Dass Sommer ist, merkt man in Winterthur, wenn es keinen Platz mehr in den Gartenbeizen hat, wenn die Kinder im Judd-Brunnen plantschen und keiner mehr Konzertlokale besuchen mag. Also nichts wie raus an die laue Sommernachtluft!
Das tun auch die vier Winterthurer Clubs Albani, Kraftfeld, Gaswerk und Salzhaus. Zum Saisonschluss bringen sie die Musik unter dem Motto Musik on Thur hinaus auf die Gasse. Am 12. Juli spielen ab 14 Uhr auf dem Kirchplatz vier Bands, die das Programm der vier Clubs repräsentieren. Das Kraftfeld hat seine Lieblingsrapperin eingeladen: Yarah Bravo aus Schweden zeigte bereits einmal auf dem Sulzerareal eine energiegeladene Show und zog das Publikum mit viel Soul und Sympathie in ihren Bann. Gloria Volt stehen für den Winterthurer Hardrock, den es sonst vor allem im Gaswerk zu hören gibt. Mit dem DJ Unda aus Zürich steht auch ein Vertreter der elektronischen Musik, wie sie regelmässig im Salzhaus aufgelegt wird, auf dem Programm. Und auch Velvet Two Stripes aus St.Gallen – von «20 Minuten» als die coolste Band der Schweiz betitelt – folgten dem Ruf des Albani.
Dass der freche Soundmix aus Blues, Grunge, Rock, Punk und Pop auch an Openairs funktioniert, bewiesen die drei Musikerinnen letztes Jahr an den Musikfestwochen. Diese haben auch 2014 Entdeckungen zu bieten. Am 13. August eröffnet die Livesensation der Stunde, Kakkmaddafakka aus Norwegen, mit ihrem charmanten Indierock das zehntägige Festival auf der Steinberggasse. Auf dem Kirchplatz machen gleichzeitig Stahlberger und Band den Auftakt.
Das Programm hat für jeden Musikgeschmack etwas dabei: Hip-Hop von Käptn Peng, Indie von Balthazar oder Elektronisches von Sohn, Rock’n’Roll und Soul mit Nick Waterhouse, Elektroswing von Klischée & Band, Afrobeat mit Ebo Taylor, Balkan und Gypsy mit Berlinskibeat und Rock mit East Cameron Folkclore.
Daneben werden an der Winti-Night am 17. August mit Death Of A Cheerleader, MyKungFu, Phumaso & Smack und Rabbit Lesson vier Perlen aus Winterthur präsentiert. Mit den Rockbands Triggerfinger und Airborne und den wunderbaren Folk-Klängen von Damian Rice, Other Lives und Broken Twin bieten die Musikfestwochen weitere spannende Programme, bevor sie die zehn Tage mit Elbow, Nada Surf und James Walsh von Starsailor ausklingen lassen. Da gibt es nur eines: raus auf die Gasse.
Tag der Livemusik Music: OnThur mit Gloria Volt (W’thur), Yarah Bravo (SWE), Velvet Two Stripes (SG) & Unda (ZH) Samstag 12.Juli, 14 Uhr, Kirchplatz Winterthur. Trailer
Musikfestwochen 13. bis 24. August, Steinberggasse und Kirchplatz Winterthur musikfestwochen.ch
Johanna und Szilamer arbeiten seit vier Jahren als Erntehelfer:innen in Fruthwilen. In ihrer Heimat Rumänien ist die wirtschaftliche Lage angespannt und die körperliche Arbeit auf dem Feld sind sie gewohnt.
Am 29. Oktober entscheidet die SP der Stadt St.Gallen, wen sie in die Ersatzwahl um den Stadtratssitz von Peter Jans schickt. Was ursprünglich wie eine Formalität aussah, hat sich zu einem spannenden Rennen entwickelt. Mit offenem Ausgang.
Jock Kobels zweiter Fall
Musik
Heppelers Bestiarium
Nach einer ganz passablen ersten Halbzeit der Espen sowie Führung durch einen Elfmeter von Görtler vor der Pause, spielen die St. Galler dieses Resultat anschliessend herunter und holen sich die 3 Punkte.
Mehr als viereinhalb Stunden dauerte Der Prozess Pelicot im Theater St.Gallen. Milo Rau und Servane Dècle inszenierten einen Abend über sexualisierte Gewalt und chemische Unterwerfung – und über eine Gesellschaft, die von Männern mehr Verantwortung verlangt.
Die Menschenrechte stehen weltweit unter Druck. Doch wie konsequent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neues Buch nimmt die Schweizer Menschenrechtspolitik kritisch unter die Lupe. An der Buchvorstellung im Square wurde über Widersprüche, Versäumnisse und mögliche Lösungen diskutiert.
In einer Tennishalle im toggenburgischen Unterwasser trafen sich vor zehn Jahren 5000 Neonazis zum grössten Rechtsrock-Konzert, das je im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat. Linke Politiker:innen reagierten schnell, doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht
Erntehelfer:innen sind in der Schweiz schlecht geschützt. Ihre Arbeitsbedingungen liegen oft in Graubereichen, Kontrollen sind schwierig. Eine Veränderung würde jedoch bedeuten, ein ganzes System auf den Kopf zu stellen.
Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty
Die St.Galler Restaurants Toscana und The Pinch machten vergangene Woche über Nacht dicht. 15 Personen standen unvorbereitet auf der Strasse. Das verantwortliche Investoren-Duo schliesst nicht zum ersten Mal ein Restaurant in der Stadt. Das abrupte Ende wirft Fragen auf.
Die Stadt St.Gallen muss sparen und will das historische Volksbad nach der Wiedereröffnung des Hallenbads Blumenwies schliessen. Dabei verspricht die Stadt seit über 40 Jahren die Sanierung.
Die St.Galler Regierung spart gegen ihren Willen weitere 60 Millionen Franken ein und rechnet für 2027 mit einem Plus von 55 Millionen Franken. Kulturelle Arbeit wird dabei weiter prekarisiert – mit einer grossen Ausnahme.
Filminstallation über Vergänglichkeit
Die alten Fabrikhallen sind aus Winterthurs Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Sie wären aber nichts ohne engagierte und gut vernetzte Menschen. Saiten konnte auf Einladung des Kulturmagazins «Coucou» einige von ihnen treffen. Ein kleiner Stadtrundgang
Das Konzert und Theater St.Gallen zeigt eindringlich auf: Femizide existieren in der Schweiz noch immer im ungeheuren Ausmass. Die Inszenierung von Corinna von Rad setzt auf das Groteske in Georg Büchners Woyzeck und feierte am Samstag Premiere im Grossen Haus. Eine Produktion für «jeder-Mann»!
Viel Energie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neuen Album Now To Ruin der Thurgauer Band S.G.A.T.V.. Getauft wird am 1. Oktober im Winterthurer Kraftfeld. Saiten hat vorab reingehört.