Kategorie
Autor:innen
Jahr

Saiten im Februar: Notfall

Ein Heft zur Spitalpolitik. Wer sind die Player, wer sind die Gewinnerinnen und Verlierer, wo sind die Kostentreiber und die Systemfehler? Und was kostet überhaupt ein Blinddarm? Ausserdem: die Abstimmungen vom 9. Februar, der ausbleibende «Kulturwandel» an der St.Galler Uni und eine geballte Ladung Musik, Theater und Literatur.
Von  Redaktion Saiten
Die Röntgenaufnahmen im Titelthema sind von Mikael Häggström und der Saiten-Redaktion.

Die Geschichte wird üblicherweise so erzählt: Die Spitäler schreiben tiefrote Zahlen, die Gesundheitskosten explodieren, es braucht harte Ein- schnitte – so aktuell im Kanton St.Gallen, wo fünf von neun Spitälern geschlossen werden sollen.

Oder die Geschichte wird so erzählt: Die Regierung will der Landbevölkerung ihre Spitäler wegnehmen, sie setzt sich über regionale Besonderheiten und Bedürfnisse hinweg. Alternativ nennt die Erzählung auch andere Schuldige: die bösen Krankenkassen, die geldgierigen Ärzte, die uneinsichtigen Spitäler, die milliardenschwere Pharmaindustrie. Ganz leise kann man zwischendurch auch mal Selbstkritik hören – an uns Patientinnen und Patienten und unserer Anspruchshaltung, sobald es um unsere eigenen Wehwehchen geht.

Die Auseinandersetzung um Spital- und Gesundheitskosten treibt Bund, Kantone und Bevölkerung seit Jahren um wie kaum ein anderes gesellschaftliches Thema. Und die Argumentation nimmt immer mehr quasi naturgesetzliche Züge an: Die Kosten steigen, weil Kosten halt steigen.

Kann man die Geschichte auch anders erzählen? Das hat sich Saiten gefragt und platzt mit diesem «Notfall»-Heft in die aktuelle Spitaldiskussion hinein, die praktisch täglich neue Schlagzeilen hervorbringt. Wer sind die Player, wer sind die Gewinnerinnen und Verlierer, wo sind die Kostentreiber und die Systemfehler? Und was kostet überhaupt ein Blinddarm?

Wir fragen den Gesundheitsdirektor, den Klinikchef, die Gesundheitsökonomin, den Arzt. Roman Hertler erklärt, wie die Ökonomie in die Spitallandschaft Einzug gehalten hat. Andreas Kneubühler bilanziert den regional aufgeheizten Konflikt um die St.Galler Spitalplanung, Corinne Riedener schildert eine Nacht in einer auf Schlaganfälle spezialisierten Klinik. Ausserdem: ein Einspruch des langjährigen Branchenbeobachters Urs P. Gasche gegen den laschen Umgang mit ärztlichen «Kunstfehlern».

Ausserdem im Heft: Stimmen zu den Abstimmungen vom 9. Februar, ein Kommentar zum ausbleibenden «Kulturwandel» an der St.Galler Uni und eine geballte Ladung Musik, Theater und Literatur. Auf einen hoffentlich gesunden, purlimunteren Februar!

Peter Surber

 

Der Inhalt:

Reaktionen/Positionen
Redeplatz mit Thomas Schwager
Stimmrecht von Farida Ferecli
Nebenbei gay von Anna Rosenwasser
Warum? von Jan Rutishauser
HSG-Machtpoker

Notfall

Alle wollen gesund sein, aber alle wollen am Kranksein verdienen. Auf Spitalbesuch in Herisau, St.Gallen und im Thurgau.
Von Peter Surber

Blinddarm und Baserate. Eine Musterrechnung.

Entbettung der Betten. Wie der Neoliberalismus im Gesundheitswesen Einzug hielt.
Von Roman Hertler

Eine Frage des Geldes oder: Jedes Tal ein Spital? Die regionale Diskussion um die Spitäler.
Von Andreas Kneubühler

«Die Prämien explodieren, nicht die Kosten»: Für Ökonomin Anna Sax sind Spitalschliessungen kein Allheilmittel. Das Interview.

Keine bleibenden Schäden. Eine Reportage aus der Stroke Unit, zwischen Grabs und St.Gallen.
Von Corinne Riedener

Eingeliefert – Ausgeliefert. Unzählige Körperverletzungen in Schweizer Spitälern bleiben ohne Entschädigungen.
Von Urs P.Gasche

Bilder: Röntgenaufnahmen von Mikael Häggström und der Saiten-Redaktion

Perspektiven

Repression gegen Uiguren, Tradition im Hochgebirge, Konsumrausch auf Taobao: Flaschenpost aus China, dem Land der Widersprüche.
Von Remo Wild

Über Diskriminierung, Homowitze und worum es bei der Abstimmung vom 9. Februar geht.
Von Etrit Hasler und Corinne Riedener

Kultur

Das Gesetz und die Masken: Das Theater St.Gallen spielt Kafkas Prozess mit Puppen und leibhaftigen Spielern.
Von Peter Surber

Songs für die Aufwertung der Provinz: Das zweite Dachs-Album verdient einige Bergpunkte.
Von Corinne Riedener

Tiefenentspannt in den Norden: Mitte Februar kommt die Polarregion musikalisch nach St.Gallen.
Von Corinne Riedener

400 Jahre gut bei Stimme: Der Oratorienchor St.Gallen feiert Jubiläum mit einem Buch und einer Uraufführung.
Von Peter Surber

Rindviecher gesucht: Der experimentelle No-Budget-Film Dieter Meiers Rinderfarm erkundet ein Argentinien im Aufruhr.
Von Stefan Böker

Der «gmögige Kerli» aus dem Wald: Von Förster und Baumforscher Peter Wohlleben gibt es jetzt auch den Film zum Bestseller.
Von Peter Müller

Gut gefedert: Das Gewerbemuseum Winterthur fächert ein ganzes Universum rund um Federn und Vögel auf.
Von Marlen Saladin

Wer ich einmal war: Der autobiografische Roman Das Mädchen mit dem Pagenschnitt von Beatrice Häfliger.
Von Wolfgang Steiger

Zum Kotzen schön: Bodenseeland von Sebastian Winterberg ist ein reichhaltiges Log- und Lockbuch für die Region rund um den See.
Von Veronika Fischer

Elefanten und Pinguine: Ende Februar startet in der St.Galler Lokremise zum zweiten Mal Jungspund, das Theaterfestival für junges Publikum.
Von Peter Surber

Alte Musik, neuer Jazz, alte Bronzen und politische Lieder im Kulturparcours.

Abgesang

Kellers Geschichten
Pfahlbauer
Comic von Julia Kubik

Jetzt mitreden:
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Dein Kommentar wird vor dem Publizieren von der Redaktion geprüft.

Kabarett in Herisau

Apo­ka­lyp­se ist auch nicht al­les

Von  Vera Zatti
P1200733 x jpg

«Es geht dar­um, sich sei­ner Pri­vi­le­gi­en be­wusst zu sein»

De­bat­ten um Ma­chis­mus, Deepf­ake-Por­nos, häus­li­che Ge­walt und Fe­mi­zi­de sind bei­na­he all­täg­lich. Was kön­nen Män­ner ge­ra­de tun, wenn sie un­ter Ge­ne­ral­ver­dacht ge­ra­ten? Frau­en­haus­lei­te­rin Kat­ja Häm­mer­li Kel­ler, Flo­rance Hil­de­brand vom fe­mi­nis­ti­schen Streik­kol­lek­tiv Thur­gau und Ma­nu­el Ben­ja­min Leh­mann vom Fo­rum Mann dis­ku­tie­ren Lö­sungs­an­sät­ze.

Von  Daria Frick , Bilder:  Lea Le
Bildschirmfoto 2026 06 11 um 12 25 26

Kommentar zur SVP-Chaosinitiative

Aus­län­der:in­nen sind nicht nach­hal­tig

Von  Christoph Keller
Nachhaltigkeitsinitiative

30 Jah­re Ar­chi­tek­tur­ver­mitt­lung

Das AFO, das Ar­chi­tek­tur Fo­rum Ost­schweiz, dis­ku­tiert und ver­mit­telt seit 30 Jah­ren Bau­kul­tur. Am kom­men­den Frei­tag wird das Ju­bi­lä­um ge­fei­ert und die neus­te Ar­ti­kel­se­rie der gu­ten Bau­ten als Buch prä­sen­tiert.

Von  René Hornung
2511 Gutes Bauen 1 Ladina Bischof

Im zwei­ten An­lauf: Kan­tons­rat sagt Ja zu Mi­na­sa 

Mi­na­sa be­kommt al­so doch Geld aus dem Lot­te­rie­fonds: Der Kan­tons­rat hat dem von Sai­ten und Thur­gau­kul­tur.ch auf­ge­bau­ten Pro­jekt, das den gröss­ten Ver­an­stal­tungs­ka­len­der der Ost­schweiz er­mög­licht, die Fi­nan­zie­rung für drei wei­te­re Jah­re ge­si­chert.

Von  David Gadze
Kantonsrat Sommersession 2026 Benjamin Manser St Galler Tagblatt

«Wer hält uns da­von ab, frei zu sein?»

In­na Shev­chen­ko fragt im Do­ku­men­tar­film Girls and Gods, ob die mo­no­the­is­ti­schen Welt­re­li­gio­nen mit Fe­mi­nis­mus ver­ein­bar sind. Auf der Su­che nach Ant­wor­ten be­geg­net sie wi­der­sprüchli­chen Theo­rien und mu­ti­gen Frau­en. Und bleibt nicht nur stil­le Be­ob­ach­te­rin.

Von  Daria Frick
Bildschirmfoto 2026 06 10 um 15 01 03

In eigener Sache

Ein Be­kennt­nis zu Mi­na­sa 

Von  Marc Jenny

Abstimmungskommentar zur SVP-Chaosinitiative

Über­frem­dungs­ge­heul im Dau­er­loop

Von  Daria Frick

Theateraufführung

Des Nachts im Wal­de

Von  Vera Zatti
VLT Sujet WEB Sommenacht2

Kolumne: Heppelers Bestiarium

Hor­ror un­ter dem Mi­kro­skop

Von  Jeremias Heppeler

Vie­le Spu­ren und ein Tat­ort

Ein paar Fe­dern, ein an­ge­knab­ber­ter Tan­nen­zap­fen, ein Stück Plas­tik: Tie­re und Men­schen hin­ter­las­sen Spu­ren. Die­sen wid­met das Na­tur­mu­se­um St.Gal­len sei­ne ak­tu­el­le Son­der­aus­stel­lung «Spu­ren – Fähr­ten, Frass und Fe­dern».

Von  Vera Zatti
1 Intro Dachs 20260515 NM SPUREN  Urs Bucher

Wor­an soll man noch glau­ben?

In ei­ner neu­en Aus­stel­lung wagt sich das Kunst­mu­se­um Thur­gau in der Kar­tau­se It­tin­gen an ei­ne Neu­ver­mes­sung des Ver­hält­nis­ses von Kunst und Re­li­gi­on.

Von  Michael Lünstroth
O0 A5990 02

St.Gal­len plant Kon­sum­raum für Sucht­kran­ke

Hin­ter dem St.Gal­ler Haupt­bahn­hof soll ein Kon­sum­raum für Men­schen mit schwe­ren Sucht­er­kran­kun­gen ent­ste­hen. Die­se Wo­che ha­ben die Stadt und die Stif­tung Sucht­hil­fe An­woh­ner:in­nen ein­ge­la­den, um ei­nen ers­ten Dia­log zu star­ten. 

Von  Philipp Bürkler
Liegeschaft Lagerstrasse 2 4

Auf der Ziel­ge­ra­den

Es ist sei­ne letz­te Ses­si­on nach zehn Jah­ren im St.Gal­ler Kan­tons­rat. SP-Kul­tur­po­li­ti­ker Mar­tin Sai­ler setzt künf­tig ganz auf den Zel­tai­ner. Das Geld für den Neu­bau in Wild­haus ist fast zu­sam­men, 2027 soll es los­ge­hen.

Von  Peter Surber
Foto1 Zeltainer

Im di­gi­ta­len Dschun­gel zu Hau­se

Die An­sied­lung des In­ter­net Ar­chi­ve Switz­er­land in St.Gal­len ist Pie­ro Sti­nel­li zu ver­dan­ken. Er kon­tak­tier­te vor zehn Jah­ren die Ver­ant­wort­li­chen von ar­chi­ve.org aus ei­ge­nem An­trieb. In den 90er-Jah­ren war der Mit­grün­der von Va­di­an.net und Klang und Kleid ein In­ter­net­pio­nier.

Von  David Gadze
2606 Internet Archive pino stinelli andri voehringer

Ohm41 stellen wieder aus

Kunst auf der Kip­pe

Von  Daria Frick
Bildschirmfoto 2026 06 03 um 11 14 39

Sehn­sucht nach Frei­heit

Das Thur­gau­er Pop-Phä­no­men Noe­mi Be­za ver­öf­fent­licht An­fang Ju­ni ih­re neue EP. You’ll Find Me The­re ver­eint Coun­try-Vi­bes mit ast­rei­nem Pop – was man ein we­nig ver­misst, sind Ecken und Kan­ten.

Von  Jeremias Heppeler
1 Pressefoto Noemi Beza Youll Find Me There

Kolumne: Stimmrecht im Juni

Back to the Fu­ture

Von  Liliia Matviiv

Ausstellung in Herisau

70 Jah­re und 70 Pup­pen

Von  Vera Zatti
70 Jahre SG Ausstellung

«Gros­ses Lob für die­sen Kel­ler»

Nach 22 Jah­ren gibt Mat­thi­as Pe­ter die Lei­tung der St.Gal­ler Kel­ler­büh­ne ab. Vom Raum ist er nach wie vor be­geis­tert. Aber dem Ka­ba­rett ging es auch schon bes­ser, er­zählt er im Ge­spräch.

Von  Peter Surber
2606 Redeplatz Matthias Peter