Kategorie
Autor:innen
Jahr

Veganes Fest in Gossau: Clash der Kulturen?

Am Sonntag findet das älteste Veganerfest der Schweiz in Gossau statt. Die Veganerinnen und Veganer zeigen sich dort von ihrer lust- und genussvollen Seite – mit dem Ziel, weg vom Körnlipicker-Image zu kommen und zu informieren.
Von  Urs-Peter Zwingli
Die Veganmania 2016 hat am 25. Juni in der Altstadt Aarau, rund um die Markthalle, stattgefunden. (Bild: pd)

Vegan und Gossau? Passt auf den ersten Blick irgendwie nicht zusammen. Dass in Gossau etwa die lokale Bierkultur floriert, ist bekannt. Aber Veganismus in Gossau, wo man den Fleischkonzern Suttero riesig am Stadtrand sieht, wann immer man Richtung St.Gallen fährt?

«Es geht bei der Veganmania auch darum, an Orte zu kommen, wo die vegane Lebensweise noch nicht allzu bekannt oder verbreitet ist», sagt dazu der Gossauer Wendelin Matawa Keller. Er hat das älteste Veganerfest der Schweiz, die Veganmania, die diesen Sonntag in der Gossauer Markthalle und auf der angrenzenden Bundwiese gefeiert wird, nach Gossau geholt. Nach Stationen in Winterthur und Aarau kommt die Veganmania damit zum ersten Mal in die konservative, ländlich geprägte Ostschweiz – ein vorprogrammierter Clash der Kulturen also?

Nicht nur für Insider und Veganer

Nein, sagt Keller. Die Veganmania sei kein Insider-Anlass. «Alle, die interessiert sind, können am Fest in lockerer Atmosphäre entdecken, was es alles an veganen Produkten gibt», sagt Keller, der selber seit dreieinhalb Jahren vegan und seit seiner Kindheit vegetarisch lebt.

Veganmania Strassenfest: 21. Mai, 10 bis 20 Uhr, Markthalle Gossau. Eintritt frei. veganmania.ch

Rund 60 Aussteller bieten Essen (natürlich gibt es die Klassiker wie Tofu und Falafel, aber auch vegane Burger und Glacé), Kosmetika, Wein, Putzmittel, veganen Käse, Fachliteratur, Kochbücher und viele weitere Dinge an. «Man kann sicher viel degustieren», sagt Keller lachend, und damit hat er die Ostschweizer für sich eingenommen: Das Degustieren lernt man hier von klein auf in den Olma-Hallen. Nur gibts jetzt halt Chili NON carne, Sojaprodukte und Linsen statt Alpkäse, Bratwurst und Butterzopf. Aber keine Angst: Selbst Zopf wird in einer vegangen Version erhältlich sein.

Die Veranstalter wollen also einen lust- und genussvollen Zugang zum Veganismus bieten und wegkommen vom hartnäckigen Körnlipicker-Image. Sowieso wolle die Vereinigung Swissveg, die die Veganmania organisiert, unaufgeregt und sachlich über Veganismus informieren, sagt Keller. An der Veganmania hat Politik aber durchaus ihren Platz: Einen Infotand betreiben neben Swissveg auch die Initianten der Tierversuchsverbots-Initiative, die Anti-Walfang-Organisation Sea Shepherd sowie der Verein gegen Tierfabriken Schweiz (VgT).

Veganmania soll Spuren hinterlassen

Zum Markt gehört ein Rahmenprogramm, auch dieses vielseitig und natürlich vegan: In den Tag starten kann man mit Yoga, danach werden gemeinsam Wildkräuter gepflückt, am Mittag gibts eine vegane Dessert-Kochshow und tagsüber treten verschiedene Musiker und DJs auf.

Keller hofft auf bis zu 8000 Besucher am Sonntag. «Schön wäre auch, wenn die Veganmania in Gossau kleine Dinge auslöst: Etwa, dass lokale Restaurants und Geschäfte spezielle vegane Produkte anbieten», sagt Keller, der so seinem Wohnort etwas zurückgeben will. Das Veganerfest soll zudem für die Besucher ein Denkanstoss sein, alte Verhaltensweisen zu hinterfragen.

Diese Fragen stellen sich zurzeit offenbar viele Schweizerinnen und Schweizer: Im Zuge des allgemeinen Gesundheits- und Ernährungstrends ist Veganismus zum viel beachteten Thema geworden. Laut einer Umfrage, die das Marktforschungsinstitut Demoscope im Februar 2017 im Auftrag von Swissveg durchgeführt hat, leben in der Schweiz 1,5 Prozent strikte Veganer und knapp sieben Prozent strikte Vegetarier. Wenn man ausserdem auch jene zählt, die ab und zu ernährungstechnische Ausnahmen machen, kommt man gar auf drei Prozent Veganer und elf Prozent Vegetarier – überraschende Zahlen, die laut Keller in den letzten Jahren schnell gewachsen sind.

«Wichtig ist, dass man sich fundiert informiert, wenn man vegan Leben werden will», sagt er. Die Veganmania am Sonntag könnte ein erster Schritt dazu sein. Und sonst freut man sich einfach am lustvollen Degustieren.

Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

Von  Shqipton Rexhaj
IMG 1558

Musik am See

Pia­no­klän­ge für al­le

Von  Vera Zatti
IMG 0757 2

FC St.Gal­len vs. FC Thun 3:4 – Es wird heu­te nicht mehr bes­ser

Tor­reich, span­nend und doch ent­täu­schend - nur ei­ne Vier­tel­stun­de gu­ter Fuss­ball reicht halt nicht zum Punkt ge­gen Thun. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Fast ein gan­zes Le­ben spä­ter 

Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

Von  Vera Zatti
Abutz DSC 9766 Portrait wahl fischer klein cmky

Neu­start für Me­ter und Off­cut

Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

Von  David Gadze
Meter 6 david gadze

WG gaf­fen

Ei­ne neue SRF-Se­rie por­trä­tiert ei­ne elf­köp­fi­ge WG aus St.Gal­len. End­lich wie­der mal ei­ne se­hens­wer­te SRF-Pro­duk­ti­on, fin­det Sai­ten-Au­tor An­di Gi­ger.

Von  Andi Giger
6085807

FC St.Gal­len vs. FC Nordsjæl­land 2:3 – St. Gal­len un­ter­liegt Nordsjæl­land

St. Gal­len schlägt sich am En­de auch selbst und muss den Traum von Eu­ro­pa be­gra­ben. Ent­schei­dend war er Platz­ver­wei­se ge­gen Mihai­lo Steva­no­vic vor der Pau­se.

Von  SENF Kollektiv
Senf
Heftvorschau 09/26
Luzern Winti St.Gallen, Neonazipfarrer, A(nita) bis Z(immermann)

Drei Kul­tur­ma­ga­zi­ne tun sich zu­sam­men, ver­glei­chen ih­re Städ­te und die Her­aus­for­de­run­gen, de­nen die Kul­tur ge­gen­über­steht. Sai­ten hat die Kol­leg:in­nen vom «Coucou» in Win­ter­thur be­sucht und das «Null41» war in St.Gal­len zu Be­such. Aus­ser­dem im Sep­tem­ber­heft: lau­ter Ju­bi­lä­en – von Ani­ta Zim­mer­mann über das Fi­gu­ren­thea­ter bis zur Mu­se­ums­nacht –, ein Pfar­rer auf brau­nen Ab­we­gen, ei­ne Fla­schen­post aus Af­gha­ni­stan und ein In­ter­view zum Hit­ze­som­mer und dem Kli­ma­wan­del.

Saiten 2609 Cover 01

Mehr Di­ver­si­tät, mehr Durch­mi­schung

An sei­ner ers­ten Pres­se­kon­fe­renz als Lei­ter der St.Gal­ler Kel­ler­büh­ne schil­dert Hü­sey­in Cir­pi­ci sei­ne Ein­drü­cke der Stadt und ver­rät, was das Pu­bli­kum un­ter sei­ner Re­gie er­war­tet.

Von  Daria Frick
Whats App Image 2026 08 26 at 08 36 26

Him­mels­stür­mend und oh­ren­be­frei­end

Der St.Gal­ler Kom­po­nist Charles Uz­or hat ei­ne Art po­li­ti­sches Ora­to­ri­um ge­schrie­ben. Am Sonn­tag wur­de es in der Kir­che Tro­gen auf­ge­führt: The Gre­at Wall. A La­by­rinth mit dem gran­dio­sen New Yor­ker Vo­kal­ensem­ble Ek­me­les.

Von  Peter Surber
Charles Uzor photo Michel Canonica

Ma­schi­nen­in­tel­li­genz trifft den Ton, aber nicht die Mu­sik

An den Ap­pen­zel­ler Bach­ta­gen er­klär­te die Me­di­en­wis­sen­schaft­le­rin Mer­ce­des Bunz, wes­halb die künst­li­che In­tel­li­genz krea­tiv sein kann – und war­um sie den­noch grund­le­gend an­ders ar­bei­tet als der Mensch. 

Von  Philipp Bürkler
Bachtage ki und musik 1

Kunstausstellung

Kunst öff­net Tü­ren

Von  Vera Zatti
Arthur Stobete nah

Weis­ses Va­ku­um und ei­ne ro­te Kra­wat­te

Ge­sell­schafts­kri­tik, Wir­bel­säu­len und Ge­len­ke, die kei­ne sind. Im Rah­men ei­ner Zwi­schen­nut­zung zei­gen vier Kunst­schaf­fen­de noch bis zum 29. Au­gust ih­re Ar­bei­ten im Ku­bik-Are­al in St. Gal­len.

Von  Vera Zatti
Transluzent Saiten 5

Das Kreuz mit den Ga­gen

Die Kul­tur hat kei­ne Lob­by? Am Stadt­kul­tur­ge­spräch vom Don­ners­tag­abend im Tal­hof war sie da: Ver­tre­ter:in­nen von acht Be­rufs­ver­bän­den stell­ten sich vor. Bren­nends­tes The­ma wa­ren ein­mal mehr die Ho­no­ra­re.

Von  Peter Surber
Stadtkultur2

Ei­ne Por­ti­on Kunst

Im Kunst Kon­tor Ror­schach lud der Künst­ler Fe­lix Stöck­le zu ei­nem Din­ner, ei­ner Aus­stel­lung, ei­nem Hap­pe­ning – zwi­schen Fi­ne Di­ning, Ke­ra­mik, pop­kul­tu­rel­len Re­fe­ren­zen und der al­ten Idee ei­nes ge­teil­ten Ti­sches.

Von  Veronika Fischer
Kunstkontor dinner felix stoeckle 1

Hür­de um Hür­de

Nach zehn Jah­ren in der Schweiz woll­te sich Sa­mi­ra Ra­him mit ih­rer Fa­mi­lie ein­bür­gern las­sen. Die zahl­rei­chen bü­ro­kra­ti­schen Hin­der­nis­se und die ho­hen Kos­ten brach­ten die Fa­mi­lie zeit­wei­se fast da­zu, auf­zu­ge­ben.

Von  Andi Giger
Image2

Raum­pla­nung als He­bel ge­gen die Woh­nungs­kri­se

Ber­lin­gen hat ei­ne neue Me­tho­de der In­ter­es­sen­ab­wä­gung ent­wi­ckelt: ei­ne Ana­ly­se des Orts­bilds als Grund­la­ge, um die wert­vol­le Bau­kul­tur zu er­hal­ten und gleich­zei­tig die In­nen­ent­wick­lung vor­an­zu­brin­gen. Nun steht die Ver­an­ke­rung in der Orts­pla­nung an.

Von  Rahel Lämmler
260708 Gutesbauen 02 260527 GBO2603 4559 MAX

Nach dem Rück­tritt von Pe­ter Jans: Das Ren­nen um den va­kan­ten Stadt­rats­sitz ist er­öff­net

SP-Mann Pe­ter Jans tritt En­de Ju­ni 2027 aus der St.Gal­ler Stadt­re­gie­rung zu­rück. In sei­ner Par­tei star­tet die Su­che nach ei­ner Nach­fol­ge mit ei­nem kla­ren Fa­vo­ri­ten. Bei den Bür­ger­li­chen sind Schmie­de für ei­ne gros­se Al­li­anz ge­fragt.

Von  Reto Voneschen
Offizielles bild stadtrat 2021 Bild PD Ueli Steinbgruber

Ein Tau­mel von Grün

Im Bo­ta­ni­schen Gar­ten St.Gal­len geht es ab nächs­ten Sams­tag wun­der­sam zu und her: Künst­ler:in­nen aus ver­schie­de­nen Spar­ten la­den zum sze­ni­schen Rund­gang un­ter dem Ti­tel In der Däm­me­rung wächst ein Flüs­tern. Ein Pro­ben­be­such.

Von  Peter Surber
Daemmerung Prates de Matos 4

In den Wald hin­ein

Der Dra­ma­ti­ker An­dre­as Sau­ter liest am 27. Au­gust im Li­te­ra­tur­haus Thur­gau aus sei­nem un­fer­ti­gen Ma­nu­skript Ein­bruch der Wild­nis. Im Zen­trum des Werks steht die Fra­ge, was es für ei­nen ge­sell­schaft­li­chen Wan­del braucht.

Von  Vera Zatti
IMG 9687 2