Stellen wir uns vor, die St.Galler Innenstadt wäre endlich autofrei und die überschüssigen Parkplätze aufgehoben. Nach der Arbeit noch kurz in den Laden, Gemüse und Brot kaufen, etwas zu trinken, eine grosse Packung Waschmittel – zwei Säcke sind schnell gefüllt.
Und dann? Zu Fuss heimschleppen? Oder sich neben dem Kinderwagen in den Bus quetschen? Das muss nicht sein, denn im St.Gallen der Zukunft hat man noch eine bequemere Option: Die grossen und kleinen Geschäfte in der Innenstadt haben sich mit den Behörden, Taxi-Unternehmern und Velokurieren zusammengetan und betreiben eine gemeinsame Heimliefer-Plattform, die für alle in Menschen in St.Gallen und Umgebung bezahl- und nutzbar ist.
Das Prinzip ist simpel: Beim Bezahlen an der Kasse kann man sich melden und die Einkäufe für einen kleinen Aufpreis direkt nach Hause oder wohin auch immer liefern lassen. Eine Lagerung im Geschäft ist möglich, also kann man den Zeitpunkt flexibel bestimmen. Wer zum Beispiel über Mittag rasch postet, kann sich die Einkäufe auch erst am Abend an die Haustür bringen lassen. Die Art und Weise der Lieferung – zur Auswahl stehen neben Cargo-E-Bikes und gewöhnlichen Velos auch E-Töffs und umweltfreundliche Autos – wird von einem Algorithmus errechnet, der anhand von Menge, Gewicht, Distanz und Gefälle der Strecke das passendste Gefährt wählt.
Finanziert wird das Ganze – nebst dem Aufpreis an der Kasse – einerseits durch das 2020 eingeführte Road Pricing an den St.Galler Stadtgrenzen und andererseits durch Beiträge von Pro City, dem Gewerbeverband, umliegenden Gemeinden und den städtischen Behörden.
Bei der Einführung des Heimlieferdienstes waren sich nämlich alle Beteiligten einig: Der Rückgang der Kundschaft in den St.Galler Geschäften hat weniger mit mangelnden Parkplätzen oder florierenden Online-Boutiquen zu tun, sondern vor allem mit Bequemlichkeit und teils eingeschränkter Mobilität. Und weil die Immobilienpreise bzw. Ladenmieten immer noch so hoch sind wie damals, anno 2017, setzen sie primär auf eines: mehr Umsatz.
(Illustration: Dario Forlin)
Das ganze Programm laufend hier und komplett im Septemberheft von Saiten.
Seit zehn Jahren gibt es die Residency in der Bibliothek Andreas Züst im Alpenhof, diesem so schwer zu fassenden Ort in Innerrhoden. Der runde Geburtstag wird nun mit einem vielfältigen Festival gefeiert.
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In der Ausstellung «Smile maniacally we’re alive» verbindet Jala Wahid scheinbar getrennte Welten. Sie schlägt darin eine Brücke zwischen Erinnerung, Emotion, Wissenschaft und Politik.
Die erneuten Sparvorschläge der St.Galler Regierung stossen auf breite Ablehnung. Die Kulturszene solidarisiert sich gegen die Abbaupläne. Die Kulturlobby hat sich in Stellung gebracht. Obs hilft?
Kunstausstellung
Eigentlich wollte Zsuzsanna Gahse keine Bücher mehr schreiben. Nun hat sie mit Angerichtet ihr Werk doch noch einmal erweitert. Ihre Sprache darin bleibt neugierig, humorvoll und spielerisch. Und wirkt fast wie ein Kommentar zum eigenen literarischen Schaffen.
Bücherherbst: Ausser mir von Micha Friemel
Jakob Stutz, Volksschriftsteller und Reformpädagoge mit «zwiespältigem» Charakter: Ihn lässt Ex-Kellerbühnenleiter Matthias Peter 150 Jahre nach seinem Tod noch einmal aufleben – unter anderem in Trogen, wo Stutz im Gefängnis sass.
Auf seinem neuen Album Three Chords and a Shaking Hand besingt der Rheintaler Singer-Songwriter Mo Klé die gegenwärtige Debattenkultur, Regenstürme und Selbstakzeptanz. Die Albumtaufe findet am 7. November im st.gallischen Bahnhof Bruggen statt.
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Alexander Veljanov ist die unverwechselbare Stimme der Dark-Wave-Band Deine Lakaien. Mit seinem neuen Soloalbum gastiert er am 9. November in Frauenfeld. Ein Gespräch über Schubladen, Lüge, Wahrheit und die Frage, was Musik mit unserem Menschsein zu tun hat.
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Ein Wahlgang genügte: Die SP der Stadt St.Gallen schickt Peter Olibet ins Rennen um die Nachfolge von Stadtrat Peter Jans. Er erhielt 109 von 182 Stimmen. In der Fragerunde ging es um Sparpolitik, bezahlbare Wohnungen und die Frage, wie viel Opposition ein künftiges Regierungsmitglied noch machen kann.
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Seit einigen Jahren sind Benin-Bronzen in Schweizer Museen ein heisses Eisen. Im St.Galler Kulturmuseum laviert man bei der Frage einer möglichen Rückgabe zwischen Dialogbereitschaft und Verweigerungshaltung.
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Ein Festival über den Tod – darf das auch lustig sein? «Last Call» lädt am 31. Oktober in St.Gallen dazu ein, über das Sterben zu sprechen. Interview mit Michelle Mauchle von der Geschäftsstelle Palliative Care Stadt St.Gallen.
In St.Gallen hat am Samstag zum ersten Mal ein emanzipatorisch-antifaschistisch-queerfeministisches Kampfsportturnier stattgefunden. Wie das aussieht? Schon ziemlich brutal, aber dann auch wieder herzlich.
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