Ein älterer Herr mit Zylinder spielt auf seiner Drehorgel. Mit viel Gefühl bringt er das Instrument zum Klingen. Die Leute diskutieren, trinken Bier oder einen Jubiläumsdrink und geniessen die lockere Atmosphäre.
Es ist der 100. Anlass von Lodi goo. Immer am letzten Dienstag des Monats organisiert der Verein Speis und Tanz in der Jugendbaracke Haggen. «Ich bin wegen den Leuten da. Und weil ich hier tanzen kann», sagt der 43-jährige Felix Duttweiler. Er trägt einen weissen Hut, auf dem «Disco Fever» geschrieben steht.
Immer mehr Besucher
«Früher ging ich mit einer Gruppe der Institution Tandem immer nach Weinfelden zu Tab, die schon länger ähnliche Treffen organisieren», sagt Bea Degen, die Präsidentin von Lodi goo. «Die Gruppe hat sich genervt, dass wir im Winter nicht immer gehen konnten. Dann gründete ich Lodi goo.»
Zehn Jahre, oder anders gesagt: 100 Anlässe
Die Abende stossen auf grosse Begeisterung. Mittlerweile nehmen Menschen von 15 verschiedenen Institutionen im Raum St.Gallen teil. Heute sind etwa 130 Besucherinnen und Besucher da. Im Vorstand des Vereins sowie auch in der Betriebs- und der Technikgruppe sind Menschen mit und ohne Beeinträchtigung vertreten.
Susanne Huber ist in der Technikgruppe und nennt sich DJ Sunshine. Sie hat bei Pro Infirmis einen DJ-Kurs gemacht und legt häufig in der Jugendbaracke Haggen auf – vor allem Hitparade. «Wenn ich bei FM1 ein gutes Lied finde, dann spiele ich es», sagt sie. Bei Lodi goo arbeiten alle ehrenamtlich, und es komme nicht darauf an, ob jemand beeinträchtigt sei oder nicht. «Es ist eine lockere Stimmung; halt wirklich Lodi goo…», sagt Bea Degen.
Wenige Alternativen
Drinnen läuft Maccarena und Ein knallrotes Gummiboot. Das Licht tanzt, die Besucher auch – ob mit oder ohne Rollstuhl. Jemand ruft ins Mikrofon, dass der Takt jetzt gleich schneller werde.
Moira Sabato ist die Freundin von Felix Duttweiler. Sie trägt ein Italien-Trikot und ist froh, dass ihre Mannschaft noch immer Europameister werden kann. Die beiden haben sich in der Pfadi kennengelernt. An den Abenden von Lodi goo treffen sie sich immer wieder. «Ich bin froh, dass ich mal von zuhause weg komme», sagt Moira Sabato.
In St.Gallen gibt es nur wenige Veranstaltungen, bei denen Menschen mit Beeinträchtigung ausgehen können. Einige Male im Jahr findet im Flon die Disco Diverso, ein Tanzabend für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung, statt. «In den Institutionen gibt es ähnliches, aber halt immer mit dem gleichen Kuchen», sagt Bea Degen. «Bei Lodi goo können sich die Leute in einer anderen Umgebung treffen.»
Natascha Oberholzer schreibt Quittungen und gibt Getränke heraus. «Hier kann ich lernen, mit Geld umzugehen», sagt sie. Sandra Gälli ist schon seit dem ersten Treffen des Vereins dabei und schaut, «ob bei der Technik alles funktioniert». Mit dieser bescheidenen Beschreibung sind aber nicht alle einverstanden: «Du bist auch eine Stimmungskanone und schaffst es sogar, sitzende Leute zum Tanzen zu bringen!»
Infos: lodigoo.ch
An seiner ersten Pressekonferenz als Leiter der St.Galler Kellerbühne schildert Hüseyin Cirpici seine Eindrücke der Stadt und verrät, was das Publikum unter seiner Regie erwartet.
Der St.Galler Komponist Charles Uzor hat eine Art politisches Oratorium geschrieben. Am Sonntag wurde es in der Kirche Trogen aufgeführt: The Great Wall. A Labyrinth mit dem grandiosen New Yorker Vokalensemble Ekmeles.
An den Appenzeller Bachtagen erklärte die Medienwissenschaftlerin Mercedes Bunz, weshalb die künstliche Intelligenz kreativ sein kann – und warum sie dennoch grundlegend anders arbeitet als der Mensch.
Kunstausstellung
Gesellschaftskritik, Wirbelsäulen und Gelenke, die keine sind. Im Rahmen einer Zwischennutzung zeigen vier Kunstschaffende noch bis zum 29. August ihre Arbeiten im Kubik-Areal in St. Gallen.
Die Kultur hat keine Lobby? Am Stadtkulturgespräch vom Donnerstagabend im Talhof war sie da: Vertreter:innen von acht Berufsverbänden stellten sich vor. Brennendstes Thema waren einmal mehr die Honorare.
Im Kunst Kontor Rorschach lud der Künstler Felix Stöckle zu einem Dinner, einer Ausstellung, einem Happening – zwischen Fine Dining, Keramik, popkulturellen Referenzen und der alten Idee eines geteilten Tisches.
Nach zehn Jahren in der Schweiz wollte sich Samira Rahim mit ihrer Familie einbürgern lassen. Die zahlreichen bürokratischen Hindernisse und die hohen Kosten brachten die Familie zeitweise fast dazu, aufzugeben.
Berlingen hat eine neue Methode der Interessenabwägung entwickelt: eine Analyse des Ortsbilds als Grundlage, um die wertvolle Baukultur zu erhalten und gleichzeitig die Innenentwicklung voranzubringen. Nun steht die Verankerung in der Ortsplanung an.
SP-Mann Peter Jans tritt Ende Juni 2027 aus der St.Galler Stadtregierung zurück. In seiner Partei startet die Suche nach einer Nachfolge mit einem klaren Favoriten. Bei den Bürgerlichen sind Schmiede für eine grosse Allianz gefragt.
Im Botanischen Garten St.Gallen geht es ab nächsten Samstag wundersam zu und her: Künstler:innen aus verschiedenen Sparten laden zum szenischen Rundgang unter dem Titel In der Dämmerung wächst ein Flüstern. Ein Probenbesuch.
Der Dramatiker Andreas Sauter liest am 27. August im Literaturhaus Thurgau aus seinem unfertigen Manuskript Einbruch der Wildnis. Im Zentrum des Werks steht die Frage, was es für einen gesellschaftlichen Wandel braucht.
Die deutsche Filmemacherin Regina Schilling bringt zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann Jemand, der einmal ich war ins Kino. Der Dokumentarfilm verknüpft grossartige Archivaufnahmen mit fiktionalen Szenen aus dem letzten Lebensjahr der Dichterin zu einem zugänglichen Plot.
Die SVP macht seit Wochen Stimmung gegen die geplante neue Moschee der albanisch-islamischen Gemeinschaft El-Hidaje in St.Gallen. Anlässlich eines öffentlichen Rundgangs der SP stellten die Verantwortlichen das Projekt vor – und räumten mit vielen Vorurteilen auf.
Jim Dine gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstler:innen. Seit ein paar Jahren erschafft er seine Skulpturen vornehmlich im Sittertal. In die Kunstgiesserei verliebte sich der Pop-Art-Pionier bei seinem ersten Besuch vor fast 20 Jahren.
Alles deutet drauf hin, dass die Uni St.Gallen demnächst in den bisherigen Hauptsitz der Helvetia-Versicherung, geplant vom Basler Architekturbüro Herzog und de Meuron, als zweiten grossen Standort auf dem Rosenberg einziehen kann. Zusätzlich ist ein Holzbau mit Seminarräumen in Planung.
Der FC St.Gallen zeigt sich gegen Sheriff Tiraspol von seiner besten Seite und gewinnt das Spiel nicht nur souverän, sondern auch hoch mit 5:1. Weiter geht's im Playoff gegen den FC Nordsjælland aus Dænemark.
Jubiläum
Durch bunte Galaxien bis in ein Meer aus Katzenstreu. Die Ausstellung «Hinter’m Mond» vom Künstler:innenkollektiv U5 und Monika Stalder im Stellwerk in Heerbrugg lädt zu einer intergalaktischen Reise ein.
Die Ostschweizer Band Drill bringt mit Catharsis eine neue EP raus. Die sechs Songs sind ein wilder Ritt auf schweren Gitarrenriffs, bei dem Metalcore auch mal auf Hyperpop trifft.