Joseph Auchter, 29. September 2024 um 13:54 Uhr "Am Hang" wieder und wieder lesen: "Alles dreht sich. Und alles dreht sich um ihn". Ja, auch um Markus Werner. Sein Lebenswerk lässt mich nicht mehr los. Wie gerne wäre ich ihm literarisch weiterhin gefolgt, noch ein paar Jährchen. Wer schreibt denn heute noch derart leichtfüssige Konjunktive, wer schwebt sprachlich über allen Irrungen und Wirrungen gedrechselter Zumutungen? Eigentlich nur Markus Werner.
Guido Nicolaus Poliwoda, 16. April 2020 um 08:29 Uhr Eine sehr subjektive, eigene Sichtweise, die stört. Doch sprachgewaltig war er im Sinne seiner Erdigkeit und Klarheit. Seine Sätze überdauern die Lektüre. Und Bonbons sind sehr treffend, weil sie nachschmecken. Ich hab 10 Jahre nach Am Hang beim Wandern seine Bonbons immer noch geschmeckt.
Guido Nicolaus Poliwoda, 16. April 2020 um 08:22 Uhr Der siebenarmige Leuchter hat nichts von seiner Strahlkraft verloren. Vier Jahre nach seinem Tod wird er immer noch gelesen und Am Hang ist seit gut 15 Jahren aus den Gymnasien nicht mehr wegzudenken. Erdig und klar schrieb er und so schuf er auch seine Gestalten die plastisch, die wie in einem Theaterstück vor einem agierten. Man sass in der ersten Reihe und schluckte trocken durch, ob der präzisen Analyse unserer Gegenwart. Pluralismus, die Deformation des Indiviuums durch die Gesellschaft und ihren angeblichen postmodernen Werten, die Brüchigkeit der Liebe an sich - Werner hat all diese Themen verbinden können. In der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur hat er Einzigartiges geschaffen.
Chrigel Fisch, 9. Juli 2016 um 00:42 Uhr Ein sehr schöner, intimer Nachruf. Danke. Markus Werners Sprache ist tatsächlich nicht gewaltig im Sinne von Gewalt verströmend, aber in seiner kurzen, lapidaren Sätzen, die unsere Unzulänglichkeit (also die der Outsider) dermassen genau auf den Punkt bringen, war schon eine gewaltige Kraft am Werk. Es ist sehr schlimm, dass Markus Werner die Kraft von dieser heimtückischen Krankheit genommen wurde. Es ist eine Ungerechtigkeit, für die ich gerne einmal Worte finden würde. Verneigen wir uns.
Brigit Hanselmann, 8. Juli 2016 um 19:22 Uhr wie schnell ist der Mensch zu Kritik bereit und fühlt sich dadurch erhaben, berechtigt. Markus Werner hat Gefühle geweckt mit seinen Worten, Stimmungen erschaffen, die ich erfühlen konnte, mit denen ich etwas anfangen konnte, nicht dem Allgemeinen gefolgt, versucht zu fassen mit Worten, wer das wagt, mit aller Ernsthaftigkeit, für den empfinde ich Respekt
Dieter Kief, 6. Juli 2016 um 12:12 Uhr Markus Werner war nicht "sprachgewaltig". Da er nun tot ist, macht ihm das nichts mehr aus, Wir beschädigen also nur uns selbst. Schädigend ist derlei aber gleichwohl. Weil es komplett am Stil, am Witz und an der Lakonie Werners vorbeizielt. Auch die Zwischenüberschrift "Sätze wie Bonbons" ist ziemlich daneben. Leider ein ziemlich trauriger Nachruf.