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Der Schlüssel zur Kunst

Im August startet der Studiengang Bildende Kunst an der Schule für Gestaltung St.Gallen in die fünfte Runde. Zum 10-jährigen Bestehen der Weiterbildung gibt es Neuerungen: mehr Werkausstellungen und ein gemeinsames Atelier. Von Sandra Cubranovic
Von  Gastbeitrag , 

Die gestalterische Weiterbildung ist mit der Fachrichtung Bildende Kunst die einzige Möglichkeit in der Ostschweiz, sich zur Künstlerin oder zum Künstler ausbilden zu lassen. Mit dem Start 2010 hat sich für viele ein Herzenswunsch erfüllt. Vor allem die lokale Kunstszene forderte die Realisation einer Kunstausbildung in St.Gallen (und hat das Thema anlässlich der Diskussionen um das städtische Kulturkonzept erneut vorgebracht).

Bildung für die Kunst müsse her, weil Kunst wichtig ist, weil sie die Gesellschaft herausfordert. Sie ist ein Mittel zur subversiven Kommunikation. Sie lässt Bewegung entstehen, statt Stillstand zu dulden. Und das Kommunizieren, das Wie, will gelernt sein.

Mut zum Unbekannten

«Vielleicht macht man auch Sachen, die man im ersten Moment nicht so gut findet.» Thomas Stüssi, Bildender Künstler und seit 2017 Leiter des Studiengangs, spricht aus Erfahrung. Neuem gegenüber aufgeschlossen zu sein und sich zu überwinden, gehört zum künstlerischen Prozess. Entgegen den Erwartungen sind es oftmals genau die schwierigsten Anstrengungen, die die eigene Arbeit bereichern und die Weiterentwicklung forcieren. Der 41-jährige Teufner hat in Berlin an der Kunsthochschule Weissensee studiert. «Ideal sind Bewerberinnen und Bewerber, die schon eine eigene künstlerische Praxis entwickelt haben, aber eine Weiterentwicklung anstreben und eine Erweiterung ihrer Arbeitsweise zulassen wollen.»

Studiengangsleiter Thomas Stüssi. (Bild: pd)

Zu den Neuerungen des Lehrgangs gehört die Aufstockung der Anzahl Werkschauen. Sechs Ausstellungen statt bisher zwei werden in gemeinsamer Planung von den Studierenden organisiert und realisiert. Diese stellen alle vor ganz spezifische Herausforderungen. Thomas Stüssi kennt die Schwierigkeiten gut: «Viele haben Hemmungen, auch nur eigene Bekannte einzuladen. Wenn man das einige Male gemacht hat, sich überwindet, dann wird man sicherer und lernt, dass das Ausstellen und Sich-Zeigen zum Künstlerberuf dazugehört.»

Im Studium wird neben praxisorientierten Modulen auch Theorie gelehrt. «Ich persönlich glaube nicht, dass es Kunst ganz ohne Theorie gibt. Aber ich kenne den Prozess der theoretischen Aneignung, der teilweise blutleer, schwer ertragbar und nahezu unverständlich daherkommt. Aber um etwas Starkes zu schaffen, braucht es beides.» Theorie könne Orientierung und Halt bieten, sagt Stüssi, es finde sich für jedwede Kunst irgendwo eine Referenz. Tatsächlich etwas selbst erfunden zu haben, komme eigentlich sehr selten vor.

Für seine architektonisch-physikalisch inspirierte Kunst betreibt Thomas Stüssi selber im Vorfeld Recherchearbeit und nutzt wissenschaftstheoretische Abhandlungen oder physikalische Theorien zur Ausübung der Praxis. Andere würden völlig aus dem Bauch heraus arbeiten. Beide Arbeitsweisen sind individuelle Entscheidungen und Wege, es gibt kein Richtig oder Falsch, sagt er.

Ja zur Region

Ob es der Wunsch nach individueller Weiterentwicklung oder der nach einem Quereinstieg ist: Gründe, in St.Gallen Kunst zu studieren, gibt es viele. Die höhere Fachschule bietet eine duale Kulturbildung, gegründet auf Beruf und Studium. Kathrin Lettner, die Leiterin der Weiterbildungsgänge an der Schule für Gestaltung, sieht die Existenzberechtigung der Ausbildung wie folgt: «Bildende Kunst braucht es immer und besonders in Zeiten wie diesen, wo Kreativität eine der grossen Chancen für gesellschaftliche Veränderung sein sollte. St.Gallen war und ist ein spezieller Ort, es gibt eine lebendige Kunstszene, deswegen ist eine Kunstausbildung – nicht auf universitärem, sondern auf dem Niveau einer Höheren Fachschule – genau richtig hier.»

Weitere Infos: gbssg.ch

Mit der neuen Option, jährlich in die Kunstklasse einsteigen zu können, wurde eine zeitgemässere Lösung geschaffen. Die Leute wollen nicht mehr warten, bis der nächste Lehrgang startet. Und zur Vernetzung trägt bei, dass die Zahl von Unterrichtenden aus der Region vergrössert wurde: Künstlerinnen und Künstler wie Gilgi Guggenheim, Alex Hanimann, Anita Zimmermann, Nora Rekade, Andrea Vogel oder Michael Bodenmann sind als Dozenten dabei.

Sechs Semester dauert der Lehrgang, unterrichtet wird berufsbegleitend freitags und samstags sowie in Blockwochen. Die Ausschreibung läuft, nun steht dem Gang ins Kollektivatelier im Schulhaus Bild nichts mehr im Weg. Die Studierenden haben in der Werkstatt die Freiheit, eigenständig zu schaffen, Werkzeuge und Maschinen zu nutzen, und sie können die Arbeiten auch stehen lassen. Der Schlüssel zum Atelier garantiert jederzeit Zutritt – die Inspiration kennt schliesslich keine Uhrzeit.

Zwi­schen Kunst und Kör­per 

In der Aus­stel­lung «Smi­le ma­nia­cal­ly we’re ali­ve» ver­bin­det Ja­la Wa­hid schein­bar ge­trenn­te Wel­ten. Sie schlägt dar­in ei­ne Brü­cke zwi­schen Er­in­ne­rung, Emo­ti­on, Wis­sen­schaft und Po­li­tik. 

Von Sieglinde Wöhrer,
Jala Wahid Smile maniacally were alive Sieglinde Woehrer

Ver­ei­nig­te Kul­tur­sze­ne pro­tes­tiert ge­gen den Spar­ham­mer

Die er­neu­ten Spar­vor­schlä­ge der St.Gal­ler Re­gie­rung stos­sen auf brei­te Ab­leh­nung. Die Kul­tur­sze­ne so­li­da­ri­siert sich ge­gen die Ab­bau­plä­ne. Die Kul­tur­lob­by hat sich in Stel­lung ge­bracht. Obs hilft?

Von Roman Hertler,
2611 Kulturgelder gaffa rappenspalter 2 farbe

Kunstausstellung

Mut­ter­schaft in Öl ge­fasst

Von Vera Zatti,
Cecileund Pina300dpi

Die Meis­te­rin der Bei­läu­fig­keit

Ei­gent­lich woll­te Zsuz­san­na Gah­se kei­ne Bü­cher mehr schrei­ben. Nun hat sie mit An­ge­rich­tet ihr Werk doch noch ein­mal er­wei­tert. Ih­re Spra­che dar­in bleibt neu­gie­rig, hu­mor­voll und spie­le­risch. Und wirkt fast wie ein Kom­men­tar zum ei­ge­nen li­te­ra­ri­schen Schaf­fen.

Von Michael Lünstroth,
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Bücherherbst: Ausser mir von Micha Friemel

Ana­ly­se des müt­ter­li­chen Wahn­sinns

Von Veronika Fischer,

Zwi­schen Ruhm und Knast

Ja­kob Stutz, Volks­schrift­stel­ler und Re­form­päd­ago­ge mit «zwie­späl­ti­gem» Cha­rak­ter: Ihn lässt Ex-Kel­ler­büh­nen­lei­ter Mat­thi­as Pe­ter 150 Jah­re nach sei­nem Tod noch ein­mal auf­le­ben – un­ter an­de­rem in Tro­gen, wo Stutz im Ge­fäng­nis sass.

Von Peter Surber,
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Das Mit­tel­mass fei­ern

Auf sei­nem neu­en Al­bum Th­ree Chords and a Shaking Hand be­singt der Rhein­ta­ler Sin­ger-Song­wri­ter Mo Klé die ge­gen­wär­ti­ge De­bat­ten­kul­tur, Re­gen­stür­me und Selbst­ak­zep­tanz. Die Al­bum­tau­fe fin­det am 7. No­vem­ber im st.gal­li­schen Bahn­hof Brug­gen statt.

Von Vera Zatti,
Artist Picture Mo Kle 2 Credits Johannes Gruber

FC St.Gal­len vs. Ser­vet­te 2:1 - Nicht bril­liert, aber ge­won­nen

Bouk­hal­fa und Gört­ler brin­gen die Es­pen in Füh­rung, wel­che das Team dann über die Zeit bringt.

Von SENF Kollektiv,
Senf

«Wir le­ben in ei­ner ver­blö­de­ten Mei­nungs­welt!»

Alex­an­der Vel­ja­nov ist die un­ver­wech­sel­ba­re Stim­me der Dark-Wa­ve-Band Dei­ne La­kai­en. Mit sei­nem neu­en So­lo­al­bum gas­tiert er am 9. No­vem­ber in Frau­en­feld. Ein Ge­spräch über Schub­la­den, Lü­ge, Wahr­heit und die Fra­ge, was Mu­sik mit un­se­rem Mensch­sein zu tun hat. 

Von Michael Lünstroth,
VELJANOV 2018 03

Zumthor plant in Wildhaus

Noch mehr Spit­zen­ar­chi­tek­tur fürs Tog­gen­burg

Von René Hornung,
Steinmodell 2

Die SP setzt auf Pe­ter Oli­bet

Ein Wahl­gang ge­nüg­te: Die SP der Stadt St.Gal­len schickt Pe­ter Oli­bet ins Ren­nen um die Nach­fol­ge von Stadt­rat Pe­ter Jans. Er er­hielt 109 von 182 Stim­men. In der Fra­ge­run­de ging es um Spar­po­li­tik, be­zahl­ba­re Woh­nun­gen und die Fra­ge, wie viel Op­po­si­ti­on ein künf­ti­ges Re­gie­rungs­mit­glied noch ma­chen kann.

Von Philipp Bürkler,
Nomination Peter Olibet 10
Heftvorschau 11/26
Postkolonial, Kulturgelder, Universum

Wäh­rend Zü­rich und Genf ge­raub­te Ben­in-Bron­zen zu­rück­ge­ben, la­viert das Kul­tur­mu­se­um St.Gal­len. Der­weil un­ter­sucht der Thur­gau sei­ne eth­no­gra­fi­sche Samm­lung und schliess Re­sti­tu­tio­nen nicht aus. Aus­ser­dem im No­vem­ber­heft: Der so­li­da­ri­sche Pro­test der St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne ge­gen die Spar­plä­ne des Kan­tons, die neue Aus­stel­lung zum Zehn­jäh­ri­gen im Na­tur­mu­se­um St.Gal­len, das ers­te elek­tro­ni­sche So­lo­al­bum von Ka­fi-D und vie­les mehr.

Saiten 2611 01 Cover

Zü­rich und Genf ma­chen vor­wärts, St.Gal­len bremst

Seit ei­ni­gen Jah­ren sind Ben­in-Bron­zen in Schwei­zer Mu­se­en ein heis­ses Ei­sen. Im St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um la­viert man bei der Fra­ge ei­ner mög­li­chen Rück­ga­be zwi­schen Dia­log­be­reit­schaft und Ver­wei­ge­rungs­hal­tung.

Von Richard Butz und Hans Fässler,
Benin bronze kulturmuseum 2026

Bücherherbst: Nie ist alles gut von Raffael Rihs

Mo­ment­auf­nah­men

Von Veronika Fischer,

Ma­gen­brot bis zu­letzt

Ein Fes­ti­val über den Tod – darf das auch lus­tig sein? «Last Call» lädt am 31. Ok­to­ber in St.Gal­len da­zu ein, über das Ster­ben zu spre­chen. In­ter­view mit Mi­chel­le Mauch­le von der Ge­schäfts­stel­le Pal­lia­ti­ve Ca­re Stadt St.Gal­len.

Von Philipp Bürkler,
Festival zum tod michelle mauchle

Kampf­sport als Safe Space

In St.Gal­len hat am Sams­tag zum ers­ten Mal ein eman­zi­pa­to­risch-an­ti­fa­schis­tisch-que­er­fe­mi­nis­ti­sches Kampf­sport­tur­nier statt­ge­fun­den. Wie das aus­sieht? Schon ziem­lich bru­tal, aber dann auch wie­der herz­lich.

Von Malena Widmer,
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Bücherherbst: Unwucht von Sarah Elena Müller

Zwi­schen Lie­be und Lei­den

Von David Gadze,

Be­stän­dig­keit, die ero­diert 

Seit 35 Jah­ren un­ter­sucht Pa­trick Roh­ner Na­tur­pro­zes­se, ins­be­son­de­re im Zu­sam­men­hang mit Geo­lo­gie, zeich­ne­risch, ma­le­risch und bild­haue­risch. Die Aus­stel­lung «Fal­tun­gen» im Mu­se­um Bickel zeigt noch bis zum 22. No­vem­ber ei­nen Quer­schnitt die­ser kon­ti­nu­ier­li­chen Be­schäf­ti­gung. 

Von Angela Kuratli,
Gu Kas Pa Ro 26 385960 Email Orginal 2

Klimaseniorinnen besuchen Bern

Hit­ze und Dür­re im Bun­des­haus

Von Beatrice Häfliger,
Gruppenfoto

Chil­len am Steinach­strand

Vor dem Karls­tor ein Pick­nick un­ter Bäu­men am Ufer, die Mit­tags­pau­se mit den Füs­sen im Was­ser vor der Kan­tons­schul-Bi­blio­thek oder ein Bier am Bäch­lein zwi­schen der Bar La Bue­na On­da und dem «Bier­hof» – das al­les soll ge­mäss der Mach­bar­keits­stu­die «Al­te Stein­ach» mög­lich wer­den. Am Mon­tag ha­ben sie die Ver­ant­wort­li­chen vor­ge­stellt. 

Von René Hornung,
Alte Steinach Karlstor Zukunft