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Von St.Pauli nach St.Gallen

Die Debatte um den Bahnhof Nord hält sich in Grenzen. Anders in Hamburg: «St.Pauli selber machen» ist eine Stadtteilversammlung, die zeigt, dass eine aktive Beteiligung «von unten» möglich ist und auch Einiges bewirken kann. Matthias Fässler war dabei.
Von  Matthias Fässler , 

Während auf dem Vorplatz des Millerntor-Stadions Mitglieder der Satirepartei «Die Partei» noch Unterschriften sammeln, füllt sich der schmucke Festsaal des lokalen Fussballvereins. Das Bündnis «S.O.S St.Pauli» hatte zur zweiten Stadtteilversammlung des Jahres geladen. Die erste, im Februar, stand noch im Zeichen des Konfliktes um das Autonome Zentrum «Rote Flora» und die Flüchtlingsproteste rund um die Lampedusa-Gruppe, in deren Folge weite Teile Hamburgs durch die Polizei zu Gefahrengebieten erklärt wurden.

Die Situation habe sich zwar beruhigt, so der allgemeine Tenor, aber die städtischen Brennpunkte seien nicht weniger geworden. «Bei Paulianern», erklären die Moderatorinnen der Veranstaltung gleich zu Beginn, «festigt sich das Gefühl, als Statisten herhalten zu müssen.» Anwohner als Statisten für Investoren, Immobilienunternehmen, Eventveranstalter oder Politiker, die grossspurig die «Marke Hamburg» preisen. Ein Hauch von Aufstand weht durch den inzwischen mit rund 250 Personen gefüllten Raum mit Blick ins Stadioninnere. Über der Osttribüne des Stadions prangt der Spruch «Kein Fussball den Faschisten».

Kämpferische St.Paulianer

Der erste Block der Veranstaltung besteht aus Informationen zu gegenwärtigen stadtpolitischen Konfliktpunkten. Aktivisten der Lampedusa-Gruppe berichten über ihre Situation und über konkrete Aktionen. Am Vortag hatten sie den Eingang der SPD-Zentrale besetzt, heute wollen sie auf weitere Anliegen aufmerksam machen.

DSCF7232Danach werden die Ergebnisse der Umfrage «Stimmen von St.Pauli» präsentiert. Sie sind ernüchternd: Mehr als zwei Drittel geben der Hamburger Politik die Note 5 (nach Schweizer System eine 2) und äussern damit eine generelle Unzufriedenheit in der Quartiersentwicklung. Eine rasante kommerzielle Eventisierung, steigende Mieten und die damit verbundene Verdrängung von sozioökonomisch schwachen Bevölkerungsgruppen oder auch die zunehmende Verschmutzung – die Kritikpunkte sind zahlreich, aber in einem ist man sich einig: Die Anwohnerinteressen werden zu wenig berücksichtigt und es fehlt an einer aktiven Beteiligung an der Stadtteilentwicklung. Das ist umso erstaunlicher bei einer Bevölkerung, bei der jede(r) zweite schon länger als 10 Jahre auf St.Pauli lebt.

Auch über die ESSO-Häuser wird gesprochen: Die Hochhäuser im Herzen St.Paulis wurden 2009 an die milliardenschwere Bayerische Hausbau GmbH verkauft und fünf Jahre später abgerissen. Geplant ist der Bau von überwiegend hochpreisigem Wohn- und Gewerberaum. Eine der zahlreichen S.O.S.-St.Pauli-Arbeitsgruppen wehrt sich erfolgreich gegen diese «Aufwertung»: Nach langen Protesten und Druck aus der Bevölkerung ist das Projekt «Planbude» entstanden. Noch vor der offiziellen Wettbewerbsausschreibung sollen dort Ideen und Wünsche der Bevölkerung aufgenommen werden, die bei der weiteren Planung miteinfliessen sollen. Die Liste erfolgreicher Widerstände gegen Aufwertung liesse sich noch weiterführen.

Das Mitgestalten «von unten» habe auf St.Pauli Tradition, erklärt eine der Mitorganisatorinnen nach der Veranstaltung, «St.Pauli war immer schon sehr unbequem und pöbelig. Wenn die Leute was ätzt, dann gehn sie auf die Strasse.» Der Ton macht hier die Musik. Und die ist mittlerweile definitiv kämpferischer geworden: «Wir werden den Preis für die Verdrängung so hoch treiben wie möglich!», erklärt eine Aktivistin der Initiative «Mietenwahnsinn stoppen!». Der Saal applaudiert – wie so oft an diesem Nachmittag, wenn von den verschiedenen Initiativen und ihren Erfolgen die Rede ist.

Selber oder entgegen dem Zeitgeist machen

Die Geschichte, die hier geschrieben wird, beginnt mit dem stadtpolitischen Umbruch in den 80er-Jahren. Der sozialdemokratische Bürgermeister Hamburgs, Klaus von Dohnanyi, plädiert dafür, die städtische Politik durch «eine Strategie der Standort-Konkurrenz» zu ergänzen und befindet sich mit dieser neuen «geistigen Orientierung für die Stadt» ganz im Trend des Thatcherismus und der Reagonomics der achtziger Jahre. Der Beginn des neoliberalen Zeitalters ist eingeläutet.

Die Vorstellung der Stadt als Unternehmen und Konkurrenzmaschine: Das klingt aus heutiger Sicht wie ein Gemeinplatz. Die Folgen dieser Standort-Politik bekommen die Bewohner am eigenen Leib zu spüren. Doch sie wehren sich: Im zweiten Teil der Veranstaltung werden in den einzelnen Arbeitsgruppen konkrete Projekte vorgestellt. Die Lampedusa-Gruppe plant einen Emancipation-Day, eine Arbeitsgruppe feilt an einer Quartierszeitschrift und die Mietenwahnsinn-Initiative informiert über Zwangsräumungen und wie man dagegen vorgehen kann. Auch über mögliche Formen, neue Leute im Quartier zu aktivieren, wird diskutiert. Man ist sich einig: Es fehlt an selbstverwalteten Orten und Anlaufstellen.

An die erste Quartiersversammlung seien noch mehr Leute gekommen. «Da war die Empörung riesig, auch das gentrifzierte Bürgertum hat sich enorm über die polizeiliche Repression genervt», beschreibt eine Aktivistin. Aus dieser ersten Versammlung entstand eine Resolution, die basisdemokratisch von den Teilnehmenden abgesegnet wurde. Trotz des leichten Besucherrückgangs wollen sie sich weiter vernetzen und treffen. Für den 6. Oktober ist bereits ein Folgetreffen geplant. «St.Pauli selber machen!» steht auf den Flyern, welche die Runde machen.

Von Reeperbahn zu Bahnhof Nord

Szenenwechsel. Von St.Pauli ins beschauliche St.Gallen, wo derselbe Wind der «geistigen Orientierung» Einzug gehalten hat. Patrizia Adam hofft in Bezug auf den Bahnhof Nord auf Investoren mit guten Ideen und Thomas Scheitlins Lied der Standortattraktivität ist längst schon längst zum Ohrwurm geworden. Seit mehr als einem Jahr wird über die Umgestaltung des Bahnhof Nords gestritten. Obwohl: eine wirkliche politische Auseinandersetzung im Stile einer aktiven Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sucht man bislang vergebens.

DSCF7234Die Genossenschaft Spanisches Klubhaus hat sich hinter mehr oder minder verschlossenen Türen damals gegen eine Weiterführung des Betriebes am gleichen Standort ausgesprochen. Und die Stadt verhökerte daraufhin unter Missachtung ihres Vorkaufrechtes und unter zweifelhaften Argumenten das Gelände an die Familienausgleichskasse. Mittlerweile sei es für eine grundsätzlich neue Planung schon zu spät, beschied Stadträtin Patrizia Adam, im Parlament hat die Angelegenheit lange kaum Wirbel ausgelöst, jetzt sind immerhin parlamentarische Vorstösse für eine Gesamtsicht eingereicht worden. Die Frage drängt sich auf: wo der lautstarke Protest geblieben ist, abgesehen von den Kommentarspalten und Stammtischgesprächen?

Dabei steht Einiges auf dem Spiel, und zwar gleich im mehrfachem Sinn: Auf dem Areal ist seit Jahren eine Minimierung von Wohnraum zu beachten. Bekanntermassen sollen auch die Wohngebäude neben dem Klubhaus der grossen Überbauung für die Familienausgleichskasse weichen. Das städtische Zentrum wird damit auf einen Ort der Arbeit, der Freizeit und des Verkehrs reduziert. Dabei wird der Massstab der Verwertbarkeit und Rentabilität zum heiligen Gral. Dies verweist auf eine verstärkte Segregation des urbanen Raumes, wobei vor allem das Verschwinden von bezahlbarem Wohn- und Kulturraum schwerwiegt – ein Rückfall ins 19. Jahrhundert, im Stil von: «Die Promenaden den Gutsituierten, dem Pöbel die Mietskasernen ausserhalb».

Bahnhof Mord

Dani Fels, Dozent für soziale Arbeit, wies im Dokumentarfilm A little mountain village auf die Problematik dieser zunehmenden Funktionalisierung von Räumen hin. Christian Schmid, Stadtforscher an der ETH Zürich, schreibt im Buch Initiativen für ein Recht auf Stadt: «Der urbane Raum verliert in diesem Prozess wesentliche seiner Elemente, insbesondere aber seine wichtigste Eigenschaft: die Möglichkeit zu verhofften und ungeplanten Begegnungen und Interaktionen.» Dies zeigt, dass es bei der Nutzung des Quartiers immer auch um öffentlichen Raum geht. Ein Aspekt, der nicht genug betont werden kann.

Nicht nur die momentanen Pläne zum Abrisses des Klubhauses, auch das Verschwinden des Kultur- und Wohnhauses Rümpeltum auf der St.Leonhardsbrücke oder die Nutzung breiter Flächen durch die SBB illustrieren die drastische Dezimierung von gemeinschaftlichem Raum. Dadurch verschwinden Menschen aus dem Stadtbild, es kommt zu einer «sozialen Entmischung». Der Mikrokosmos «Bahnhof Nord» – im Volksmund bereits «Bahnhof Mord» – wird damit zum städtischen Vorzeigemodell im negativen Sinn. Die selbsternannte Alternativ- oder Gegenkultur ihrerseits muss sich fragen wie sie sich der Vereinnahmung für solche Prozesse entziehen kann.

Beispiele aus anderen Städten oder zumindest Stadtteilen zeigen jedoch, dass Bewegungen oder Bürgerinnen-Initiativen zu einem neuen Akteur im Spiel um den begehrten und sich rasant wandelnden urbanen Raum werden können. Sie basieren auf dem politischen Anspruch, an dessen Transformation und Erneuerung teilzuhaben und sich aus der Statistenrolle zu emanzipieren. Natürlich: Die Dimensionen und der Leidensdruck sind anders als in Hamburg – einer Stadt, in der Auseinandersetzungen um stadtpolitische Entscheide Tradition haben.

Sich eine Scheibe abschneiden

St.Gallen ist keine «Global City». Aber es gibt durchaus Parallelen, sowohl in der Stadtaufwertung als auch in den Strategien des Widerstandes. Das Phänomen der Gentrizierung und der damit verbundenen totalen Inwertsetzung von städtischem Raum sind zu einer globalen Strategie der Stadtentwicklung geworden und damit längst keine grossstädtische Eigenheit mehr. Abkucken ist also erlaubt. Auch hier könnte es darum gehen, den Diskurs um die Stadtentwicklung und Umstrukturierung aus der Perspektive «von unten» vermehrt zu prägen.

Eine breite Stadtversammlung mit Interessierten, ein Bündnis, das sich gesamtstädtisch für eine soziale Entwicklung einsetzt und über Strategien der Selbstbemächtigung von Quartieren nachdenkt, ein Quartiersfest auf dem Areal des Bahnhof Nords – an Ideen mangelt es nicht. In Hamburg entstand 2010 die Methode der «Wunschproduktion», bei der Anwohnerinnen und Anwohner den Plänen von Investoren oder der Stadt ihre eigenen Vorstellungen und Alternativen entgegensetzen.

Dazu ein Satz aus dem Manifest «Not in our name, Marke Hamburg»: «Für uns hat das, was wir in dieser Stadt machen, immer mit Freiräumen zu tun, mit Gegenentwürfen, mit Utopien, mit dem Unterlaufen von Verwertungs- und Standortlogik. (…) Wir sagen: Eine Stadt ist keine Marke. Eine Stadt ist auch kein Unternehmen. Eine Stadt ist ein Gemeinwesen. Wir stellen die soziale Frage, die in den Städten heute auch eine Frage von Territorialkämpfen ist.»

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Ern­ten in der Grau­zo­ne

Ern­te­hel­fer:in­nen sind in der Schweiz schlecht ge­schützt. Ih­re Ar­beits­be­din­gun­gen lie­gen oft in Grau­be­rei­chen, Kon­trol­len sind schwie­rig. Ei­ne Ver­än­de­rung wür­de je­doch be­deu­ten, ein gan­zes Sys­tem auf den Kopf zu stel­len.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
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Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty

Gran­dio­se Gro­tes­ke

Von Florian Vetsch,

Ein En­de mit Aus­ru­fe­zei­chen

Die St.Gal­ler Re­stau­rants Tos­ca­na und The Pinch mach­ten ver­gan­ge­ne Wo­che über Nacht dicht. 15 Per­so­nen stan­den un­vor­be­rei­tet auf der Stras­se. Das ver­ant­wort­li­che In­ves­to­ren-Duo schliesst nicht zum ers­ten Mal ein Re­stau­rant in der Stadt. Das ab­rup­te En­de wirft Fra­gen auf.

Von Andi Giger,
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Volks­bad­sa­nie­rung: Trau­er­spiel seit über 40 Jah­ren

Die Stadt St.Gal­len muss spa­ren und will das his­to­ri­sche Volks­bad nach der Wie­der­eröff­nung des Hal­len­bads Blu­men­wies schlies­sen. Da­bei ver­spricht die Stadt seit über 40 Jah­ren die Sa­nie­rung.

Von René Hornung,
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Der St.Gal­ler Kul­tur gehts an den Kra­gen

Die St.Gal­ler Re­gie­rung spart ge­gen ih­ren Wil­len wei­te­re 60 Mil­lio­nen Fran­ken ein und rech­net für 2027 mit ei­nem Plus von 55 Mil­lio­nen Fran­ken. Kul­tu­rel­le Ar­beit wird da­bei wei­ter pre­ka­ri­siert – mit ei­ner gros­sen Aus­nah­me.

Von Roman Hertler,
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Filminstallation über Vergänglichkeit

Nur Vor­wärts

Von Daria Frick,
Emilija Skarnulyte Time of Arrow 2026 Kunstmuseum St Gallen Lokremise Foto Stefan Altenburger

Win­tis Glücks­fall

Die al­ten Fa­brik­hal­len sind aus Win­ter­thurs Kul­tur­le­ben nicht mehr weg­zu­den­ken. Sie wä­ren aber nichts oh­ne en­ga­gier­te und gut ver­netz­te Men­schen. Sai­ten konn­te auf Ein­la­dung des Kul­tur­ma­ga­zins «Coucou» ei­ni­ge von ih­nen tref­fen. Ein klei­ner Stadt­rund­gang

Von Roman Hertler, Bilder: Daria Frick,
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Sai­son­start mit pu­rem Wahn­sinn

Das Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len zeigt ein­dring­lich auf: Fe­mi­zi­de exis­tie­ren in der Schweiz noch im­mer im un­ge­heu­ren Aus­mass. Die In­sze­nie­rung von Co­rin­na von Rad setzt auf das Gro­tes­ke in Ge­org Büch­ners Woy­zeck und fei­er­te am Sams­tag Pre­mie­re im Gros­sen Haus. Ei­ne Pro­duk­ti­on für «je­der-Mann»!

Von Viviane Sonderegger,
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Es kratzt, knallt und schep­pert

Viel En­er­gie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neu­en Al­bum Now To Ru­in der Thur­gau­er Band S.G.A.T.V.. Ge­tauft wird am 1. Ok­to­ber im Win­ter­thu­rer Kraft­feld. Sai­ten hat vor­ab rein­ge­hört.

Von Jeremias Heppeler,
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Bak­te­ri­en und ein Fun­ke Hoff­nung 

Wie kön­nen wir un­se­ren Kon­sum nach­hal­ti­ger ge­stal­ten? In «Next Re­la­ti­ons – Zu­kunft ge­stal­ten» zeigt das Ge­wer­be­mu­se­um Win­ter­thur an­hand von Ar­bei­ten von Stu­die­ren­den mög­li­che An­sät­ze. Ei­ne an­spruchs­vol­le Schau, die Hoff­nung macht.

Von Vera Zatti,
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Mas­ku­li­ni­tät als Spek­trum

Die Aus­stel­lung «Bey­ond the Ma­nos­phe­re. Mas­cu­li­n­i­ties to­day» im Kunst­mu­se­um St.Gal­len un­ter­sucht, wie Männ­lich­keit dar­ge­stellt, ge­prägt und ge­lebt wird. Und zeigt da­bei auch ih­re Wi­der­sprüch­lich­keit.

Von Lilli Kim Schreiber,
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Tra­gi­ko­mö­die über das Le­ben

Ein Schre­ber­gar­ten wird im neu­en Ro­man Ver­tei­di­gung ei­nes Gar­tens von Chris­ti­na Wal­ker zum Zu­fluchts­ort. Dar­in lässt die Vor­arl­ber­ger Au­torin viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re eben­so auf­blü­hen wie Ap­fel­baum und Jo­han­nis­strauch. 

Von Annette Raschner,
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Mit­spie­len dür­fen. Aber auch die Spiel­re­geln mit­be­stim­men?

Der Kan­ton St.Gal­len hat Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de zur jähr­li­chen Kul­tur­kon­fe­renz nach Wil ein­ge­la­den. Spie­le­risch wur­de ver­sucht, die Aus­rich­tung der Kul­tur­för­de­rung zu klä­ren und Mög­lich­kei­ten der neu­en Kul­tur­stra­te­gie zu dis­ku­tie­ren. Doch die zen­tra­le Fra­ge blieb of­fen: Wie stark kann die Kul­tur­sze­ne den In­halt der Stra­te­gie tat­säch­lich mit­be­stim­men?

Von Philipp Bürkler,
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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

Saiten 2610 Cover

Sound­track für den Herbst

Hu­man Hu­man spie­len me­lan­cho­li­schen und fra­gi­len In­die-Pop, der trotz­dem warm und licht­durch­flu­tet ist. Das St.Gal­ler Duo hat jetzt sei­ne ers­te EP ver­öf­fent­licht und tritt am Wo­chen­en­de gleich zwei­mal im Bahn­hof Brug­gen auf – erst­mals mit ei­ner Band.

Von David Gadze,
Humanhuman 2026 calexandrakochdevos lowres 2

Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat

Men­schen­wür­de, nicht Bud­get­pos­ten

Von Christoph Keller,

Der Neo­na­zipfar­rer

1976 lässt sich Gerd Zi­keli in der evan­ge­li­schen Kirch­ge­mein­de St.Gal­len-Strau­ben­zell zum Pfar­rer wäh­len. Drei Jah­re spä­ter wird er als gut ver­netz­ter Ho­lo­caust-Leug­ner und Vor­stands­mit­glie­der der ers­ten Neo­na­zi­grup­pe der Schweiz ent­tarnt. Heu­te be­ob­ach­tet er Lauf­enten.

Von Roman Hertler,
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Das Glück, bei Pe­ter Kamm Stein zu sein

Bild­hau­er Pe­ter Kamm haut kei­ne Stei­ne mehr im Ate­lier. Trotz­dem ent­ste­hen neue Skulp­tu­ren, die ak­tu­ell in Steck­born zu se­hen sind. Wie geht das?

Von Ursula Badrutt,
Peter Kamm Kunst am Bau Erweiterungsbau Paedagogische Hochschule Kreuzlingen

Die Stick­ma­schi­ne steht still

In vie­len Aus­ser­rho­der Dör­fern klap­per­ten frü­her Web­stüh­le und spä­ter Stick­ma­schi­nen. In­zwi­schen sind sie al­le ver­stummt. Der Film Das En­de ei­ner Ära por­trä­tiert die Sti­cker Wal­ter Son­der­eg­ger Se­ni­or und Ju­ni­or aus Re­he­to­bel und setzt der Bran­che ein Denk­mal.

Von René Hornung,
01 1 Stickerei Dok Walters beide an Maschine von hinten Kopie

Nur das Jetzt zählt

Der Schwei­zer Fil­me­ma­cher Kas­par Ka­sics über­lässt in sei­nem neu­en Film Das un­end­li­che Jetzt Men­schen, die mit De­menz le­ben, die Büh­ne. Ein Ex­pe­ri­ment mit ei­nem aus­ser­ge­wöhn­li­chen Sto­rytel­ling, auf das es sich ein­zu­las­sen lohnt.

Von Vera Zatti,
Still das unendliche jetzt christian sonderegger johanna rensing vinca film distant lights