Vorkurs: Standortnachteil St.Gallen

Der Vorkurs für Erwachsene soll wieder über 13'000 Franken kosten. Das ist keine Sparmassnahme, sondern ein Beispiel für den Standortnachtteil St.Gallen.

Von  Andreas Kneubühler

Bis 2012 kosteten die Schulgebühren für den gestalterischen Vorkurs für Erwachsene 13’800 Franken. Angeboten wird die Ausbildung vom Berufs- und Weiterbildungszentrum (GBS) im Riethüsli.

Dann kam 2012 ein Urteil des Verwaltungsgerichts.

Eltern einer Absolventin hatten gegen das hohe Schulgeld geklagt. Begründung: Es handle sich dabei um eine Erst- und nicht um eine Weiterbildung. Tatsächlich verlangen die Fachhochschulen für Gestaltung, Kunst und Design einen absolvierten Vorkurs vor dem Studium. Das Verwaltungsgericht gab den Eltern teilweise recht. Es bestätigte, dass es sich um eine Erstausbildung handle und dass damit die gesetzliche Grundlage für das hohe Schulgeld fehle.

Seit 2012 ist die Ausbildung deshalb kostenlos.

Wie im Kanton St.Gallen nicht anders zu erwarten, soll dieser Zustand möglichst schnell beendet werden.

Die St.Galler Regierung hat eine Gesetzesvorlage samt Vollkostenrechnung präsentiert. Der ganze Betrag soll überwälzt werden. Bei 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmern würden die Gebühren 13’600 Franken betragen, wären es nur 16, müssten je 15’300 Franken bezahlt werden. Das sei vergleichbar mit der Ausgangslage im Kanton Zürich, schreibt die Regierung.

Das stimmt zwar. Doch es gibt auch andere Beispiele:

Für den gleiche Vorkurs in Luzern zahlen die Absolventen aus der Zentralschweiz lediglich 1600 Franken. Alle anderen aber 16’100 Franken. Der Grund: Mit einer Vereinbarung werden die Absolventen aus den Vertragskantonen bevorteilt.

Das macht auch Basel-Stadt so: Wer aus Basel, Basel-Land, Solothurn oder Fribourg kommt, zahlt bloss 1200 Franken.

Womit wir beim Thema Standortnachteil St.Gallen wären.

Es sind keine Vergünstigungen für Absolventinnen und Absolventen aus dem Kanton St.Gallen vorgesehen.

Sie müssen den vollen Betrag zahlen.

Anders sieht es aus, wenn man in Ausserroden wohnt. Dann ist es viel weniger. Der Halbkanton übernahm nämlich bisher 60 Prozent der Schulkosten.

Praktisch, wenn man beispielsweise in Teufen wohnt…

Gegen die St.Galler Schulgelder «nur für Reiche» gibt es nun Proteste. Unter http://pro-propaedeutikum.ch werde Unterschriften für eine Online-Petition gesammelt.

 

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