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Im Januar: Saiten korrigiert

Ein Heft mit lauter Verbesserungen und guten Vorsätzen. Ausserdem: Der Report von der Gasse, Kunst und Zwang in der Psychiatrie, Sounds aus Zone 167.
Von  Redaktion Saiten

Januar, neues Jahr, neues Team, gute Vorsätze – das Titelthema dieser Ausgabe hat einen freudigen, optimistischen Grund und Hintergrund. Man nimmt sich vor, ein paar Dinge besser zu machen, dieses anzupacken und jenes endlich bleiben zu lassen. Wir tun das bei Saiten auch («und zwar permanent, nicht bloss zu Beginn des neuen Jahrs», wirft meine Kollegin gerade korrigierend ein, natürlich hat sie recht) – zum Beispiel also lautet einer unserer Vorsätze, im Saiten-Heftabschluss künftig um Mitternacht fertig zu sein und nicht bis in den halben Morgen hinein noch Korrekturen anzubringen, obwohl sich natürlich immer noch etwas verbessern lässt. Oder, anderes, wichtigeres Beispiel: Wir nehmen uns vor, künftig noch fundierter zur Verbesserung der kulturellen und politischen Entwicklung unserer Region beizutragen. («Und den Mächtigen auf die Finger zu schauen und auch mal auf die Finger zu hauen», ergänzt mich der Kollege, natürlich zurecht).

Kurzum, wo man hinschaut: Korrigierbedarf, Verbesserungsmöglichkeiten, Wandlungslust, Vorwärtsdrang. Drum widmet sich dieses Heft dem Korrigieren. Zum einen unserem Handwerkszeug, der Sprache selber: Corinne Riedener denkt über Gender Correctness nach, die junge Ostschweizer Schriftstellerin Laura Vogt reflektiert ihre Korrigier-Arbeit am Text und am Leben. Und auch das mathematische Korrigieren hat seinen Platz (und seine Tücken). Zum andern gesellschaftlich und geschichtlich: Richard Butz schlägt notwendige Korrekturen an der hiesigen Geschichtsschreibung vor, Rolf Bossart sinniert grundsätzlich über das «Mängelwesen » Mensch und den Zwang zur Selbstoptimierung im durchökonomisierten 21. Jahrhundert.

An solchen Stellen…(«unpräziser Ausdruck», kritisiert die Grafikerin – also noch einmal:) Bei solchen Stichworten wird man gewahr («schönes altes Wort», grummelt der Korrektor), dass die löbliche Arbeit an sich selber und das meist harmlose Spiel mit guten Vorsätzen schnell einmal ins Bedrohliche kippen kann. Wer nicht mittrainiert, kommt irgendwann nicht mehr mit – der Report erzählt davon, und im Kulturteil geht es unter anderem um die Psychiatrie und ihre Versuche, den Menschen künstlerisch und medikamentös zu «bessern».

Am Ende wird sich eine Gesellschaft, die den imperfekten Menschen nicht mehr akzeptiert, genetisch einen neuen, perfekten schaffen. Das ist vorderhand noch, zum Glück, bloss eine Horrorvision – bildnerisch haben die Saiten-Grafiker aber schonmal ins Volle gegriffen. Die Bildstrecke zeigt Maria, 32, im Original und nach dem Facelifting per Photoshop – urteilen Sie selber, wie das vorläufig nur digitale Korrektur-Abenteuer ausgeht.

In diesem Sinn: Auf ein gutes Jahr 2015! Und wenn es besser wird: umso besser.

Peter Surber

 

DER INHALT:

 

Reaktionen

Positionen
Blickwinkel von Katalin Déer
Redeplatz mit Niklaus Reichle
Einspruch von Myshelle Baeriswyl
Stadtpunkt von Dani Fels
Medienrevolution I und II

 

Korrigieren

Wortzement.
Gendersprachliche Correctness ist so nötig wie sperrig. Was tun?
von Corinne Riedener

Wahr oder falsch.
Bericht von einem, der ein Lehrerleben lang Matheklausuren korrigiert hat.
von Heinz Surber

Arbeit am Text.
Das schwierig schöne Schreiben – ein Werkstattbericht.
von Laura Vogt

Wissen wir genug?
Die Geschichtsschreibung über Rassenwahn in der Ostschweiz braucht Korrekturen.
von Richard Butz

Wir Selbstoptimierer.
Es gibt das Recht, schlauer zu werden, aber auch den Zwang zur Selbstkorrektur.
Ein Gespräch mit Rolf Bossart. von Peter Surber

Grafik zum Titelthema:
Maria Guță, Ladina Bischof, Tudor Guță, KasperFlorio

 

Perspektiven
RapperswilJona
Schaffhausen
Vorarlberg
Thurgau
Stimmrecht von Leyla Kanyare

Flaschenpost
Mit Roman Signer in China.
von Corinne Schatz

Report
«Hey, ich bin gsund, huere siech»
Eine Foto-Reportage über Menschen auf der Gasse.
von Oliver Baer

 

Kultur

Ausstellung: Im Kopf auch nicht immer ganz Rein.
Neu entdeckte Kunstwerke aus der psychiatrischen Klinik Münsterlingen.
von Wolfgang Steiger

Kunst: Marlies Pekareks Buch Time Shifts, Pattern Stay the Same.
von Christina Genova

Tanz: Gisa Franks Wildwechsel mit Tanz und Musik.
von Bettina Kugler

Theater: Das Theater St.Gallen inszeniert den Schweizer Bestseller zur Finanzkrise.
von Peter Surber

Film: Satirisch, dadaistisch, chaotisch: Lara Stoll lanciert ihre Sendung «Bild mit Ton» neu.
von Luca Ghiselli

Musik: Das Doppelalbum Lyrical Psycho II vereint wütenden Rap und düsteren Dub.
von Corinne Riedener

Literatur: Adrian Riklins Erzählung über den glühenden Jahrhundertsommer in Rom.
von Peter Surber

Weiss auf schwarz

 

Abgesang
Kellers Geschichten
Bureau Elmiger
Charles Pfahlbauer jr. feiert Comeback
Boulevard

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Lyrical Psycho II at Saiten Kulturmagazin | tengucollective.ch,  

… “Das Doppelalbum Lyrical Psycho II vereint wütenden Rap und düsteren Dub. “ Danke Saiten & Corinne Riedener für den fetten Bericht! …

Wor­an soll man noch glau­ben?

In ei­ner neu­en Aus­stel­lung wagt sich das Kunst­mu­se­um Thur­gau in der Kar­tau­se It­tin­gen an ei­ne Neu­ver­mes­sung des Ver­hält­nis­ses von Kunst und Re­li­gi­on.

Von  Michael Lünstroth
O0 A5990 02

St.Gal­len plant Kon­sum­raum für Sucht­kran­ke

Hin­ter dem St.Gal­ler Haupt­bahn­hof soll ein Kon­sum­raum für Men­schen mit schwe­ren Sucht­er­kran­kun­gen ent­ste­hen. Die­se Wo­che ha­ben die Stadt und die Stif­tung Sucht­hil­fe An­woh­ner:in­nen ein­ge­la­den, um ei­nen ers­ten Dia­log zu star­ten. 

Von  Philipp Bürkler
Liegeschaft Lagerstrasse 2 4

Auf der Ziel­ge­ra­den

Es ist sei­ne letz­te Ses­si­on nach zehn Jah­ren im St.Gal­ler Kan­tons­rat. SP-Kul­tur­po­li­ti­ker Mar­tin Sai­ler setzt künf­tig ganz auf den Zel­tai­ner. Das Geld für den Neu­bau in Wild­haus ist fast zu­sam­men, 2027 soll es los­ge­hen.

Von  Peter Surber
Foto1 Zeltainer

Im di­gi­ta­len Dschun­gel zu Hau­se

Die An­sied­lung des In­ter­net Ar­chi­ve Switz­er­land in St.Gal­len ist Pie­ro Sti­nel­li zu ver­dan­ken. Er kon­tak­tier­te vor zehn Jah­ren die Ver­ant­wort­li­chen von ar­chi­ve.org aus ei­ge­nem An­trieb. In den 90er-Jah­ren war der Mit­grün­der von Va­di­an.net und Klang und Kleid ein In­ter­net­pio­nier.

Von  David Gadze
2606 Internet Archive pino stinelli andri voehringer

Ohm41 stellen wieder aus

Kunst auf der Kip­pe

Von  Daria Frick
Bildschirmfoto 2026 06 03 um 11 14 39

Sehn­sucht nach Frei­heit

Das Thur­gau­er Pop-Phä­no­men Noe­mi Be­za ver­öf­fent­licht An­fang Ju­ni ih­re neue EP. You’ll Find Me The­re ver­eint Coun­try-Vi­bes mit ast­rei­nem Pop – was man ein we­nig ver­misst, sind Ecken und Kan­ten.

Von  Jeremias Heppeler
1 Pressefoto Noemi Beza Youll Find Me There

Kolumne: Stimmrecht im Juni

Back to the Fu­ture

Von  Liliia Matviiv

Ausstellung in Herisau

70 Jah­re und 70 Pup­pen

Von  Vera Zatti
70 Jahre SG Ausstellung

«Gros­ses Lob für die­sen Kel­ler»

Nach 22 Jah­ren gibt Mat­thi­as Pe­ter die Lei­tung der St.Gal­ler Kel­ler­büh­ne ab. Vom Raum ist er nach wie vor be­geis­tert. Aber dem Ka­ba­rett ging es auch schon bes­ser, er­zählt er im Ge­spräch.

Von  Peter Surber
2606 Redeplatz Matthias Peter

Für ei­nen Mo­ment be­rührt

Die Thur­gau­er Künst­le­rin Mi­cha Stuhl­mann be­fasst sich in ih­rem neu­en Pro­jekt mit dem Da­sein im Mo­ment. Am 7. Ju­ni fin­det da­zu ein Work­shop in St.Gal­len statt und am 26. Ju­ni zeigt sie mit ih­rem En­sem­ble die fi­na­le Per­for­mance in Kreuz­lin­gen. 

Von  Vera Zatti
Martin Schweingruber DA SEIN Vorpremiere 20260509 tgkultur 31 von 49

Mu­si­ka­li­sches Fest zum 150.

Die Ton­hal­le Wil wur­de 1876 er­öff­net. Seit­her be­rei­chert sie prak­tisch un­un­ter­bro­chen das kul­tu­rel­le Le­ben der Äb­te­stadt. An den kom­men­den zwei Wo­chen­en­den wird ge­fei­ert.

Von  Roman Hertler
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Lau­te Ein­sam­keit

Jo­nas Ul­rich taucht mit sei­nem ers­ten Spiel­film in die Black-Me­tal-Welt ab. Wol­ves ist ei­ne bild­star­ke Ge­schich­te über Ein­sam­keit und das Da­zu­ge­hö­ren, vol­ler Ge­gen­sät­ze und mit et­was holp­ri­gen Dia­lo­gen.

Von  Daria Frick
001 wolves

Das Ge­dächt­nis der Zu­kunft

St.Gal­len be­wahrt nicht mehr nur 1000-jäh­ri­ge Hand­schrif­ten. Mit dem In­ter­net Ar­chi­ve Switz­er­land ent­steht hier ein Ar­chiv für Web­sei­ten, künst­li­che In­tel­li­genz und das di­gi­ta­le Ge­dächt­nis der Zu­kunft.

Von  Philipp Bürkler
2606 Internet Archive 01
Heftvorschau 06/26
archive.org, Generalverdacht, 80er-Aufbruch

Mit In­ter­net Ar­chi­ve Switz­er­land ent­steht in St.Gal­len ein Ab­le­ger des gröss­ten Ar­chivs für Web­si­ten und Künst­li­che In­tel­li­genz welt­weit. Aus­ser­dem im Ju­ni­heft: Män­ner un­ter Ge­ne­ral­ver­dacht, das gros­se St.Gal­ler 80er-Buch, das Ab­schieds­in­ter­view mit dem lang­jäh­ri­gen Kel­ler­büh­nen­chef und die Fla­schen­post aus Ve­ne­dig.

Saiten 2606 01 Cover

«Han­deln wi­der bes­se­res Wis­sen ist wie­der po­pu­lär»

Der WWF St.Gal­len wird 50 Jah­re alt. Sein Ge­schäfts­lei­ter Lu­kas In­der­maur zieht bei der Be­ur­tei­lung der ak­tu­el­len Si­tua­ti­on von Na­tur und Um­welt ei­ne durch­zo­ge­ne Bi­lanz.

Von  Reto Voneschen
2605 Redeplatz Lukas Indermaur

Freu­de am Ma­chen

«Urs Frei. A – Z» im Kunst­mu­se­um St. Gal­len ist die ers­te Re­tro­spek­ti­ve zum aus­ser­or­dent­li­chen Schaf­fen von Urs Frei (1958 – 2023). Rund 140 Ar­bei­ten ge­ben Ein­blick in ein Werk, das kaum zu fas­sen ist. Das ge­hört zu sei­ner Qua­li­tät.

Von  Ursula Badrutt
Urs frei online

Ideen für die Zu­kunft

Wie wol­len wir künf­tig le­ben und un­se­re Nah­rungs­mit­tel pro­du­zie­ren? Die Aus­stel­lung «How goes To­mor­row» der Ost­schwei­zer Künst­le­rin Clau­de Büh­ler in der Shed­hal­le in Frau­en­feld sen­si­bi­li­siert für nach­hal­ti­ge Hand­lungs­stra­te­gien. 

Von  Vera Zatti
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Vom Un­glück der Frau, die ihn ge­bo­ren hat

«Das Kind zu­rück­las­sen? Wie kann man so dumm und herz­los sein», schreibt der Schwei­zer Au­tor Lu­kas Bär­fuss über sei­ne Mut­ter, die kei­ne Mut­ter für ihn sein konn­te. In sei­nem neu­en Buch schaut er in die Ver­gan­gen­heit und hat Ver­ständ­nis, nicht für die Mut­ter, aber doch für die­se Frau, die nie Glück und im­mer zu we­nig Geld hat­te.

Von  Sieglinde Wöhrer
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Lau­sanne-Ouchy vs. FCSG – St. Gal­len ist end­lich Cup­sie­ger!

Gaal, Gört­ler und Wit­zig schies­sen St. Gal­len zum lang­ersehn­ten Cup­sieg!

Von  SENF Kollektiv
Senf

Bis­se am Bo­den­see­ufer

Die Me­di­ka­men­ten­ver­su­che von Müns­ter­lin­gen als Teil ei­nes Vam­pir-Mu­si­cals? Auf die Idee muss man erst ein­mal kom­men. Die Büh­ne Mam­mern wagt den Ver­such. Ab 29. Mai im Zir­kus­zelt.

Von  Michael Lünstroth
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