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Yippie Yuppieläum!

Am vergangenen Wochenende wurde das KAFF in Frauenfeld 15 Jahre alt. Der Verein rief zum «Klubfestival Extravaganza!» auf, mit Liveshows, Daydances und einem gemütlichen Regenfrühstück am Sonntag.
Von  Veronika Fischer , 
Happy Birthday, KAFF! (Bilder: Veronika Fischer)

Sonntagmittag in Frauenfeld. Es regnet, es ist kalt und das Haus an der Rheinstrasse 14, in dem der Verein KAFF (Kulturarbeit für Frauenfeld) sein Hauptquartier hat, sieht verlassen aus. Ist hier das Jubiläumsfest?

Die Tür lässt sich öffnen und da hört man schon die Klänge von fröhlicher Gypsiemusik durch den Gang wehen. Sie kommen aus dem Hinterhof, wo ein Partyzelt Schutz vor dem Regen bietet. Darunter sitzen ein paar Gestalten mit Mützen und Prosecco und wippen zum Sound vom Slivovitz Popova Soundsystem mit den Fussspitzen. Das Wochenende sitzt ihnen sichtlich in den Knochen.

«Es war mega cool! Und vor allem total harmonisch», sagt Julien Pizzini, frischgewählter Präsident im KAFF. Er löst Sina Weibel ab, die zwei Jahre lang dem Verein vorstand. Auch sie ist glücklich über das «Yuppieläum».

Julien Pizzini, der neue Präsident, mit der «alten» Präsidentin Sina Weibel.

Musiktechnisch wurde am zweiten Standort des Kaff an der Grabenstrasse 57 einiges aufgefahren. Von Indie über Modular Sound, Dub, Hip Hop und House, zu Psychedelic, Noise und Grunge Rock, ging es zur Sache. Mit dabei waren: Manta Youf, Smith&Smart, Ashkabad, Skiclub Toggenburg, Misomaniac, DJ Katheter, Monsoon Village, Rayman, Yanik B., Mount Kōya, No Me Coman, Hathors und All About Crew, Styro2000. Am Sonntag folgten dann noch Combo Melena, KlebeB und Luc et Zino.

Pizzini führt durch das Hauptquartier des KAFF, in dem neben einem Büro und einer Küche, Ateliers, ein Backstage für die Künstler und Wohnungen auch die Alternative Schule Frauenfeld ihre Räume hat, und erzählt von seinen Plänen für die Zukunft: «Ich will dem KAFF ein neues Daheim geben», sagt er. Das ist oberste Priorität. Der Mietvertrag für die Location an der Grabenstrasse ist eigentlich abgelaufen, wurde nun aber noch um ein Jahr verlängert. Dann ist dort aber definitiv Schluss. Wie es mit dem Bürogebäude weitergeht, ist unsicher.

«Wir suchen also einen neuen Ort», so Pizzini. Keine leichte Aufgabe in einem Städtchen wie Frauenfeld. Der frischgebackene Vereinspräsident spekuliert auf das Militärgebäude, das aber voraussichtlich erst in zwei Jahren geräumt wird. Ein Jahr müsste somit überbrückt werden. Oder es findet sich etwas ganz anderes.

Die Präsenz des KAFF sei wichtig, betont Pizzini, es gäbe in Frauenfeld und auch in der Umgebung keine wirkliche Alternative für junge Menschen. Sie bieten neben Konzerten auch Lesungen und Unterhaltungsprogramm an. Zwischen zwanzig und dreissig Personen engagieren sich aktiv im Verein und der Zusammenhalt ist an diesem Sonntag spürbar. Bei dem Wetter würde jeder normale Mensch seinen Kater auf dem Sofa ausschlafen. Im KAFF aber merkt man nichts vom grauen Himmel und Kopfschmerzen. Der Geburtstag wird gefeiert, frei nach dem Motto: «Heute soll es regnen stürmen oder schnein, denn du strahlst ja selber wie der Sonnenschein!»

In diesem Sinne: Happy Birthday, liebes KAFF!

St.Gal­ler Kul­tur gehts an den Kra­gen

Die St.Gal­ler Re­gie­rung spart ge­gen ih­ren Wil­len wei­te­re 60 Mil­lio­nen Fran­ken ein und rech­net für 2027 mit ei­nem Plus von 55 Mil­lio­nen Fran­ken. Kul­tu­rel­le Ar­beit wird da­bei wei­ter pre­ka­ri­siert – mit ei­ner gros­sen Aus­nah­me.

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Ausstellung

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Win­tis Glücks­fall

Die al­ten Fa­brik­hal­len sind aus Win­ter­thurs Kul­tur­le­ben nicht mehr weg­zu­den­ken. Sie wä­ren aber nichts oh­ne en­ga­gier­te und gut ver­netz­te Men­schen. Sai­ten konn­te auf Ein­la­dung des Kul­tur­ma­ga­zins «Coucou» ei­ni­ge von ih­nen tref­fen. Ein klei­ner Stadt­rund­gang

Von Roman Hertler, Bilder: Daria Frick,
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Sai­son­start mit pu­rem Wahn­sinn

Das Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len zeigt ein­dring­lich auf: Fe­mi­zi­de exis­tie­ren in der Schweiz noch im­mer im un­ge­heu­ren Aus­mass. Die In­sze­nie­rung von Co­rin­na von Rad setzt auf das Gro­tes­ke in Ge­org Büch­ners Woy­zeck und fei­er­te am Sams­tag Pre­mie­re im Gros­sen Haus. Ei­ne Pro­duk­ti­on für «je­der-Mann»!

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Es kratzt, knallt und schep­pert

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Bak­te­ri­en und ein Fun­ke Hoff­nung 

Wie kön­nen wir un­se­ren Kon­sum nach­hal­ti­ger ge­stal­ten? In «Next Re­la­ti­ons – Zu­kunft ge­stal­ten» zeigt das Ge­wer­be­mu­se­um Win­ter­thur an­hand von Ar­bei­ten von Stu­die­ren­den mög­li­che An­sät­ze. Ei­ne an­spruchs­vol­le Schau, die Hoff­nung macht.

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Tra­gi­ko­mö­die über das Le­ben

Ein Schre­ber­gar­ten wird im neu­en Ro­man Ver­tei­di­gung ei­nes Gar­tens von Chris­ti­na Wal­ker zum Zu­fluchts­ort. Dar­in lässt die Vor­arl­ber­ger Au­torin viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re eben­so auf­blü­hen wie Ap­fel­baum und Jo­han­nis­strauch. 

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Mit­spie­len dür­fen. Aber auch die Spiel­re­geln mit­be­stim­men?

Der Kan­ton St.Gal­len hat Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de zur jähr­li­chen Kul­tur­kon­fe­renz nach Wil ein­ge­la­den. Spie­le­risch wur­de ver­sucht, die Aus­rich­tung der Kul­tur­för­de­rung zu klä­ren und Mög­lich­kei­ten der neu­en Kul­tur­stra­te­gie zu dis­ku­tie­ren. Doch die zen­tra­le Fra­ge blieb of­fen: Wie stark kann die Kul­tur­sze­ne den In­halt der Stra­te­gie tat­säch­lich mit­be­stim­men?

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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

Saiten 2610 Cover

Sound­track für den Herbst

Hu­man Hu­man spie­len me­lan­cho­li­schen und fra­gi­len In­die-Pop, der trotz­dem warm und licht­durch­flu­tet ist. Das St.Gal­ler Duo hat jetzt sei­ne ers­te EP ver­öf­fent­licht und tritt am Wo­chen­en­de gleich zwei­mal im Bahn­hof Brug­gen auf – erst­mals mit ei­ner Band.

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Humanhuman 2026 calexandrakochdevos lowres 2

Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat

Men­schen­wür­de, nicht Bud­get­pos­ten

Von Christoph Keller,

Der Neo­na­zipfar­rer

1976 lässt sich Gerd Zi­keli in der evan­ge­li­schen Kirch­ge­mein­de St.Gal­len-Strau­ben­zell zum Pfar­rer wäh­len. Drei Jah­re spä­ter wird er als gut ver­netz­ter Ho­lo­caust-Leug­ner und Vor­stands­mit­glie­der der ers­ten Neo­na­zi­grup­pe der Schweiz ent­tarnt. Heu­te be­ob­ach­tet er Lauf­enten.

Von Roman Hertler,
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Das Glück, bei Pe­ter Kamm Stein zu sein

Bild­hau­er Pe­ter Kamm haut kei­ne Stei­ne mehr im Ate­lier. Trotz­dem ent­ste­hen neue Skulp­tu­ren, die ak­tu­ell in Steck­born zu se­hen sind. Wie geht das?

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Die Stick­ma­schi­ne steht still

In vie­len Aus­ser­rho­der Dör­fern klap­per­ten frü­her Web­stüh­le und spä­ter Stick­ma­schi­nen. In­zwi­schen sind sie al­le ver­stummt. Der Film Das En­de ei­ner Ära por­trä­tiert die Sti­cker Wal­ter Son­der­eg­ger Se­ni­or und Ju­ni­or aus Re­he­to­bel und setzt der Bran­che ein Denk­mal.

Von René Hornung,
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Der Schwei­zer Fil­me­ma­cher Kas­par Ka­sics über­lässt in sei­nem neu­en Film Das un­end­li­che Jetzt Men­schen, die mit De­menz le­ben, die Büh­ne. Ein Ex­pe­ri­ment mit ei­nem aus­ser­ge­wöhn­li­chen Sto­rytel­ling, auf das es sich ein­zu­las­sen lohnt.

Von Vera Zatti,
Still das unendliche jetzt christian sonderegger johanna rensing vinca film distant lights

Das Kro­ko­dil schnappt wie­der zu

Die Schwei­zer Rock­le­gen­den Kro­ko­dil ha­ben kürz­lich ihr neu­es Al­bum Bey­ond The Eye ver­öf­fent­licht. Ur-Kro­ko­dil Dü­de Dürst schwärmt von der En­er­gie der 2019 wie­der­be­leb­ten Band – und hat noch lan­ge nicht ge­nug. Am Frei­tag spie­len sie in der Gra­ben­hal­le.

Von Pius Frey und David Gadze,
Krokodil 2026 pd

24/7 Traumacore

Heat Girl Sum­mer

Von Mia Nägeli,

Kunst in Oberuzwil

Spu­ren der Hei­mat

Von Vera Zatti,
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Mehr als Jazz im Kult­bau

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GP Trio MF90302 k

«Die Wahr­neh­mung nicht be­die­nen, son­dern schär­fen»

Pa­trick Kess­ler er­hält den Aus­ser­rho­der Kul­tur­preis 2026. Der Kon­tra­bas­sist, Klang­künst­ler und Ku­ra­tor aus Gais reist mit al­ten Laut­spre­chern nach Wien und Ha­noi, tritt mit In­sek­ten in ei­nen mu­si­ka­li­schen Dia­log und fin­det sei­ne wich­tigs­ten Lek­tio­nen nicht un­be­dingt an Hoch­schu­len.

Von Philipp Bürkler,
Bassilikum 04