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Minasa: Wegweiser in der Ostschweizer Kulturlandschaft

Wie schafft man mehr Sichtbarkeit für Kultur? Indem man Veranstalter:innen und Kulturschaffenden die Verbreitung ihrer Termine so einfach wie möglich macht und Menschen so leichteren Zugang zu Kultur verschafft. Genau das leistet das Kalenderprojekt Minasa von Saiten und Thurgaukultur. Jetzt noch nutzerfreundlicher und grenzüberschreitender.

Je­des Pro­blem hat min­des­tens zwei Sei­ten, und bei die­sem hier lau­ten sie so: Kul­tur­in­ter­es­sier­ten Men­schen fehlt heu­te oft die Über­sicht, um in der Viel­falt des An­ge­bots die span­nends­ten Ver­an­stal­tun­gen zu fin­den. Und Ver­an­stal­ter:in­nen wün­schen sich ma­xi­ma­le Ver­brei­tung der ei­ge­nen Ter­mi­ne, müs­sen da­für bis­lang al­ler­dings oft meh­re­re Ver­an­stal­tungs­ka­len­der be­fül­len. Das kos­tet Zeit und oft auch Ner­ven.

Wä­re es da nicht ei­ne gu­te Idee, den Wunsch des Pu­bli­kums nach Über­sicht und Ori­en­tie­rung mit der Sehn­sucht der Ver­an­stal­ter:in­nen nach ein­fa­cher und ef­fi­zi­en­ter Ver­brei­tung ih­rer Da­ten zu ver­knüp­fen? Ge­nau das ist der Kern­ge­dan­ke des Ka­len­der­pro­jekts Mi­na­sa (ara­bisch für Platt­form). Es wur­de ge­mein­sam von Sai­ten und Thur­gau­kul­tur ent­wi­ckelt und zeigt, wie Di­gi­ta­li­sie­rung Kul­tur­ver­mitt­lung ein­fa­cher, sicht­ba­rer und wirk­sa­mer ma­chen kann.

Das Mot­to bei Mi­na­sa lau­tet: ein­mal ein­tra­gen, an mög­lichst vie­len Or­ten sicht­bar sein. Ver­an­stal­ter:in­nen er­fas­sen ih­re Events al­so nur ein­mal – die Soft­ware sorgt da­für, dass sie auf Me­di­en­platt­for­men, Apps und in öf­fent­li­che Ka­len­der aus­ge­spielt wer­den kön­nen. Der Open-Da­ta-Ge­dan­ke ist prä­gend für die Idee: Da­ten sol­len frei zu­gäng­lich sein, da­mit sie al­le be­tei­lig­ten Ak­teur:in­nen oh­ne Ein­schrän­kun­gen nut­zen, wei­ter­ver­ar­bei­ten und ver­brei­ten dür­fen.

Ein Mon­tag En­de April. Sa­rah Lüt­hy und Phil­ip Stu­ber sit­zen auf ei­nem ro­ten So­fa in Bot­tig­ho­fen. Seit Jah­ren ar­bei­ten die Ge­schäfts­füh­re­rin von Thur­gau­kul­tur und der Co-Ver­lags­lei­ter von Sai­ten ge­mein­sam an der Mis­si­on, Kul­tur­schaf­fen sicht­ba­rer zu ma­chen. «Mit Mi­na­sa leis­ten wir vor al­lem zwei Din­ge: Die Ver­an­stal­ter:in­nen er­hal­ten Zu­gang zu ei­nem Netz­werk, das wir ak­tiv pfle­gen und aus­bau­en, und un­se­re Nut­zer:in­nen pro­fi­tie­ren vom kos­ten­lo­sen Ser­vice pu­blic, der ei­nen Über­blick über das Kul­tur­le­ben in der Ost­schweiz er­mög­licht», sagt Stu­ber.

Ein­fa­che Lö­sung: re­le­van­te Da­ten mit­tels Wid­get auf der ei­ge­nen Web­site ein­bau­en

In den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten ha­ben Lüt­hy und Stu­ber die Mög­lich­kei­ten von Mi­na­sa er­wei­tert. Neu ist un­ter an­de­rem: Ver­bän­de, Ver­ei­ne, Kul­tur­zen­tren und sons­ti­ge Ver­an­stal­ter:in­nen kön­nen den Ver­an­stal­tungs­ka­len­der von Mi­na­sa jetzt über ein Wid­get in ih­re ei­ge­ne Web­site ein­bau­en. «Das er­spart ih­nen ei­ner­seits Ent­wick­lungs­kos­ten für ei­ge­ne Mo­del­le und bie­tet an­de­rer­seits Zu­gang zu al­len für die je­wei­li­ge In­sti­tu­ti­on in­ter­es­san­ten Ver­an­stal­tungs­da­ten. Ver­an­stal­ter:in­nen kön­nen ei­ne ge­fil­ter­te Aus­wahl be­zie­hen und pro­fi­tie­ren so vom Netz­werk, das Mi­na­sa auf­ge­baut hat», er­klärt Sa­rah Lüt­hy. Wie das aus­se­hen kann, zeigt das Pi­lot­pro­jekt Ap­pen­zell Kul­tu­rell.

«Wir spa­ren durch die­ses Tool Zeit und er­rei­chen trotz be­grenz­tem Bud­get ei­ne ho­he Sicht­bar­keit in der Re­gi­on.»

Karin Gubler, Vorstand Kultur im Eisenwerk

Die Kos­ten für den Ein­bau ei­nes sol­chen Wid­gets sei­en mo­de­rat: «Wir bie­ten ein ge­staf­fel­tes Pri­cing. Es soll für al­le zu­gäng­lich sein, aber al­le müs­sen ei­nen Bei­trag leis­ten, da­mit wir das ge­sam­te Sys­tem er­hal­ten und fort­ent­wi­ckeln kön­nen», sagt die Thur­gau­kul­tur--Ge­schäfts­lei­te­rin.

Was Mi­na­sa für Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen be­deu­tet, kann Ka­rin Gu­b­ler ver­an­schau­li­chen. Sie ist im Vor­stand des Frau­en­fel­der Kul­tur­zen­trums Ei­sen­werk und ar­bei­tet re­gel­mäs­sig mit der Da­ten­platt­form. Mi­na­sa bie­te ei­ne ech­te Al­ter­na­ti­ve zu kom­mer­zi­el­len An­ge­bo­ten. Der Nut­zen für Ver­an­stal­ter:in­nen lie­ge auf der Hand: «Wir spa­ren durch die­ses Tool Zeit und er­rei­chen trotz be­grenz­tem Bud­get ei­ne ho­he Sicht­bar­keit in der Re­gi­on.»

Auch die kan­tons­über­grei­fen­de re­gio­na­le För­der­or­ga­ni­sa­ti­on Th­ur­Kul­tur be­zieht in­zwi­schen Da­ten von Mi­na­sa für ih­re ei­ge­ne Web­site. Für Ma­nue­la Schöb, die Lei­te­rin der Ge­schäfts­stel­le, hat sich das be­währt. «Mi­na­sa schafft Leich­tig­keit im All­tag, in­dem das Ka­len­der­pro­jekt die Pfle­ge von In­for­ma­tio­nen ver­ein­facht und gleich­zei­tig für ei­ne stär­ke­re, kla­re­re Wir­kung nach aus­sen sorgt.» Für sie sei die pra­xis­na­he und be­nut­zer­freund­li­che Aus­rich­tung be­son­ders wich­tig, sagt Schöb. Dies ma­che Mi­na­sa «zu ei­ner ech­ten Un­ter­stüt­zung im Kul­tur­be­reich».

Ko­ope­ra­ti­on und Teil­ha­be sind zen­tra­le Ge­dan­ken

Selbst für ei­nen gros­sen Play­er wie Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len ist Mi­na­sa re­le­vant. Trotz ei­ge­ner Web­site und ei­ge­nen So­cial-Me­dia-Ka­nä­len ist die Prä­senz des Thea­ters in ei­nem gut sor­tier­ten Ver­an­stal­tungs­ka­len­der für das St.Gal­ler Haus wich­tig. Mar­ke­ting­lei­te­rin Su­si Rein­hardt er­läu­tert, wie­so: «Mi­na­sa un­ter­stützt un­se­ren Auf­trag, Kul­tur für mög­lichst vie­le Men­schen nie­der­schwel­lig zu­gäng­lich zu ma­chen. Mit sehr we­nig Zu­satz­auf­wand und ge­rin­gen Mehr­kos­ten wird un­se­re di­gi­ta­le Prä­senz deut­lich ge­stärkt.»

Dass Ko­ope­ra­ti­on und Teil­ha­be er­mög­licht wer­den, sei ei­ne der gröss­ten Leis­tun­gen von Mi­na­sa, fin­det Phil­ip Stu­ber: «Kan­to­ne, Me­di­en und Kul­tur­ak­teur:in­nen wer­den mit­ein­an­der ver­netzt, Ver­an­stal­tun­gen be­kom­men ei­ne grös­se­re Prä­senz und Men­schen leich­te­ren Zu­gang zu Kul­tur.»

«Die Über­ar­bei­tung des Ad­min-Por­tals hat sich für die Ver­an­stal­ten­den ge­lohnt! »

Christof Stillhard, Programmverantwortlicher Cinema Luna, Frauenfeld

Da­zu kom­me, dass die Idee, die hin­ter Mi­na­sa ste­he, nach­hal­tig und ska­lier­bar sei: «Die In­fra­struk­tur ist nicht auf ei­nen Kan­ton oder ei­ne Platt­form be­schränkt. Sie kann wach­sen, neue Part­ner:in­nen auf­neh­men und die di­gi­ta­le Kul­tur­ver­mitt­lung lang­fris­tig ver­bes­sern», zeigt sich Stu­ber über­zeugt.

Wie wei­ter nach der Ab­leh­nung im Kan­tons­rat?

Wachs­tum se­hen die bei­den Pro­jekt­ver­ant­wort­li­chen als we­sent­lich für die Ent­wick­lung von Mi­na­sa. «Wir sind be­reit, un­ser Wis­sen zu tei­len, Wachs­tum wird der Schlüs­sel sein, um die Idee trag­fä­hig für die Zu­kunft zu ma­chen», sagt der Sai­ten-Co-Ver­lags­lei­ter.

Wie es mit Mi­na­sa wei­ter­geht, hängt aber auch von der Po­li­tik ab. Im ver­gan­ge­nen Jahr war ein Ge­such des Ver­eins Sai­ten über 195’000 Fran­ken aus dem Lot­te­rie­fonds für die nächs­ten drei Jah­re im Kan­tons­rat am Ve­to von bür­ger­li­chen Par­tei­en ge­schei­tert. Als Re­ak­ti­on dar­auf wur­de ein neu­er, un­ab­hän­gi­ger Ver­ein «Ka­len­der Ost­schweiz» ge­grün­det und das Ge­such über­ar­bei­tet. Es kommt im Ju­ni nun er­neut in den Kan­tons­rat.

Klar ist für Phil­ip Stu­ber und Sa­rah Lüt­hy schon jetzt: Oh­ne öf­fent­li­che Gel­der sei das Vor­ha­ben nicht mög­lich, der Auf­bau des Netz­werks sei eben kein Ge­schäfts­mo­dell, son­dern ein Ser­vice pu­blic. Ei­ne zeit­ge­mäs­se Ka­len­der­da­ten­bank, wel­che die Be­dürf­nis­se der Nut­zer:in­nen und Ver­an­stal­ten­den ins Zen­trum stellt, las­se sich nicht kom­mer­zi­ell be­trei­ben.

Auf die Fra­ge, ob das Pro­jekt zu schwer ver­ständ­lich und kaum in die Po­li­tik ver­mit­tel­bar sei, ant­wor­tet Sa­rah Lüt­hy: «So schwer ist es ei­gent­lich nicht. Mi­na­sa ist ei­ne di­gi­ta­le In­fra­struk­tur, die Kul­tur sicht­bar macht so­wie ef­fi­zi­ent und nach­hal­tig ver­brei­tet. Wer hier in­ves­tiert, stärkt nicht nur Ver­an­stal­ter:in­nen und Me­di­en, son­dern die ge­sam­te kul­tu­rel­le Land­schaft der Re­gi­on.»

Bücherherbst: Mondläufer von Daniel Badraun

Vom Le­ben und Schrei­ben

Von Sieglinde Wöhrer,
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Wenn Mu­se­ums­ob­jek­te ei­nen neu­en Sinn be­kom­men

Ei­ne ben­zin­be­trie­be­ne Glüh­bir­ne? Ein ro­bus­tes Schnaps­glas? Oder ein Kat­zen­hals­band, das die Raub­tie­re vom Vö­gel­fan­gen ab­hal­ten soll? Im His­to­ri­schen Mu­se­um Thur­gau schlum­mern ei­ni­ge Ge­gen­stän­de, de­ren Funk­ti­on auf den ers­ten Blick nicht ganz klar ist. Tho­mas Götz, Mar­ti­na Hü­gi und Ste­fan Kel­ler muss­ten die­se am Icon Po­et her­aus­fin­den.

Von Judith Schuck,
Icon Poet Judith Schuck

Lang­sam­keit als Mo­tor

Die St.Gal­ler Rock­band The Black Salt ver­öf­fent­licht ihr zwei­tes Al­bum. Und ver­ab­schie­det sich ein Stück­weit von ih­ren An­fän­gen.

Von David Gadze,
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Fah­nen der Ver­gäng­lich­keit

Die Welt ist in ste­tem Wan­del. Und man­che Ver­än­de­run­gen sind ir­rever­si­bel – Glet­scher schmel­zen, Tier- und Pflan­zen­ar­ten ster­ben aus. Die Aus­stel­lung «Flim­mern» wid­met sich der Be­wusst­wer­dung die­ses Wan­dels – und dem Schmerz, den er aus­löst.

Von Judith Schuck,
Flimmern Blossom 0 2 von Hoa Luo Patrik Muchenberger

Du­bio­se Zah­len zum Au­to­bahn­aus­bau

Die Grund­la­gen, mit de­nen die Be­für­wor­ter:in­nen die drit­te Au­to­b­anhröh­re durch den Ro­sen­berg in St.Gal­len und die Teil­span­ge mit dem An­schluss im Gü­ter­bahn­hof­are­al for­dern, ba­sie­ren auf frag­wür­di­gen Zah­len. Zu die­sem Schluss kommt der Raum- und Ver­kehrs­pla­ner Tho­mas Hug-Di Le­na.

Von René Hornung,
Anschluss gueterbahnhof

Grüs­se aus ei­nem kom­pli­zier­ten Land

Die St.Gal­ler Tanz­kom­pa­nie fei­er­te ver­gan­ge­nen Sams­tag mit From Eng­land wi­th Love Pre­mie­re. Das Stück wagt sich aber­mals aus dem Gleich­schritt – mit un­miss­ver­ständ­li­chen Ges­ten.

Von Andi Giger,
From England with Love

Eman­zi­pa­ti­on in geo­me­tri­scher Form

Das Kunst­haus Bre­genz zeigt in der neu­en Aus­stel­lung Ar­bei­ten der US-ame­ri­ka­ni­schen Künst­le­rin Tork­wa­se Dys­on. Aus­gangs­punkt ih­rer gross­for­ma­ti­gen geo­me­tri­schen Skulp­tu­ren und poe­ti­schen Ma­le­rei­en bil­det das Le­ben und die Be­frei­ung Schwar­zer Men­schen.

Von Sieglinde Wöhrer,
Torkwase Dyson EG Y3 A3594 Foto Markus Tretter

Vom Ges­tern in die Zu­kunft tau­chen

Wie stehts heu­te um die Gleich­stel­lung? Und wie war das frü­her? Die Pop-up-Aus­stel­lung «Frau­en­spu­ren im Hal­len­bad» in Gos­sau ar­bei­tet ein Stück Ge­sell­schafts­ge­schich­te auf. Zeigt, wo es heu­te noch hakt, und dass es nicht blei­ben muss, wie es ist.

Von Vera Zatti,
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Kolumne: 24/7 Traumacore

Ich bin Bra­ve­he­art (Mel Gib­son ty­pe shit)

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Kein Kom­pli­ment

Von Vera Zatti,
Unreif Presse 05

Von Trans­sil­va­ni­en in den Thur­gau

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Jock Kobels zweiter Fall

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Heppelers Bestiarium

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Von Marion Loher,
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Ver­schwun­de­ne Na­men im Fa­mi­li­en­stamm­baum

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Leopoldstadt R anjakoehler 260217 1