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Sag alles ab

Corona überall! Aber bei allem verständlichen Frustpotenzial dieser Tage: Es gibt auch ein paar willkommene Seiten an dieser «besonderen Lage».
Von  Corinne Riedener

Die Sache mit dem neuen Virus ist eine mittlere Katastrophe, klar. Gerade auch volkswirtschaftlich. «Die Wirtschaft» wird massiv länger brauchen, um sich davon zu erholen als unsere Körper. Unzählige Branchen sind betroffen, teilweise existenziell. Anders die Medien, die natürlich von der Situation profitieren und dankbar auf der Viruswelle reiten. Aber das ist eine andere Geschichte.

Bei allem verständlichen Frustpotenzial dieser Tage – es gibt auch ein paar willkommene Seiten an dieser «besonderen Lage». Beginnen wir mit dem Naheliegenden: mehr freie Abende, sprich mehr Zeit für uns! In normalen Zeiten seckeln wir von einem Anlass zum nächsten; von der Chorprobe zum Geschäftsessen, vom Judotraining zur Vernissage, vom Familientürk zur Fraktionssitzung, vom Russischkurs ans nächste Konzert.

Jetzt nicht mehr. All die Absagen und Vorsichtsmassnahmen bringen eine ganz neue Qualität in unsere Freizeit. Wir müssen keine Ausreden mehr erfinden, wenn wir einfach keinen Bock haben auf das grosse Geburtstagsfest dieser entfernten Bekannten, müssen uns nicht mehr schämen, dass Netflix der bessere Lover ist, müssen nicht mehr französisch duschen, weil die Zeit zwischen Arbeit und Jass-Runde zu knapp war.

Stattdessen könnten wir jetzt all die Bücher lesen, die seit Monaten nur fürs Image auf unseren Nachttischen liegen. Wir könnten endlich einmal die Fenster putzen, die Socken sortieren, den Lotussitz üben oder einen Liebesbrief schreiben. Jetzt hätten wir die Zeit für uns, die wir in normalen Zeiten manchmal so schmerzlich vermissen. Wir könnten ernsthaft Selbstfürsorge betreiben. Geniessen wir also diese Abende ohne Verpflichtung, das Leben wird noch schnell genug wieder stressig und überladen.

Zweitens der öV. So viel Platz hatten wir noch selten ohne Klassenwechsel. Darüber freuen sich nicht nur Menschen mit misanthropischen oder neurotischen Tendenzen. Und da der Bund empfiehlt, nicht mehr zu Stosszeiten zu pendeln, können wir auch getrost ein paar Stunden zu spät einstempeln.

Oder gar nicht – womit wir bei Punkt drei sind: Schwänzen, Krankfeiern, Blaumachen! Warum auch nicht, schliesslich haben wir alle mal einen schlechten Tag oder einfach nur einen Kater. In normalen Zeiten hindert uns das nicht daran, trotzdem zur Arbeit zu gehen, aus Pflichtgefühl oder aus Angst um den Job.

Grundsätzlich ist auch nichts auszusetzen an diesem protestantischen Arbeitsethos, aber hey: Nicht zuletzt auf diesem fusst die ausbeuterische Lohnarbeit. Das schlechte Gewissen sollten die Chefs haben und nicht wir, wenn wir uns mal zwei Tage abmelden, obwohl wir in Wahrheit gar keinen Pfnüsel haben.

Tocotronic, die Alleswisser, wussten das schon 2007:

 

Ganz so einfach ist es aber natürlich nicht mit dem Blaumachen und Abkapseln, denn auch das Virus kreiert eine Art Zweiklassengesellschaft: Hier wir «Privilegierten», die es nicht so dringend braucht, da die Heldinnen und Helden im Gesundheitswesen, die es momentan ganz dringend braucht.

Sie alle leisten jeden Tag grossartige Arbeit. Hoffentlich bekommen sie jetzt endlich die Anerkennung, die sie verdient haben. Genug Zeit, um ihnen zu applaudieren haben wir ja jetzt.

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Peter Honegger,  

Es hängt alles zusammen: Kriegsmaterialexport: Zwingt die Zivilbevölkerung zur Flucht – Wir tragen Mitschuld Durch HARDWARE und KNOWHOW Transfer. Beschaffung von Armeeflugzeugen: 6 nutzlos eingesetzte Milliarden (wenn WIR es nicht an der Urne verhindern) UND gegen eine VIRUS-Pandemie hilft uns dies GARNIX.

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