Für einmal taucht in der Liste der Schönsten Schweizer Bücher nur ein Name aus der Ostschweiz auf – in anderen Jahren war die Ausbeute auch schon grösser. Der Name, beziehungsweise die zwei Namen: Samuel Bänziger und Larissa Kaspar. Die beiden jungen Grafiker, zusammen mit Rosario Florio auch die Gestalter des Magazins Saiten, haben die Jury mit dem Buch «A-TYPICAL PLAN» überzeugt.
«A-TYPICAL PLAN» handelt vom Innenleben von Bürogebäuden. Das Buch entstand an der EPFL, dem ETH-Pendant in Lausanne, am Lehrstuhl von Jeannette Kuo. Der Untertitel des nur in Englisch erschienenen Buchs verspricht «Projects and essays on identity, flexibility and atmosphere in the office building» – der Haupttitel spielt auf die 1995 erschienene Auseinandersetzung von Rem Kolhaas mit dem «typical plan» des Bürobaus an und stellt ihm neue, flexiblere Modelle gegenüber.
Die Gestaltung folgte, wie es sich gehört, dem Inhalt: Strukturen freilegen und kenntlich machen, so umschreiben die Grafiker die Ausgangslage. Konsequenterweise deklarieren sie die Kapitel des Buchs schon auf dem Umschlag oder variieren Schriftgrössen entsprechend den Textsorten. Ein Einblick:
In der diesjährigen Ausscheidung der schönsten Schweizer Bücher dominieren erneut, wie seit Jahren Kunst- und Architekturthemen. Dazu gehört auch die Publikation »Meret Oppenheim. Worte nicht in giftige Buchstaben einwickeln», erschienen anlässlich des hundertsten Geburtstags der Künstlerin und Lyrikerin. Das Buch, das Einblick in persönliches Bildmaterial und Briefwechsel Meret Oppenheims gibt, wurde darüberhinaus mit der Goldenen Letter ausgezeichnet: dem Hauptpreis des Wettbewerbs der schönsten Bücher aus aller Welt. Herausgeber ist der Verlag Scheidegger & Spiess, bei dessen neuem Architektur-Ableger Park Books auch das Buch «A-Typical Plan» erschienen ist.
A-TYPICAL PLAN, eines der «schönsten Schweizer Bücher»
Die Preisverleihung findet am 14. März an der Buchmesse Leipzig statt. Ende Juni werden die schönsten Bücher im Helmhaus Zürich ausgestellt, später gehen sie auf Tournee.
A-TYPICAL PLAN. Projects and essays on identity, flexibility and atmosphere in the office building. Hg: Jeannette Kuo, Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) Gestaltung: Samuel Bänziger und Larissa Kasper, St.Gallen Druck: Kösel GmbH & Co. KG, Altusried-Krugzell Verlag: Park Books, Zürich ISBN: 978-3-90602-709-8
Das See-Burgtheater macht aus seiner Piratinnengeschichte Die Legende von Anne Bonny ein akrobatisches Spektakel vom Feinsten. Bei aller Sommertheater-Leichtigkeit hätte man aber doch ein bisschen mehr Emanzipationsgeschichte erwartet.
Zu seinem 20. Geburtstag hat das Kulturfestival am Wochenende Bands aus St.Gallen und der Region zu einem zweitägigen Konzertfest eingeladen. Dieses war so vielfältig wie gelungen – auch wegen der Idee, Covers aus der Gründungszeit des Festivals in die Sets einzubauen.
Bregenzer Festspiele
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 3: «Was der Kaiser noch sah», Olaf Breuning – «Humans» und Oriana Bruseghini – Das verlassene Rettungsboot.
Wie setzt Fotografie Mode in Szene? Und wer fotografiert dabei eigentlich wen? Das Textilmuseum St.Gallen gibt mit «Mise en Scène» Einblicke in 120 Jahre Modegeschichte. Es ist die letzte Schau vor dem Museumsumbau.
Seit elf Tagen befindet sich Velat Aydin vor dem Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen im Hungerstreik. Im Gespräch mit Saiten erzählt der Kurde, woher er kommt und weshalb politischer Aktivismus so wichtig ist.
Die St.Galler Festspiele sind vorbei. Oper war indoor, draussen im Stadtpark spielte die Endzeitkomödie Planet B. Nähme man die Botschaft des Stücks ernst, müsste die Festspiel-Oper auch künftig ressourcenschonend drinnen bleiben.
Sindujan* lebt schon sein ganzes Leben in der Schweiz. Die Einbürgerung ist fast abgeschlossen, war aber mit hohen Kosten und einem unangenehmen Gespräch verbunden.
Bevor die Kunst Einzug hielt, war das Sittertal industrialisiert. Hier wurde gestickt, gewirkt, gefärbt, mercerisiert – aber auch gestreikt und geliebt.
Kolumne: Stimmrecht
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 2: Kinok-Open-Air, Solarkino, Christa Näher – «Excess», Living Museum, Poolbar Festival, Die Legende von Anne Bonny und SP-Spaziergänge.
In der Kunstkabine bei der St.Leonhard-Brücke in St.Gallen stellen bis September vier Personen mit Beeinträchtigung ihre Kunst aus. Den Anfang macht Sonja Lippuner mit ihrer «Rollstuhlkunst».
Die Kunstgiesserei St.Gallen und die Stiftung Sitterwerk strahlen weit über die Region hinaus. Felix Lehner, Gründer und Leiter der Kunstgiesserei, Geschäftsleitungsmitglied Till Jäckli sowie Patricia Hartmann, Co-Leiterin der Stiftung Sitterwerk, sprechen im Interview über die letzten 40 Jahre, aktuelle Herausforderungen und Zukunftspläne.
Geschlechterspezifische Gewalt ist auch in Appenzell Realität, und doch wird zu wenig darüber geredet. Mit der Diskussionsveranstaltung «werom – schwätze statt schwiige» luden drei junge Appenzellerinnen zum offenen Austausch über Gewalt, Prävention und Zivilcourage.
Heimat – ein vielschichtiger Begriff. Das Kunstmuseum St.Gallen spürt ihm gemeinsam mit der Werksammlung der Schweizerischen Post nach. Zu sehen ist die entstandene Schau «Heimatflimmern» bis Ende Oktober in St.Gallen.
Die St.Galler Festspiele laden, nach der letztjährigen Pause, wieder zum Tanz in die Kathedrale. Choreograf Antonio Ruz und die Tanzkompanie nehmen den Raum mit Respekt in Beschlag – samt dem Klosterplatz.
Der «Landesverräter» war gern am Fluss
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 1: Openair-Kinos, Blablabor – «Guerilla Radio», Michail Pirgelis – «HYLE», «Heimatflimmern», Kulturfestival St.Gallen, Leonce und Lena, Kunstspaziergänge und Musik im «Flöözli» sowie Rundgänge zum Blumenwies und zur Schwammstadt.
Musik im Rorschacherberg
In Konstanz gastiert derzeit die Gruppe As Karuana – ein politischer Frauenchor aus dem Amazonas. Sie zeigt mit ihrer Musik, ihrem Tanz, ihrer Kunst und ihrem Wissen politische Résistance und kämpft für die Rückeroberung ihrer indigenen Kultur.