Geredet wird schon länger davon: Mit einer Initiative will das links-grüne Komitee für eine fortschrittliche Verkehrspolitik eine Abstimmung über den Autobahnanschluss auf dem Güterbahnhof-Areal erzwingen.
Die rechtliche Ausgangslage für ein Volksbegehren ist einigermassen komplex, weil der Bund Bauherr des Projekts ist und dem Kanton das Areal gehört. Die Stadt hat direkt nicht viel zu sagen.
Der Stadtrat könnte aber über eine Initiative verpflichtet werden, sich gegen das Projekt zur Wehr zu setzen. Einen ähnlichen Weg versucht Vorarlberg, das ein Fracking-Verbot in die Landesverfassung aufnehmen wird – ungeachtet der Haltung von Wien oder der EU.
In Bern geht man allerdings bisher davon aus, dass in St.Gallen mehr oder weniger alle hinter dem Projekt mit dem Autobahnanschluss auf dem Güterbahnhofareal stehen. Neben dem Kanton hat sich auch der St.Galler Stadtrat stets für das Vorhaben ausgesprochen. Die bürgerliche Lobbyarbeit funktioniert: Hinter den Kulissen laufen die Planungen auf Hochtouren.
Für die Opposition geht es nun darum, in einem ersten Schritt ein paar Signalraketen zu zünden. Am besten solche, die auch in Bern gesehen werden.
Einen Anfang machten am Donnerstagabend die Grünen der Stadt St.Gallen. Sie verabschiedeten an ihrer Hauptversammlung eine Resolution gegen den Ausbau der Stadtautobahn.
Darin heisst es: Die Grünen von Stadt und Region St.Gallen «werden sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die geplante dritte Röhre und Autobahn-Anschlusswerke auf Stadtgebiet wehren».
Sie fordern die Grüne Kantonalpartei sowie die Bundesparlamentarierinnen und -Parlamentarier der Grünen auf, sich gegen dieses Projekt zu stellen.
Weiter verlangen sie eine aktive Verkehrspolitik der Stadt: Wer zu Stosszeiten fahre, solle mehr bezahlen. Es gebe das Projekt eines Mitfahr-App der ETH. Nach wie vor fehlten Einstiegsangebote für den Umstieg auf den ÖV. Eine weitere Idee wäre ein Auftrag zur Ausarbeitung von Verkehrslenkungs-Konzepten an die Hochschule für Technik Rapperswil.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Ein paar Federn, ein angeknabberter Tannenzapfen, ein Stück Plastik: Tiere und Menschen hinterlassen Spuren. Diesen widmet das Naturmuseum St.Gallen seine aktuelle Sonderausstellung «Spuren – Fährten, Frass und Federn».
In einer neuen Ausstellung wagt sich das Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen an eine Neuvermessung des Verhältnisses von Kunst und Religion.
Hinter dem St.Galler Hauptbahnhof soll ein Konsumraum für Menschen mit schweren Suchterkrankungen entstehen. Diese Woche haben die Stadt und die Stiftung Suchthilfe Anwohner:innen eingeladen, um einen ersten Dialog zu starten.
Es ist seine letzte Session nach zehn Jahren im St.Galler Kantonsrat. SP-Kulturpolitiker Martin Sailer setzt künftig ganz auf den Zeltainer. Das Geld für den Neubau in Wildhaus ist fast zusammen, 2027 soll es losgehen.
Die Ansiedlung des Internet Archive Switzerland in St.Gallen ist Piero Stinelli zu verdanken. Er kontaktierte vor zehn Jahren die Verantwortlichen von archive.org aus eigenem Antrieb. In den 90er-Jahren war der Mitgründer von Vadian.net und Klang und Kleid ein Internetpionier.
Ohm41 stellen wieder aus
Das Thurgauer Pop-Phänomen Noemi Beza veröffentlicht Anfang Juni ihre neue EP. You’ll Find Me There vereint Country-Vibes mit astreinem Pop – was man ein wenig vermisst, sind Ecken und Kanten.
Kolumne: Stimmrecht im Juni
Ausstellung in Herisau
Nach 22 Jahren gibt Matthias Peter die Leitung der St.Galler Kellerbühne ab. Vom Raum ist er nach wie vor begeistert. Aber dem Kabarett ging es auch schon besser, erzählt er im Gespräch.
Die Thurgauer Künstlerin Micha Stuhlmann befasst sich in ihrem neuen Projekt mit dem Dasein im Moment. Am 7. Juni findet dazu ein Workshop in St.Gallen statt und am 26. Juni zeigt sie mit ihrem Ensemble die finale Performance in Kreuzlingen.
Die Tonhalle Wil wurde 1876 eröffnet. Seither bereichert sie praktisch ununterbrochen das kulturelle Leben der Äbtestadt. An den kommenden zwei Wochenenden wird gefeiert.
Jonas Ulrich taucht mit seinem ersten Spielfilm in die Black-Metal-Welt ab. Wolves ist eine bildstarke Geschichte über Einsamkeit und das Dazugehören, voller Gegensätze und mit etwas holprigen Dialogen.
St.Gallen bewahrt nicht mehr nur 1000-jährige Handschriften. Mit dem Internet Archive Switzerland entsteht hier ein Archiv für Webseiten, künstliche Intelligenz und das digitale Gedächtnis der Zukunft.
Mit Internet Archive Switzerland entsteht in St.Gallen ein Ableger des grössten Archivs für Websiten und Künstliche Intelligenz weltweit. Ausserdem im Juniheft: Männer unter Generalverdacht, das grosse St.Galler 80er-Buch, das Abschiedsinterview mit dem langjährigen Kellerbühnenchef und die Flaschenpost aus Venedig.
Der WWF St.Gallen wird 50 Jahre alt. Sein Geschäftsleiter Lukas Indermaur zieht bei der Beurteilung der aktuellen Situation von Natur und Umwelt eine durchzogene Bilanz.
«Urs Frei. A – Z» im Kunstmuseum St. Gallen ist die erste Retrospektive zum ausserordentlichen Schaffen von Urs Frei (1958 – 2023). Rund 140 Arbeiten geben Einblick in ein Werk, das kaum zu fassen ist. Das gehört zu seiner Qualität.
Wie wollen wir künftig leben und unsere Nahrungsmittel produzieren? Die Ausstellung «How goes Tomorrow» der Ostschweizer Künstlerin Claude Bühler in der Shedhalle in Frauenfeld sensibilisiert für nachhaltige Handlungsstrategien.
«Das Kind zurücklassen? Wie kann man so dumm und herzlos sein», schreibt der Schweizer Autor Lukas Bärfuss über seine Mutter, die keine Mutter für ihn sein konnte. In seinem neuen Buch schaut er in die Vergangenheit und hat Verständnis, nicht für die Mutter, aber doch für diese Frau, die nie Glück und immer zu wenig Geld hatte.