Das kantonale Amt für Kultur verliert seine Leiterin: Tanja Scartazzini geht Ende August und übernimmt die Leitung des Amts für Kultur der Stadt Winterthur, ihrem Wohnort. Ihre Stelle wird ausgeschrieben.
Tanja Scartazzini trat im August 2021 die Nachfolge der langjährigen Leiterin Katrin Meier an. Richtig in St.Gallen angekommen ist sie jedoch nie. Man spürte sie extern wie intern nicht. Von Kulturschaffenden, die mit ihr zu tun hatten, hörte man immer wieder, sie sei unnahbar, zu weit weg von der Szene und zeige grundsätzlich wenig Interesse an ihren Bedürfnissen und Problemen. Auch soll die Kommunikation mit den verschiedenen Bereichen im Amt für Kultur – Kulturförderung, Fachstelle Kulturerbe, Kantonsbibliothek Vadiana, Saatsarchiv, Archäologie und Denkmalpflege – eher schwierig gewesen sein.
Diverse grosse Projekte begleitet
Ihre Tätigkeit sei geprägt gewesen «durch Veränderungen und besondere Herausforderungen», schreibt die Staatskanzlei in einer Mitteilung. So habe das Amt für Kultur unter ihrer Leitung die Unterstützungsmassnahmen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie umgesetzt. Der Ruf aus der Kulturszene, dass es nach der Pandemie nicht einfach ein «Weiter so wie vorher» geben dürfe, sondern man auch strukturelle Probleme lösen müsse, verhallte jedoch in den Büros in der Hauptpost.
Wichtige Grossvorhaben im Kulturbereich habe Tanja Scartazzini massgeblich fortgeführt, etwa das 2022 durch die Stimmberechtigten angenommene Projekt für ein neues Staatsarchiv oder das Projekt Neue Bibliothek, schreibt die Staatskanzlei weiter. Sie habe ausserdem die Errichtung der Kulturförderregion St.Gallen und Umgebung begleitet und wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der St.Gallischen Kulturstiftung und die Harmonisierung der regionalen Kulturförderorganisationen gegeben.
Bei der Regionalen Kulturförderorganisation «Kultur St.Gallen Plus», die am 24. Mai die Vereinsgründung hat und im Juni die Arbeit aufnimmt, wäre sie für den Vorstand vorgesehen gewesen – was ohnehin nur bedingt Sinn gemacht hätte. Gerade in der wichtigen Aufbauphase wäre eine Vertretung der kantonalen Kulturförderung zwingend gewesen und nicht erst nach einem Jahr. Vielleicht bietet ihr Abgang nun die Chance, dies zu korrigieren.
Eine Baustelle mehr
Mit dem Abgang von Scartazzini hat das Amt für Kultur eine Baustelle mehr. Diverse wichtige Positionen sind nicht oder erst gerade neu bestezt. Im vergangenen Sommer kündigte Katrin Eberhard, Leiterin der Denkmalpflege, noch während der Probezeit. Eine Nachfolge ist immer noch nicht gefunden, Scartazzini führte die Dekmalpflege seither interimistisch. Ursula Badrutt, seit fast zwölf Jahren Leiterin der Kulturförderung, hat ebenso gekündigt wie Bettina Ammann, Mitarbeiterin der Amtsleitung, die per 1. Mai die Geschäftsführung der Regionalen Förderorganisation Südkultur übernommen hat. Auch Patricia Holder hat die Kulturförderung verlassen, Esther Hungerbühler steht kurz vor der Pensionierung.
Regierungsrätin Laura Bucher war wegen einer ganztägigen Regierungsratssitzung für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Mohsen Masoudi ist 2022 aus dem Iran in die Schweiz geflohen. Heute lebt er in Stein AR und ist Teil der Exil-Opposition. Er erzählt, warum es die Schliessung der iranischen Botschaft braucht und was sich mit den Protesten Anfang Jahr verändert hat.
Das See-Burgtheater macht aus seiner Piratinnengeschichte Die Legende von Anne Bonny ein akrobatisches Spektakel vom Feinsten. Bei aller Sommertheater-Leichtigkeit hätte man aber doch ein bisschen mehr Emanzipationsgeschichte erwartet.
Zu seinem 20. Geburtstag hat das Kulturfestival am Wochenende Bands aus St.Gallen und der Region zu einem zweitägigen Konzertfest eingeladen. Dieses war so vielfältig wie gelungen – auch wegen der Idee, Covers aus der Gründungszeit des Festivals in die Sets einzubauen.
Bregenzer Festspiele
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 3: «Was der Kaiser noch sah», Olaf Breuning – «Humans» und Oriana Bruseghini – Das verlassene Rettungsboot.
Wie setzt Fotografie Mode in Szene? Und wer fotografiert dabei eigentlich wen? Das Textilmuseum St.Gallen gibt mit «Mise en Scène» Einblicke in 120 Jahre Modegeschichte. Es ist die letzte Schau vor dem Museumsumbau.
Seit elf Tagen befindet sich Velat Aydin vor dem Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen im Hungerstreik. Im Gespräch mit Saiten erzählt der Kurde, woher er kommt und weshalb politischer Aktivismus so wichtig ist.
Die St.Galler Festspiele sind vorbei. Oper war indoor, draussen im Stadtpark spielte die Endzeitkomödie Planet B. Nähme man die Botschaft des Stücks ernst, müsste die Festspiel-Oper auch künftig ressourcenschonend drinnen bleiben.
Sindujan* lebt schon sein ganzes Leben in der Schweiz. Die Einbürgerung ist fast abgeschlossen, war aber mit hohen Kosten und einem unangenehmen Gespräch verbunden.
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Kolumne: Stimmrecht
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Die Kunstgiesserei St.Gallen und die Stiftung Sitterwerk strahlen weit über die Region hinaus. Felix Lehner, Gründer und Leiter der Kunstgiesserei, Geschäftsleitungsmitglied Till Jäckli sowie Patricia Hartmann, Co-Leiterin der Stiftung Sitterwerk, sprechen im Interview über die letzten 40 Jahre, aktuelle Herausforderungen und Zukunftspläne.
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Heimat – ein vielschichtiger Begriff. Das Kunstmuseum St.Gallen spürt ihm gemeinsam mit der Werksammlung der Schweizerischen Post nach. Zu sehen ist die entstandene Schau «Heimatflimmern» bis Ende Oktober in St.Gallen.
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Der «Landesverräter» war gern am Fluss
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 1: Openair-Kinos, Blablabor – «Guerilla Radio», Michail Pirgelis – «HYLE», «Heimatflimmern», Kulturfestival St.Gallen, Leonce und Lena, Kunstspaziergänge und Musik im «Flöözli» sowie Rundgänge zum Blumenwies und zur Schwammstadt.
Musik im Rorschacherberg