Lange Zeit dachte ich mir: «Warum trinkt jemand Wein? Es gibt doch Bier!» Aber ich war gerade eine Woche in Italien und zumindest dort ist Wein diese eine Lobrebe wert.
Wein ist in aller Munde. Und wenn er nicht vollmundig ist, dann war der Schluck zu klein.
Ja, Wein ist in aller Munde. Wir erinnern uns alle, als sogar Barack Obama in gebrochenem Schweizerdeutsch rief: «Yes, Wii can!»
Und was Wein alles kann. Zum Beispiel kam es durch Wein zu meinem ersten Kuss. Wirklich. Ich trank mir Mut an und dachte: «Yes me and Wii can!» Und das ist die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, so wahr mir Wein helfe!
Denn im Wein liegt die Wahrheit, weil sie dort nicht mehr stehen kann. So sagte es schon Manfred Hinrich. Und Robert Louis Stevenson sagte: «Wein ist Poesie in Flaschen.»
Bei diesem Spruch merkt man, dass Wein auch sehr viel mit Politikern gemeinsam hat. Denn: «Politik ist Volkswillen in Flaschen.»
Jan Rutishauser, 1987, ist Kabarettist, Kolumnist und Koach für Rechtschreibung und Comedy Writing. (Illustration: Lukas Schneeberger)
Wein hilft uns, die Welt zu verstehen. Er ist ein Sprachbarrierenbrückenbauer. Als Beispiel ein Dialog zwischen einem Thurgauer Winzer und einem Genfer Winzer:
«Me Wii?»
«Mais oui!»
Dreissig Minuten später:
«No me Wii?»
«Non! Mais… Oui!»
Auch ich habe sehr viel mit Wein gemeinsam. Wir beide machen gerne blau. Und ich mag meinen Wein wie meinen Humor. Nicht trocken, nein, auf Kosten anderer.
Halt, das war ein Scherz. Mein Humor geht immer auf meine Kosten. Beispiel: Letzthin war ich beim Arzt meine Impfungen auffrischen. Mein Arzt hat Humor. Nachdem er die Spritze aus meinem bleichen Arm gezogen hat, schaute er mich an und sagt: «So, dä hämmer ei Mol än gsprütztä Wiissä!»
Das einzige, was ich bei Wein nicht verstehe, sind zwei Dinge: Der Flaschenhalter und die Weinkönigin. Wann immer ich Bilder von einer Weinkönigin sehe, denke ich mir: «Also mini Fründin suuft die locker under dä Tisch!»
Und ich verstehe das Weinregal. Aber was sollen diese Weinflaschenhalter für eine Flasche? Ich verrate euch mal ein Geheimnis: Eine Weinflasche
steht von alleine.
Bis auf das ist Winetime Primetime. Schlussendlich muss ich auch zugeben: Wein ist besser als Bier. Zumindest in einer Sache. Eine alte Bauernweisheit besagt: «Melkt der Bauer seinen Stier, trank der Trottel zu viel Bier.» Mit Wein wäre ihm das nicht passiert. Wein reimt sich nämlich nicht auf Stier.
PS: Ich wurde für diese Kolumne nicht von der Weinlobby bezahlt. Ich verrate dennoch meine absolute Lieblingsweinhandlung: Nämlich ihn zu trinken.
Seit zehn Jahren gibt es die Residency in der Bibliothek Andreas Züst im Alpenhof, diesem so schwer zu fassenden Ort in Innerrhoden. Der runde Geburtstag wird nun mit einem vielfältigen Festival gefeiert.
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In der Ausstellung «Smile maniacally we’re alive» verbindet Jala Wahid scheinbar getrennte Welten. Sie schlägt darin eine Brücke zwischen Erinnerung, Emotion, Wissenschaft und Politik.
Die erneuten Sparvorschläge der St.Galler Regierung stossen auf breite Ablehnung. Die Kulturszene solidarisiert sich gegen die Abbaupläne. Die Kulturlobby hat sich in Stellung gebracht. Obs hilft?
Kunstausstellung
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Alexander Veljanov ist die unverwechselbare Stimme der Dark-Wave-Band Deine Lakaien. Mit seinem neuen Soloalbum gastiert er am 9. November in Frauenfeld. Ein Gespräch über Schubladen, Lüge, Wahrheit und die Frage, was Musik mit unserem Menschsein zu tun hat.
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Seit einigen Jahren sind Benin-Bronzen in Schweizer Museen ein heisses Eisen. Im St.Galler Kulturmuseum laviert man bei der Frage einer möglichen Rückgabe zwischen Dialogbereitschaft und Verweigerungshaltung.
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Ein Festival über den Tod – darf das auch lustig sein? «Last Call» lädt am 31. Oktober in St.Gallen dazu ein, über das Sterben zu sprechen. Interview mit Michelle Mauchle von der Geschäftsstelle Palliative Care Stadt St.Gallen.
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