Das Quartier hinterm St.Galler Bahnhof wird umgepflügt. Neben der fast fertigen Fachhochschule und der Lokremise baut der KV ein neues Schulhaus – und möglicherweise sind auch die Tage des «Hogar Español» bald gezählt. Ein Bericht von René Hornung.
Bekannt unter dem Namen «Klubhaus», ist die Liegenschaft seit zehn Jahren im Besitz der damals neu gegründeten «Genossenschaft Spanisches Klubhaus». Sie rettete das damals vor finanziellen Problemen stehende Lokal. «Erhaltung, Renovation und Verwaltung dieser Liegenschaft und Vermietung an den Hoger Español als Klubrestaurant und Begegnungsstätte für Vereinsmitglieder und alle übrigen Nichtvereinsmitglieder, die an der spanischen Kultur und Gastronomie interessiert sind» – so lautet der im Handelsregister eingetragene Zweck der Genossenschaft.
Doch Genossenschaftspräsident Reto Antenen und Vorstandsmitglied Urs Weishaupt, der städtische Informationsbeauftragte, scheinen nicht mehr an die Zukunft des Betriebs an diesem Ort zu glauben. Erneut habe das Haus einen hohen Renovationsbedarf – die Rede ist von einer Million – und der im Nebenamt geführte Restaurantbetrieb passe nicht mehr ins Quartier. Die Stimmung zwischen Genossenschaft, dem Verein Hogar Español und der jährlich wechselnden Betreibergruppe «ist nicht mehr die, wie damals vor zehn Jahren», so Reto Antenen. Kommt dazu, dass mit der Parzelle heute mächtig Geld verdient werden könnte. Bis zu sechs Etagen hoch liesse sich neu bauen – die Investoren scheinen sich um den Platz zu reissen. Die Stadt hat zwar ein Vorkaufsrecht, um das Haus, respektive die Parzelle, der Spekulation zu entziehen. Sie darf jedes Kaufangebot überbieten. Aber ob sie das auch wirklich tun wird?
Jetzt rumort es. Fällt noch ein symbolträchtiges Gebäude hinterm Bahnhof der Stadterneuerung zum Opfer? Wird die Genossenschaft zur Spekulantin? Verschwindet am Ende der Hogar Español mit seinem Restaurant? Den Entscheid wird eine ausserordentliche Genossenschaftsversammlung fällen. Vorerst gibt es aber weder einen Termin noch ist abschätzbar, wie der Entscheid herauskommen könnte. Die Genossenschaftsanteile sind breit gestreut und wer dann über dieses Stück Stadtveränderung mit abstimmen will, muss sich noch um einen Genossenschaftsschein kümmern. Bestellen kann man ihn bei Bonfida Treuhand, Kugelgasse 16, St.Gallen, 071 226 91 91.
Die St.Galler Rockband The Black Salt veröffentlicht ihr zweites Album. Und verabschiedet sich ein Stückweit von ihren Anfängen.
Die Welt ist in stetem Wandel. Und manche Veränderungen sind irreversibel – Gletscher schmelzen, Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Die Ausstellung «Flimmern» widmet sich der Bewusstwerdung dieses Wandels – und dem Schmerz, den er auslöst.
Die Grundlagen, mit denen die Befürworter:innen die dritte Autobanhröhre durch den Rosenberg in St.Gallen und die Teilspange mit dem Anschluss im Güterbahnhofareal fordern, basieren auf fragwürdigen Zahlen. Zu diesem Schluss kommt der Raum- und Verkehrsplaner Thomas Hug-Di Lena.
Die St.Galler Tanzkompanie feierte vergangenen Samstag mit From England with Love Premiere. Das Stück wagt sich abermals aus dem Gleichschritt – mit unmissverständlichen Gesten.
Das Kunsthaus Bregenz zeigt in der neuen Ausstellung Arbeiten der US-amerikanischen Künstlerin Torkwase Dyson. Ausgangspunkt ihrer grossformatigen geometrischen Skulpturen und poetischen Malereien bildet das Leben und die Befreiung Schwarzer Menschen.
Wie stehts heute um die Gleichstellung? Und wie war das früher? Die Pop-up-Ausstellung «Frauenspuren im Hallenbad» in Gossau arbeitet ein Stück Gesellschaftsgeschichte auf. Zeigt, wo es heute noch hakt, und dass es nicht bleiben muss, wie es ist.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Theater
Johanna und Szilamer arbeiten seit vier Jahren als Erntehelfer:innen in Fruthwilen. In ihrer Heimat Rumänien ist die wirtschaftliche Lage angespannt und die körperliche Arbeit auf dem Feld sind sie gewohnt.
Am 29. Oktober entscheidet die SP der Stadt St.Gallen, wen sie in die Ersatzwahl um den Stadtratssitz von Peter Jans schickt. Was ursprünglich wie eine Formalität aussah, hat sich zu einem spannenden Rennen entwickelt. Mit offenem Ausgang.
Jock Kobels zweiter Fall
Musik
Heppelers Bestiarium
Nach einer ganz passablen ersten Halbzeit der Espen sowie Führung durch einen Elfmeter von Görtler vor der Pause, spielen die St. Galler dieses Resultat anschliessend herunter und holen sich die 3 Punkte.
Mehr als viereinhalb Stunden dauerte Der Prozess Pelicot im Theater St.Gallen. Milo Rau und Servane Dècle inszenierten einen Abend über sexualisierte Gewalt und chemische Unterwerfung – und über eine Gesellschaft, die von Männern mehr Verantwortung verlangt.
Die Menschenrechte stehen weltweit unter Druck. Doch wie konsequent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neues Buch nimmt die Schweizer Menschenrechtspolitik kritisch unter die Lupe. An der Buchvorstellung im Square wurde über Widersprüche, Versäumnisse und mögliche Lösungen diskutiert.
In einer Tennishalle im toggenburgischen Unterwasser trafen sich vor zehn Jahren 5000 Neonazis zum grössten Rechtsrock-Konzert, das je im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat. Linke Politiker:innen reagierten schnell, doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht
Erntehelfer:innen sind in der Schweiz schlecht geschützt. Ihre Arbeitsbedingungen liegen oft in Graubereichen, Kontrollen sind schwierig. Eine Veränderung würde jedoch bedeuten, ein ganzes System auf den Kopf zu stellen.