Die Ortsbürgergemeinde St.Gallen hat ihre Stadtsägerei vor einiger Zeit aufgegeben und an Thurholz verkauft. Der Betrieb war nicht mehr rentabel. Das Areal eigne sich für studentisches Wohnen – so lautete das Resultat der Diskussionen mit der Stadt, der Universität und der Fachhochschule. Jetzt hat die Ortsbürgergemeinde einen Investorenwettbewerb entschieden, an dem 13 Teams teilgenommen hatten.
Architekten hatten sich dabei mit Investoren, mit Landschaftsarchitekten und mit Holzbauunternehmen als Team zu Anbietern aus einer Hand zusammenzuschliessen. Sie mussten der Ortsbürgergemeinden auch einen Baurechtszins anbieten, als «Pacht» für die Nutzung des Bodens, den die Ortsbürger im Eigentum behalten.
Bürgerratspräsident Arno Noger betonte bei der Präsentation des Wettbewerbs, was er in den letzten Jahren mit schöner Regelmässigkeit im Jahresbericht schreibt: Mit der Abgabe der Liegenschaft im Baurecht will die Ortsbürgergemeinde langfristige Erträge sichern, die ihr erlauben, ihre Leistungen für die Öffentlichkeit ebenso langfristig sicherzustellen. Man könne die grossen sozialen und kulturellen Aufgaben – etwa mit dem Bürgerspital, den Beiträgen ans Kinderspital, dem Archiv und den Kulturbeiträgen – nur erfüllen, wenn die Liegenschaften genug «hergeben».
Die 13 Projektbeiträge zur Überbauung des Stadtsägeareals sind bis zum 5. Juni im Stadthaus an der Gallusstrasse 14 in St.Gallen ausgestellt.
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Trotzdem sei die Überbauung im Linsebühl nicht auf maximalen Ertrag getrimmt. Es gab Projekte, die das Areal deutlich dichter überbauen wollten und entsprechend einen höheren Baurechtszins angeboten hätten. Galli Rudolf Architekten aus Zürich, die Sieger des Wettbewerbs, sind zurückhaltender. Der Grüngürtel ums Areal wird – wie vom Quartier gewünscht – erhalten. An Stelle des Restaurants Linsebühl soll im Neubau wieder ein Quartiertreffpunkt entstehen. Ob die angedachten öffentlichen Nutzungen – vom Laden über Fitness bis zur Velowerkstatt – dann wirklich alle entstehen können, muss sich noch weisen.
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Das Projekt schlägt einen Sägiplatz und eine Sägigasse vor. Die Gasse in West-Ost-Richtung soll die kommunikative Seite werden, nach Norden und Süden orientieren sich die ruhigeren Seiten der Studios. Die Studierenden sollen in Ein-Zimmer-Studios aber auch in Wohngemeinschaften mit bis zu sieben Leuten wohnen. Die Grundrisse seien aber flexibel und anpassbar.
Im Bereich des heutigen Restaurants Linsebühl sollen «Movements» entstehen, eine Wortneuschöpfung für Wohnungen, in denen nur temporär gewohnt wird. Ein Service-Angebot soll Reinigung oder Wäschewaschen umfassen.
Ganz «hinten» im Areal sind Familienwohnungen geplant. Dieser Mix wurde in einem parlamentarischen Vorstoss zwar in Frage gestellt, «aber Studierende sind ja nicht einfach von Haus aus laut», stellte Arno Noger beim Rundgang durch die Wettbewerbsarbeiten fest. Er erinnere sich an seine eigene Studienzeit und heute sei ein Studium ja noch viel anspruchsvoller.
Finanziert wird das auf rund 50 Millionen Franken geschätzte Projekt von der Berner Previs Pensionskasse, die zusammen mit der Ortsbürgergemeinden St.Gallen gerade im Waldacker ein Bauprojekt startet. Kosten sollen die studentischen Wohnungen dann um die 850 Franken pro Monat – ein Betrag, den man in anderen Studenteneinrichtungen auch zahle. In Wohngemeinschaften werde es günstiger.
Weil das Areal über einem Betonsockel in Holzbauweise erstellt wird – auch die tragenden Elemente werden aus Holz sein – wird mit einer kurzen Bauzeit gerechnet. Wenn alles gut geht, können schon 2023 die ersten Wohnungen bezogen werden.
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