Geredet wird schon länger davon: Mit einer Initiative will das links-grüne Komitee für eine fortschrittliche Verkehrspolitik eine Abstimmung über den Autobahnanschluss auf dem Güterbahnhof-Areal erzwingen.
Die rechtliche Ausgangslage für ein Volksbegehren ist einigermassen komplex, weil der Bund Bauherr des Projekts ist und dem Kanton das Areal gehört. Die Stadt hat direkt nicht viel zu sagen.
Der Stadtrat könnte aber über eine Initiative verpflichtet werden, sich gegen das Projekt zur Wehr zu setzen. Einen ähnlichen Weg versucht Vorarlberg, das ein Fracking-Verbot in die Landesverfassung aufnehmen wird – ungeachtet der Haltung von Wien oder der EU.
In Bern geht man allerdings bisher davon aus, dass in St.Gallen mehr oder weniger alle hinter dem Projekt mit dem Autobahnanschluss auf dem Güterbahnhofareal stehen. Neben dem Kanton hat sich auch der St.Galler Stadtrat stets für das Vorhaben ausgesprochen. Die bürgerliche Lobbyarbeit funktioniert: Hinter den Kulissen laufen die Planungen auf Hochtouren.
Für die Opposition geht es nun darum, in einem ersten Schritt ein paar Signalraketen zu zünden. Am besten solche, die auch in Bern gesehen werden.
Einen Anfang machten am Donnerstagabend die Grünen der Stadt St.Gallen. Sie verabschiedeten an ihrer Hauptversammlung eine Resolution gegen den Ausbau der Stadtautobahn.
Darin heisst es: Die Grünen von Stadt und Region St.Gallen «werden sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die geplante dritte Röhre und Autobahn-Anschlusswerke auf Stadtgebiet wehren».
Sie fordern die Grüne Kantonalpartei sowie die Bundesparlamentarierinnen und -Parlamentarier der Grünen auf, sich gegen dieses Projekt zu stellen.
Weiter verlangen sie eine aktive Verkehrspolitik der Stadt: Wer zu Stosszeiten fahre, solle mehr bezahlen. Es gebe das Projekt eines Mitfahr-App der ETH. Nach wie vor fehlten Einstiegsangebote für den Umstieg auf den ÖV. Eine weitere Idee wäre ein Auftrag zur Ausarbeitung von Verkehrslenkungs-Konzepten an die Hochschule für Technik Rapperswil.
Mit Hildegard Fässler (1951–2026) verstarb kurz vor ihrem 75. Geburtstag eine der profiliertesten Ostschweizer Politikerinnen an den Folgen einer schweren Erkrankung. Nachruf einer langjährigen Weggefährtin.
Versteckt im Sittertal produziert die Kunstgiesserei Werke renommierter Künstler:innen. Dabei gilt es oft, Neues auszuprobieren und Lösungen zu finden – mit Zucker, Wachs und natürlich Metall. Saiten erhält einen Einblick in das verrückte Schaffen am Rande St.Gallens.
Der FC St.Gallen gewinnt gegen den haushohen Favoriten aus Lissabon mit 2:1. Die grösste Sensation, die dieses Stadion je gesehen hat. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 4: Cyprien Gaillard – «When you expect flutes, it whistles», «Komm Glüückck» und Jeremy Reeds Buch Du stirbst nur zweimal – Ein Sylvia Plath-/Victoria Lucas-Roman.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Die Baupläne sind gezeichnet, das Baugesuch liegt zur Vorprüfung bei der Stadt – doch noch ist einiges rund um den Wiederaufbau der Rorschacher Badhütte zu klären. Was passiert zum Beispiel mit all den angerosteten und teils verbogenen Scharnieren, Schlössern und anderen Eisenteilen, die die Taucher aus dem See heraufgebracht haben?
Mohsen Masoudi ist 2022 aus dem Iran in die Schweiz geflohen. Heute lebt er in Stein AR und ist Teil der Exil-Opposition. Er erzählt, warum es die Schliessung der iranischen Botschaft braucht und was sich mit den Protesten Anfang Jahr verändert hat.
Das See-Burgtheater macht aus seiner Piratinnengeschichte Die Legende von Anne Bonny ein akrobatisches Spektakel vom Feinsten. Bei aller Sommertheater-Leichtigkeit hätte man aber doch ein bisschen mehr Emanzipationsgeschichte erwartet.
Zu seinem 20. Geburtstag hat das Kulturfestival am Wochenende Bands aus St.Gallen und der Region zu einem zweitägigen Konzertfest eingeladen. Dieses war so vielfältig wie gelungen – auch wegen der Idee, Covers aus der Gründungszeit des Festivals in die Sets einzubauen.
Bregenzer Festspiele
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 3: «Was der Kaiser noch sah», Olaf Breuning – «Humans» und Oriana Bruseghini – Das verlassene Rettungsboot.
Wie setzt Fotografie Mode in Szene? Und wer fotografiert dabei eigentlich wen? Das Textilmuseum St.Gallen gibt mit «Mise en Scène» Einblicke in 120 Jahre Modegeschichte. Es ist die letzte Schau vor dem Museumsumbau.
Seit elf Tagen befindet sich Velat Aydin vor dem Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen im Hungerstreik. Im Gespräch mit Saiten erzählt der Kurde, woher er kommt und weshalb politischer Aktivismus so wichtig ist.
Die St.Galler Festspiele sind vorbei. Oper war indoor, draussen im Stadtpark spielte die Endzeitkomödie Planet B. Nähme man die Botschaft des Stücks ernst, müsste die Festspiel-Oper auch künftig ressourcenschonend drinnen bleiben.
Sindujan* lebt schon sein ganzes Leben in der Schweiz. Die Einbürgerung ist fast abgeschlossen, war aber mit hohen Kosten und einem unangenehmen Gespräch verbunden.
Bevor die Kunst Einzug hielt, war das Sittertal industrialisiert. Hier wurde gestickt, gewirkt, gefärbt, mercerisiert – aber auch gestreikt und geliebt.
Kolumne: Stimmrecht
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 2: Kinok-Open-Air, Solarkino, Christa Näher – «Excess», Living Museum, Poolbar Festival, Die Legende von Anne Bonny und SP-Spaziergänge.
In der Kunstkabine bei der St.Leonhard-Brücke in St.Gallen stellen bis September vier Personen mit Beeinträchtigung ihre Kunst aus. Den Anfang macht Sonja Lippuner mit ihrer «Rollstuhlkunst».
Die Kunstgiesserei St.Gallen und die Stiftung Sitterwerk strahlen weit über die Region hinaus. Felix Lehner, Gründer und Leiter der Kunstgiesserei, Geschäftsleitungsmitglied Till Jäckli sowie Patricia Hartmann, Co-Leiterin der Stiftung Sitterwerk, sprechen im Interview über die letzten 40 Jahre, aktuelle Herausforderungen und Zukunftspläne.