in-Bron­zen in Schwei­zer Mu­se­en ein heis­ses Ei­sen. Im St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um la­viert man bei der Fra­ge ei­ner mög­li­chen Rück­ga­be zwi­schen Dia­log­be­reit­schaft und Ver­wei­ge­rungs­hal­tung.

Von Richard Butz und Hans Fässler,
Benin bronze kulturmuseum 2026

Bücherherbst: Nie ist alles gut von Raffael Rihs

Mo­ment­auf­nah­men

Von Veronika Fischer,

Ma­gen­brot bis zu­letzt

Ein Fes­ti­val über den Tod – darf das auch lus­tig sein? «Last Call» lädt am 31. Ok­to­ber in St.Gal­len da­zu ein, über das Ster­ben zu spre­chen. In­ter­view mit Mi­chel­le Mauch­le von der Ge­schäfts­stel­le Pal­lia­ti­ve Ca­re Stadt St.Gal­len.

Von Philipp Bürkler,
Festival zum tod michelle mauchle

Kampf­sport als Safe Space

In St.Gal­len hat am Sams­tag zum ers­ten Mal ein eman­zi­pa­to­risch-an­ti­fa­schis­tisch-que­er­fe­mi­nis­ti­sches Kampf­sport­tur­nier statt­ge­fun­den. Wie das aus­sieht? Schon ziem­lich bru­tal, aber dann auch wie­der herz­lich.

Von Malena Widmer,
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Bücherherbst: Unwucht von Sarah Elena Müller

Zwi­schen Lie­be und Lei­den

Von David Gadze,

Be­stän­dig­keit, die ero­diert 

Seit 35 Jah­ren un­ter­sucht Pa­trick Roh­ner Na­tur­pro­zes­se, ins­be­son­de­re im Zu­sam­men­hang mit Geo­lo­gie, zeich­ne­risch, ma­le­risch und bild­haue­risch. Die Aus­stel­lung «Fal­tun­gen» im Mu­se­um Bickel zeigt noch bis zum 22. No­vem­ber ei­nen Quer­schnitt die­ser kon­ti­nu­ier­li­chen Be­schäf­ti­gung. 

Von Angela Kuratli,
Gu Kas Pa Ro 26 385960 Email Orginal 2