Es wird wahrscheinlich eng, heiss und je nach Musikstil ziemlich laut. Und die Band steht statt auf einer Bühne fast mitten im Publikum: Solche authentischen Konzerte – quasi die Essenz von Rock’n’Roll – darf man am zweiten Bandraum-Festival Disorder Ende September erwarten. St.Galler Bands aller Stilrichtungen laden dabei in ihre Proberäume zum Zuhören ein.
Der Name Disorder (zu Deutsch «Chaos, Durcheinander») ist dabei ein Stück weit Programm: Die Veranstalter des Festivals machen den Bands keine Vorgaben dazu, wie diese ihre Konzerte gestalten.
So gabs im letzten Jahr bei der ersten Ausgabe etwa House-Beats aus einer Garage, ein Kopfhörer-Konzert oder eine Band, die ihr Publikum auf der Strasse aus den Fenstern des ersten Stocks beschallte. «Experimente, die man sich auf normalen Bühnen vielleicht nicht zutraut, sollen möglich werden», sagt Thiemo Legatis vom Veranstalterteam. Proberäume seien schliesslich «lebendige Orte der Leidenschaft».
Offen für alle Stilrichtungen
Sowieso gibt sich das nicht profitorientierte Festival (es ist laut Legatis «ein Tribut an die kreative Musikszene der Stadt») sehr unkompliziert: Eintritt kosten die Konzerte nicht, die Bands dürfen aber einen Hut herumgehen lassen.
Bei der ersten Festival-Ausgabe 2014 öffneten 13 Bands an zwei Abenden ihre Türen. Mindestens gleich viele sollen es dieses Jahr werden, rund zehn Formationen sind bereits fix dabei. Darunter etwa die Indie-Popper Bright, das Postrock-Duo Hopes & Venom und der St.Galler Rapper L-Echo mit seiner Liveband Die üblichen Verdächtigen.
In den Proberäumen gibts aber nicht nur Gitarren-Verstärker und Drum-Sets zu hören. Auch Plattenteller und Sampler kommen zum Einsatz: so etwa bei der St.Galler Drum’n’Bass-Truppe Local Bass Movement.
Noch sucht das Disorder-Team weitere Bands. «Wir sind offen für alle Stilrichtungen, wünschen uns eine möglichst grosse Vielfalt», sagt Legatis. Schliesslich sei ein Ziel des Festivals auch, die St.Galler Musikszene zu vernetzen und jungen Bands eine Plattform zu bieten. «Ausserdem soll durch diese alternative Form des Musikkonsums die Neugier der Stadtbewohner geweckt werden.»
Auch Hopes & Venom laden in ihren Bandraum ein. Hier einer ihrer Auftritte in der Grabenhalle.
Und Alternative Rocker Elio Ricca kann ebenfalls man in seiner guten Stube besuchen.
Und so klingts im Keller vom Local Bass Movement:
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Bandraum Festival Disorder. 25./26. September. Unter anderem mit Karluk, Wassily, Café Deseado, L-Echo feat. Die üblichen Verdächtigen, High Fidelity, Local Bass Movement, Bright, Hopes & Venom, Elio Ricca.
Anmeldungen von Bands noch bis 31. August direkt auf der Disorder-Website.
Titelbild: Auch die Band Karluk öffnet Ende September die Türen zu ihrem Bandraum.
Gastkommentar von Jacques Michel Conrad
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